YouTube unterliegt Gema vor Gericht

20. April 2012 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Ein Exempel wollte man statuieren. Heute ging es in Hamburg vor Gericht. Die beiden Kontrahenten? YouTube und die GEMA. Ging es um das große Ganze? Nö, um 12 Titel, darunter Kracher wie „2 kleine Italiener“ von 1962 oder Rivers of Babylon – und natürlich das liebe Geld. Es geht es darum, ob YouTube alles daran setzt, um auf Verlangen der Gema zwölf urheberrechtlich geschützte Titel zu sperren. Das Ganze ist schon seit Mitte letzten Jahres am köcheln, heute dann die Entscheidung in erster Instanz. Laut Gericht hat YouTube zu wenig unternommen, um urheberrechtlich geschützte Lieder zu sperren.

Jetzt müssen 12 Songs gesperrt werden. Was das für die Zukunft heißt, sollte sich an einer Hand abzählen lassen. Positiver drückt es die FAZ allerdings aus: „Im übrigen wurde die Klage der Gema aber abgewiesen. Das Urteil bezog sich lediglich auf die von der Gema benannten zwölf Musikstücke und geht nach Angaben des Gerichts nicht darüber hinaus.“ Updates wird die Tagesschau verraten.

UPDATE: ich habe eben das aktuelle Statement von Google bekommen: 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

bezüglich des heutigen Urteils des Landgerichts Hamburg in der Rechtssache YouTube/GEMA möchten wir Ihnen folgendes Statement von Kay Oberbeck, Unternehmenssprecher der YouTube-Muttergesellschaft Google, anbieten:

„Das Gericht hat bestätigt, dass YouTube eine Hosting-Plattform ist und nicht zur Kontrolle sämtlicher auf der Plattform hochgeladenenen Videos verpflichtet werden kann. Das Urteil ist ein Teil-Erfolg für die Musikindustrie, für unsere Nutzer in Deutschland sowie für Künstler, Komponisten, YouTube und andere Internetplattformen. Das Gericht gibt damit Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten etwas mehr Rechtssicherheit und lässt auch in Deutschland Raum für innovative und kreative Entwicklungen im Internet. Dadurch könnte der Weg dafür freigemacht werden, dass auch in Deutschland Autoren, Komponisten, Verlage, Künstler und Labels endlich von ihrer Musik auf YouTube profitieren können.

Wir laden die GEMA ein, nun endlich an den Verhandlungstisch zurückzukehren und im Sinne der gesamten Musikindustrie eine Lösung zu finden. Dass YouTube hierzu bereit ist, hat YouTube bereits durch Vereinbarungen mit Musikverwertungsgesellschaften für mehr als 40 andere Länder weltweit gezeigt.

Das Urteil wirft jedoch auch Fragen zu den Verhaltens- und Kontrollpflichten von Hosting-Plattformen für nutzergenerierte Inhalte, konkret zum Einsatz von Content-ID und Wortfiltern auf. Wir müssen nun zunächst die schriftliche Begründung des Gerichts prüfen, bevor wir hierzu detaillierte Aussagen treffen können.“



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Über den Autor: caschy

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