Wuala oder Dropbox?

23. Januar 2010 Kategorie: Apple, Backup & Security, Internet, Windows, geschrieben von: caschy

In einem der letzten Beiträge zu Dropbox bin ich in den Kommentaren gefragt worden, ob ich etwas zu den verschiedenen Anbietern von Onlinespeicherplatz schreiben könne. Kann ich natürlich nicht, das würde den Rahmen sprengen. Mittlerweile gibt es zig Dienste, die kostenlos oder kostenpflichtig Space und evtl. Online-Backups anbieten. Über Dropbox habe ich ja nun schon einige Male geschrieben sodass ich euch noch einmal wuala vorstelle. Bei wuala bin ich seit deren geschlossener Alphaphase im Mai 2008.

Wuala wurde in der Zwischenzeit von Lacie gekauft, dem französischen Hersteller meist wirklich hübsch aussehender Festplatten. Der Softwareclient kommt in Java daher, ist also auf jeder Plattform lauffähig die Java unterstützt. Einer der Vorteile ist die nahtlose Integration in das Betriebssystem: unter Mac OS X erscheint Wuala auf Wunsch als gemountetes Netzlaufwerk und unter Windows erhält wuala einen eigenen Laufwerksbuchstaben.

Das Vorhandensein des Laufwerkbuchstabens ist auch sicherlich für Benutzer von Robocopy interessant (siehe auch der Beitrag: Robocopy und Windows 7). Kommen wir zum Space. Dieser ist zum Start gerade mal mit einem Gigabyte bemessen. Also die Hälfte von Dropbox. Auch bei wuala könnt ihr Freunde einladen. Pro eingeladenem Freund bekommt ihr 250 Megabyte (war früher anders, wie man an mir sieht). Drei Gigabyte sind allerdings Einladungshöchstgrenze, sodass ihr auf vier Gigabyte kostenlos kommen könnt. Nun kann man natürlich etwas dazu kaufen oder eben (und das bietet soweit ich weiss kein anderer Dienst) Space tauschen. Wer Speicher tauscht, der bekommt übrigens 500 Megabyte pro geworbenen Freund und kann so zusätzlich maximal sechs Gigabyte kostenlos bekommen.

Falls ihr eine Kiste habt, die mindestens vier Stunden am Tag im Netz hängt könnt ihr Space tauschen. Mit dem Tausch von Space gebt ihr lokal Platz für die „Wuala-Cloud“ frei in der verschlüsselte Dateifragmente gespeichert werden. P2p mit nicht nutzbaren Dateien quasi. Das berechnet sich laut wuala wie folgt:

Mit Wuala können Sie ungenutzten Speicher deines Computers gegen Online-Speicher eintauschen. Z.B. könnten Sie 100 GB auf Ihrem Computer zur Verfügung stellen und erhalten dafür bis zu 100 GB zusätzlichen Online-Speicher. Sie erhalten gleich viel, wie Sie zur Verfügung stellen multipliziert mit Ihrer Online-Zeit. Wenn Ihr Computer also jeden Tag 70% der Zeit online ist, erhalten Sie in diesem Beispiel 70 GB.

Mit dem Tausch von Space bekommt ihr automatisch den Status PRO, was euch das Feature „Backups“ freischaltet. Ihr könnt so automatisiert lokale Ordner in eurem wuala-Account sichern. Verliert ihr den PRO-Status bleiben eure Backups-Sets allerdings bestehen und gespeichert. Ich konnte allerdings nirgends lesen, ob irgendwann mal getauschter Space seine „Gültigkeit“ verliert.

Natürlich könnt ihr (wie bei Dropbox auch) Daten für wildfremde Leute freigeben. Diese müssen auch keinen Account bei wuala haben. Dies kann über öffentliche als auch geheime Weblinks geschehen.

Mein Fazit: Wuala ist klasse, kommt für meine eigenen Belange aber nicht an Dropbox ran. Während Dropbox mir auf allen Computern einen identischen Datensatz (und die Versionierung online) bietet, muss ich meine Dateien zur wirklichen lokalen Verfügbarkeit erst herunterladen. Wuala bringt seit jeher gute Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Mitgliedern mit, die sich in Gruppen organisieren können. In diesen Gruppen findet ihr dann auch Daten, die andere Benutzer für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Wie ich in einem älteren Beitrag erwähnte: Dienste wie wuala oder Dropbox werden es schwer haben, wenn Google dazu übergeht vernünftige Client-Software für ihren Space zu bauen. Die Spacepreise bei Google sind bisher unschlagbar günstig (5$ pro Jahr / 20 Gigabyte). Microsoft bietet mit SkyDrive 25 Gigabyte für jedermann kostenlos an, die vorhandene Software und die gruselige Online-Usability haben selbst mich von der produktiven Nutzung abgehalten. Da nützt auch die Nutzung von externer Software wie Gladinet oder dem SkyDrive-Explorer etwas.



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Über den Autor: caschy

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