Wi-Fi HaLow: Robustes WLAN für das Internet der Dinge

4. Januar 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

wifi-alliance-logoNeuer Standard, neues Glück. Während für viele noch 802.11 ac das Nonplusultra ist, ist die WiFi Alliance natürlich nicht untätig und entwickelt neue Standards, damit unsere drahtlosen Geräte möglichst schnell und kompatibel miteinander kommunizieren. Der neuste Streich des Konsortiums? Wi-Fi HaLow – aufsetzend auf dem Standard IEEE 802.11ah. Hierbei will man ein spezielles Netz anbieten, welches typischerweise für Geräte im Smart Home, im medizinischen Bereich, im Connected Car oder in der Industrie gebraucht werden kann.

Wi-Fi HaLow arbeitet im Frequenzband unter 1 GHz und soll über weite Strecken bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch einsetzbar sein. Wi-Fi HaLow holt WLAN in das 900 MHz-Band und dürfte daher auch etwas für Sensoren oder Wearables sein, die eben nicht so viel Leistung für reines WLAN verbrauchen sollten. Die Reichweite von Wi-Fi HaLow soll fast doppelt so hoch sein, wie es bei heutigen Standards der Fall ist und soll dabei gleichzeitig robuster auch in anspruchsvollen Umgebungen arbeiten – Stichwort Wände.

Wi-Fi HaLow wird im Großen und Ganzen die heutigen Standards übernehmen und dabei die eben genannten Vorteile bieten. Bis es soweit ist, haben wir noch etwas Zeit, die Antwort der WiFi Alliance auf Bluetooth wird 2018 in ersten Geräten zu finden sein. Dicke Bandbreiten sollte man jedoch nicht erwarten: Wi-Fi HaLow ist für das Internet der Dinge, da werden nicht die typischen Datenmengen übertragen, wie es beim normalen WLAN der Fall ist.

wifi-alliance-logo



Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Daddy von Max, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter, Gerne-Griller und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende.

Carsten hat bereits 22147 Artikel geschrieben.

9 Kommentare

Tobias 4. Januar 2016 um 22:44 Uhr

Soweit ich weiß gibt es kein ISM Band in Deutschland bei 900Mhz. Dh. der Kram dürfte hier nicht betrieben werden… Sonst holt das die BNetzA auf die Matte… 😀 (siehe Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/ISM-Band

wpressy 4. Januar 2016 um 22:47 Uhr

Egal was als nächstes in Sachen WiFi kommt. Es muss endlich eine Verschlüsselung und Systemübergreifende Signatur auch ohne Passwort (Freie WiFi-APs) bieten. Leider fehlt das überall bisher 🙁

Marcel 4. Januar 2016 um 22:52 Uhr

WiFi hin oder her. Sicherlich mag der Funk die Zukunft sein, aber der Ist-Zustand ist einfach, dass ich zumindest am stationären Arbeitsplatz nach wie vor aufs gute alte Kabel vertraue. Und da finde ich es recht schade, dass für den Heimanwender 1Gibit nachwievor Stand der Dinge ist…

Thomas Baumann 4. Januar 2016 um 22:58 Uhr

900 MHz Band? Liegt da nicht das E-Netz? (E+/o2)? Das könnte lustig werden 😉

Icancompute 4. Januar 2016 um 23:16 Uhr

Wäre natürlich für Smart Home schon cool. Zumal das dann für Frequenzen für datenintensives übliches WLAN entlasten würde, wenn ich das richtig verstehe.
Smartphones würden dann sicherlich irgendwann ebenfalls den neuen Standard zusätzlich unterstützen, da ich mir vorstellen kann, dass Smartwatches den dann als Alternative zu Bluetooth nutzen, wenn dadurch der Energieverbrauch zugunsten längerer Laufzeiten ermöglicht wird.

@Marcel
Was findest du daran schade, bzw hast du denn einen Fall, bei dem dir 1 GiBit zu langsam ist?
Ich habe privat kein Gerät, dass diese Leistung praktisch tatsächlich voll ausnutzt. Außer beim NAS wüsste ich auch nicht, wo das wirklich Sinn macht, weil in der Hinsicht alles andere zufriedenstellend seinen Zweck erfüllt.

Patrick 5. Januar 2016 um 00:02 Uhr

Dumm nur, daß in Deutschland im GSM 900 Band (870,4MHz – 960 MHz) das D-Netz (Telekom + Vodafone) beheimatet ist und dass die Provider wohl nicht darauf verzichten werden wollen. Somit wird es diesen neuen WLAN Standard nicht in Deutschland geben.

Kalle 5. Januar 2016 um 01:29 Uhr

@Thomas
Nicht E-Netz sondern das D-Netz lag da, D1 (Telekom) und D2 (Mannesmann, jetzt Vodafone). Das E-Netz kam dann bei 1800 MHz dazu. Später wurden die Frequenzen immer weiter ausgeweitet, D-Netz durfte auch auf 1800 MHz, usw.

@Patrick
Das ist schon lange nicht mehr so. Es kamen ständig neue Frequenzen dazu. Gab ja ständig Versteigerungen. Ausserdem laufen alle Lizenzen Ende des Jahres aus. Die wurden schon im letzten Jahr neu versteigert. Ende der 90er kam UMTS dazu. Seit der letzten Versteigerung sind die Anbieter gar nicht mehr gebunden, könnten also auch LTE über ihre Frequenzen schicken. Neue Verteilung ist hier:

http://www.bundesnetzagentur.d.....e&v=2

Wichtiges Detail fehlt aber im Artikel: in Europa wird der Bereich für IEEE 802.11ah bei 863-868 MHz liegen, der ist frei. Glaubt wirklich einer daß sich die IEEE ohne Sinn und Verstand einfach mal auf einen Bereich festlegt?

Patrick 5. Januar 2016 um 18:22 Uhr

Danke Kalle, das wusste ich nicht. Lerne immer gerne hinzu. 🙂

Kalle 5. Januar 2016 um 19:12 Uhr

Gern geschehen 🙂


Es kann bis zu 5 Minuten dauern, bis dein Kommentar erscheint.



Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung.