VortexBox: Streaming-Server auf Linux-Basis

28. Januar 2012 Kategorie: Software & Co, geschrieben von:

Ich bin Fan von Streaming uns stelle hier immer wieder mal Lösungen in Form von Hard- und Software vor. In Sachen Software allerdings meistens nur Mac oder Windows. Kevin nutzt Linux und hat mir einen Text zu VortexBox geschickt. Vielleicht für die kleine, mitlesende Linux-Fraktion interessant, oder die, die als Wochenendprojekt eine alte Kiste zum Server umfunktionieren wollen.

VortexBox ist ein Linux-basierter Streamingserver, der Audio-, Video- und Bilddateien auf verschiedenen Protokollen im Netzwerk wiedergibt ( DLNA, iTunes, Squeezebox ).

Ich stand vor dem privaten Problem, meine Musik und meine Videos möglichst zentral und von möglichst vielen Endgeräten abrufen zu können ohne mich allzu sehr um Client-Software und Endgeräte zu kümmern. Eine Dateifreigabe auf einem NAS reicht da leider nicht aus, da nicht jeder Client wirklich komfortabel Zugriff darauf bekommt.

Der VortexBox-Server läuft auf einem ausrangiertem Laptop und versorgt meine Endgeräte & Clients ( iTunes, XMBC, Logitech Squeezebox, IOS-Devices ) mit allen möglichen Multimedia Dateien und das sehr komfortabel und einfach.

Installation

Die aktuelle Vortexbox 2.0 – Version gibt sich mit 512 MB und einem 1 GHz-Prozessor zufrieden, der benötigte Festplattenspeicher hängt natürlich von eurem Mediadaten ab.

Die Installation des Fedora-basierten Linux ist in 20 Minuten schnell durchgeklickt und benötigte nur geringe Linux-Kenntnisse, nach einen Reboot begrüßt euch die textbasierte root-Shell unter Angabe der IP-Adresse.

Da die 40 GB Festplatte meines alten Laptops doch etwas zu klein ist, habe ich externe 2 TB-Festplatte an das Laptop angeschlossen, diese muss in das Verzeichnis /storage gemountet werden ( dazu braucht man vielleicht doch ein bisschen Linux-Wissen )

Bedienung

Der Server hat selbst keine grafische Oberfläche, sondern man konfiguriert ihn über den Webbrowser, die Oberfläche sieht, zugegebenermaßen, noch nicht ganz nach Web 2.0 aus.

Hier konfiguriert man die Grundeinstellungen ( Name des Systems, Netzwerk etc. ), außerdem lassen sich die verschiedenen Streamingdienste anpassen und konfigurieren.

Das System ist ebenfalls ein vollautomatischer CD-Ripper, welches MP3 und FLAC Dateien erzeugt und diese auch automatisch korrekt taggt, mit einem Cover versieht und sie in seinen Streamingdiensten zum Hören anbietet.

Wollt ihr Dateien auf das Gerät kopieren, könnt ihr per CIFS, AFS oder NFS darauf zugreifen, es gibt vier Freigaben, eine files-Freigabe mit Schreibzugriff und drei Freigaben music, movies, pictures auf die nur lesend zugegriffen werden, so soll ein versehentliches Löschen verhindert werden.

Endgeräte und Clients

Es ist alles richtig gelaufen, werden die Streamingdienste automatisch im Netzwerk zur Verfügung gestellt, d.h. startet ihr z.b eurer iTunes wird automatisch der VortexBox-Server als iTunes-Serverfreigabe erkannt.

Das gleiche gilt natürlich für DLNA – fähige Clients, ich nutze zum Wiedergeben von Videos und Bildern dafür das XBMC – Multimediacenter, da es für eine Vielzahl von Systemen verfügbar ist ( u.a. auch für Apple TV ) und es sich prima mit Android- und IOS-Geräten fernsteuern lässt.

Als „Musikanlage“ kommt bei mir die Logitech Squeezebox Radio zum Einsatz, eine relativ massive Box mit integriertem Lautsprecher.

Die Squeezebox kann per WLAN oder Ethernet online gehen und verfügt über ordentliche Tasten und Regler an der Frontseite, außerdem bietet Logitech entsprechende Apps an, um diese bequem von der Ferne aus zu steuern, ein Webzugriff ist ebenfalls möglich.

Es gibt einen speziellen Squeezebox Server, der ebenfalls auf der Vortexbox läuft.

Die Squeezebox kann dazu noch einiges mehr :

-Internetradio

-eigene Apps ( Last.fm, napster … )

-externer Lautsprecherausgang zum Anschluss an die heimische Anlage.

Die Squeezebox – Serie wird schon relativ lange von Logitech angeboten, dadurch hat sich eine kleine Community entwickelt, welche die Box mit netten Erweiterungen versehen hat. (Anmerkung von Caschy: ich fand die Squeezebox als System eher weniger gut)

Fazit

Neben einer zentralen Dateiablage versorgt mich die VortexBox mit Musik und Videos im ganzen Haus, die Fernsteuerung übernimmt das Smartphone oder Tablet, dank der breiten Protokollunterstützung kommt fast jedes Endgerät damit zurecht. Nebenbei läuft der Server stromsparend auf einem Lowcost-Laptop. (Anmerkung, die VortexBox lässt sich auch noch um die Protokolle Sonos, Subsonic und Bliss erweitern, habe ich selbst allerdings noch nicht benutzt.)


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Über den Autor:

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