Vivaldi 1.8 erhält ab sofort mächtiges History-Feature

29. März 2017 Kategorie: Internet, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

Der Browser Vivaldi, hinter dem unter anderem der Opera-Mitbegründer Jon von Tetzchner steckt, erhält heute eine neue Aktualisierung:  Normalerweise werten hinter unserem Rücken ja eher andere Unternehmen, z. B. Google und Microsoft, unsere Browsing-History und unser Nutzungsverhalten allzu gerne aus. Bei Vivaldi will man nun den Usern selbst die Chance geben, mal die eigenen Handlungen und Wandlungen im WWW nachzuvollziehen. Eine neue History erlaubt Muster in eurer Nutzung zu erkennen und Statistiken aufzurufen. Außerdem könnt ihr auf diese Weise auch möglicherweise längst vergessene Links wieder ausgraben.

Die Idee finde ich persönlich ziemlich cool. Außerdem passt das Feature super zu Vivaldis bisheriger Strategie, die vor allem auf die Anpassungsoptionen der User abzielt. Entgegen anderer Browser soll Vivaldi die neue History in einer Kalender-Ansicht präsentieren und reichlich zusätzliche Daten kredenzen. Statistik-Freaks können sich auch Grafiken und andere, visuelle Darstellungen präsentieren lassen. Falls ihr also schon immer eure Besuche bei PornHub Amnesty International genau nach Frequentierung auswerten wolltet – viel Spaß dabei.

Über die umfangreiche History ist es dann natürlich leichter möglich, URLs wiederzufinden, die ihr z. B. vor einigen Wochen besucht habt, die euch aber partout nicht von alleine einfallen wollen. Ihr könnte die URLs dann mit verschiedenen Filtern gezielter suchen – etwa in einem bestimmten Zeitrahmen, nach Name der Website, genauer URL oder auch eurer Anzahl der Aufrufe.

Nun werden einige von euch sicherlich skeptisch: Denn derlei umfangreiche Nutzungsdaten wären sicherlich auch für Vivaldi und potentielle Partner aus der Werbeindustrie spannend. Laut Vivaldi sollen die Daten aber nur lokal gespeichert werden. Vivaldi habe keinen Zugriff und schneide die Daten ausdrücklich nicht mit. Tetzchner weist aber fast augenzwinkernd darauf hin, dass Anwender über das neue History-Feature im Grunde genau das sehen, was Dritte sonst gerne tracken. Statt die Daten selbst zu monetarisieren, stelle man sie aber den Nutzern und nicht der Werbeindustrie zur Verfügung.

Die History wird zum Abruf auch ins Side-Panel eingearbeitet. Vivaldi 1.8 erlaubt zudem via Drag-and-Drop Notizen zu erstellen. Dazu zieht ihr nur ausgewählte Texte ins Menü für die Notizen. Funktioniert nicht nur in Vivaldi selbst, sondern auch in Kombination mit anderen Programmen.

Auch erweitert Vivaldi die Möglichkeiten zur Stummschaltung von Tabs. Ihr könnt ab Vivaldi 1.8 auswählen, ob ihr Sounds in allen Tabs erlaubt, sie nur im aktiven Tab freischaltet oder z. B. Sound auch in Hintergrund-Tabs aktiviert bleibt, solange der Tab im Vordergrund keinen Ton abspielt.

Habt ihr Vivaldi schon ausprobiert? Der Browser entwickelt sich schnell weiter und mir gefällt, wie die Macher wirklich eigenständige Features etablieren, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Vivaldi 1.8 sollte ab sofort für euch zum Herunterladen bereitstehen.


Anzeige: Der neue Karriereservice von Caschys Blog in Kooperation mit Instaffo. Lass dich von Unternehmen finden. Jetzt kostenfrei anmelden!

Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 2265 Artikel geschrieben.