Windows 10: Edge nicht für alle Enterprise-Kunden

10. Juni 2015 Kategorie: Windows, geschrieben von:

microsoft edge

Im kommenden Windows 10 wird der Browser „Edge“ – ehemals als „Project Spartan“ betitelt – das Erbe des Internet Explorers als Standardbrowser des Systems antreten und soll dank moderner Technik und eines neuen Namens DER Browser für Windows werden. Der Internet Explorer, der sich in den letzten Jahren durch Firefox und Chrome immer weiter schwindenden Marktanteilen gegenüber sah, wird aus Kompatibilitätsgründen noch aufrufbar sein, aber auch Platz für Edge machen. So weit, so gut.

Gestern tauchte dann eine (mittlerweile bestätigte) Nachricht auf, die im Dunstkreis der Gerüchte, die den kommenden Windows 10-Release begleiten, für einiges Aufsehen sorgte. pPlant Microsoft doch offenbar, Usern der Windows 10 Enterprise-Edition, die Mitglied des LTSB-Programmes sind, den neuen Browser vorzuenthalten. LTSB steht für „Long-Time Servicing Branch“ und ist ein Software Maintenance-Programm für Nutzer von geschäftskritischen oder eingeschränkten Applikationen, in dem den darin enthaltenen Geräten und Installationen über zehn Jahre Sicherheits- und Hotfixes garantiert werden, nicht aber neue Programmfeatures – und genau dies stellt „Edge“ als Browser in diesem Moment dar. Probleme könnten dann auftauchen, wenn aktuelle Universal Apps, die auf Elementen von „Edge“ aufbauen, aus dem Store geladen werden und durch fehlende Feature Updates, respektive den fehlenden neuen Browser, aus der Bahn geworfen werden – hier scheint noch einiges an Verbesserungspotential zu existieren, möchte man sich keine Zweiklassengesellschaft der Browser-Nutzer schaffen.

Zwar wird der Internet Explorer 11 speziell aus Kompatibilitätsgründen auch Windows 10-Usern zugänglich gemacht werden (bzw. ist bereits Bestandteil des Systems) , stellt aber für Microsoft logischerweise nicht mehr den Browser dar, der als Plattform für neue Techniken und Features dienen soll – und so beißt sich – zumindest für die LTSB-Kunden – die Katze in den eigenen Schwanz. Aktuell scheint man das Thema ein wenig weiter hinten zu parken, da am 29. Juli 2015 erst die Home- und Professional-Varianten von Windows 10 erscheinen werden und die Enterprise-Edition eher für einen Zeitpunkt rund um den Herbst geplant ist, aber das Thema dürfte schneller wieder aktuell werden, als es Microsoft lieb ist. Eine Lösung sollte also her, sonst verscherzt man es sich gerade mit dem Kundenklientel, auf dem ein großer (wenn nicht DER!) Fokus liegt: Dem Enterprise-Bereich, dem dann eine Browserschlacht zwischen zwei Heeren desselben Lagers droht – und das wäre ein äußerst unglücklicher Start für die Browsergeneration „Edge“.


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