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Verdun: intensiver Multiplayer-Shooter

20. März 2016 Kategorie: Apple, Games, Windows, geschrieben von: Andreas Haswell

Bildschirmfoto 2016-03-18 um 10.24.40Ich bin kein sonderlich großer Fan von typischen Online-Shootern, indem es tatsächlich nur darum geht, Gegner umzunieten und dafür eine Belohnung zu kassieren. Zumeist sind solche Ballerorgien arg chaotisch und überaus hektisch. Toll ist zwar, dass man ganz nebenbei Fluchwörter in diversen Fremdsprachen dank seiner Mitspieler erlernt, aber vielmehr fällt da für mich persönlich nicht ab. Hin und wieder gibt es jedoch Ausnahmen und eine davon stellt Verdun (PC und Mac) dar, über den ich heute ein paar Zeilen verlieren werde.

Verdun dürfte besonders in den vergangenen Wochen den meisten Menschen wieder ins Gedächtnis gerufen worden sein, denn Verdun war ein Kriegsschauplatz aus dem 1. Weltkrieg, welcher traurige Berühmtheit erlangte. Somit ist das Szenario von diesem Shooter gleich geklärt, ihr kämpft zu Beginn als einfacher Soldat im 1. Weltkrieg.

Nur Multiplayer

waldkampf
Der Einstieg erscheint alles andere als einfach, es gibt kein echtes Tutorial und auch keine Kampagne für Singleplayer. Also reiner Multiplayer-Modus in drei verschiedenen Arten: Frontlinien, bei dem insgesamt 64 Spieler gegeneinander antreten können (also 32 vs. 32), Gewehr-Deathmatch (max. 20 Spieler, jeder gegen jeden) und Zermürbung (Gruppen-Deathmatch mit 7 Spielern). Am meisten frequentiert ist natürlich Frontlinien, was hier auch den Einsteigern dringend empfohlen sei. In den Deathmatch-Spielen tummeln sich die Hardcore Gamer, zumal es dort auch die begehrten Waffenerweiterungen, wie beispielsweise das Zielfernrohr als Belohnungen gibt.

Ich persönlich spiele hauptsächlich im Modus Frontlinien und kann dazu auch am meisten erzählen. Die ersten 1-2 Stunden beißt ihr sehr oft ins Gras. Je nach Karte (aktuell 5 spielbare) befindet ihr euch direkt im Schützengraben oder in einem geschützten Granatenkrater. Euch werden sehr schnell die Kugeln gut hörbar um die Ohren fliegen und lernt direkt eine eiserne Faustregel von Verdun kennen: Deckung ist alles. Wer meint Verdun wie Counterstrike spielen zu müssen, ist leichte Beute. Verdun ist somit nicht wirklich hektisch und Schnelligkeit bzw. Reaktionsgeschwindigkeit ist nicht immer das Wichtigste. Dennoch sind die Gefechte sehr intensiv, vor allem wenn zusätzlich noch Granaten und Mörser Beschuss erfolgt.

Aller Anfang ist schwer

Bevor ihr in die Schlacht ziehen dürft, müsst ihr euch für eine Einheit entscheiden (Deutsche, Engländer, Franzosen, Kanadier usw.) und landet als einfacher Soldat in einem kleinen Team (4 Spieler) indem ihr erneut eine Position auswählt. Da wäre der Offizier (sehr taktisch geprägt, nur Pistole, nichts für Anfänger!), Schütze (etwas mehr Munition und größeres Magazin), Gunner (Schwerfälliges MG) und Bomber bzw. Grenadier (zum normalen Gewehr als Einziger mit Handgranaten). Erst danach geht es richtig los und es wird schnell etwas problematisch.
angriff
Freund von Feind unterscheiden ist nämlich zu Beginn nicht so einfach. Es dauert ein wenig, bis ihr die Merkmale der unterschiedlichen Uniformen verinnerlicht habt. Ihr könnt zwar keine eigenen Kameraden aus Versehen erschießen, aber Munition ist eben nur begrenzt verfügbar. Vor allem muss nach jedem Schuss nachgeladen werden, was heranstürmende Feinde ausnutzen können. Ist das Magazin bzw. Gewehr leer geschossen, dauert das Nachladen gleich einige Sekunden länger und wird schön animiert dargestellt.

Teamplay führt zum Erfolg

Im Gefecht müsst ihr nicht immer den Befehlen befolgen, lediglich bei Missachtung vom Rückzug oder verlassen der Kartenbegrenzung (immer ein Auge auf die Mini-Map haben) drohen Konsequenzen. In einem gut eingespielten Team solltet ihr euch dennoch an den Kameraden orientieren. Als Schütze oder Grenadier sichert man in der Defensive die Flanken während der Gunner mit seiner MG den Angreifern Saures gibt und der Offizier den Mörser-Beschuss koordiniert.
stellung
Im Angriff verteilen sich die Rollen wiederum. Mit dem Offizier (hier ist die Pistole sehr effektiv) sowie Schütze und Grenadier, lässt sich schnell in einen feindlichen Graben bzw. Stellung eindringen. Der Gunner sichert nach hinten ab während der Grenadier mit einer Granate, verschanzte Einheiten aus der sicheren Deckung jagt. Besonders die Grabenkämpfe sind sehr heftig und das Spiel an sich überzeugt schon durch seine Intensität und dichten Atmosphäre. Richtig beklemmend wird es, wenn Gas eingesetzt wird. Glücklicherweise wird davon eher selten Gebrauch gemacht aber der Grund ist eher taktischer Natur. Keiner sieht etwas und wer die Gasmaske nicht rasch aufsetzt, stirbt. Gilt für alle Parteien im Spiel. Ansonsten wurde auf übertriebene Gewaltdarstellung wie Splattereffekte oder Pixelblut verzichtet.

Scharfschützen lauern überall und dazu benötigt es nicht immer ein Zielfernrohr am Gewehr. Am Anfang ist es teils sehr frustrierend, da kaum erkennbar ist, woher der Schuss kam, der einem dem Bildschirmtod brachte. Fernschüsse werden vom Spiel angezeigt und mit Erfahrungspunkten belohnt. Es dauert jedoch eine Weile, bis man dazu überhaupt in der Lage ist, woran man den in der Ferne lauernden Gegner und dessen Position erkennt. Wer zu lange an einer guten Position verharrt und im schlimmsten Falle noch viel ballert, verrät sich selbst. Aufmerksame Spieler registrieren irgendwann selbst weit entferntes Mündungsfeuer. Wer die Karte und deren Eigenarten verinnerlicht hat, weiß um die besten sowie geschützten Positionen und hat entsprechend ein Auge darauf. Stellungswechsel ist in Verdun sehr häufig angesagt.

Maps und Waffen

Die Maps sind ansprechend gemacht und halten sich sogar an die realen Vorbilder. Schlammige Schlachtfelder, durchsiebt mit Bombenkratern und zahlreichen Stellungsgräben erscheinen farblich recht monoton, sind spielerisch aber eine gewisse Herausforderung. Optisch ansprechender geht’s in den Wäldern und Wiesen von Aisne zu und die recht neue Karte rund um das Fort Douaumont fügt noch das Element Häuserkampf zu. Derzeit werden an weiteren Karten gearbeitet und eine davon wird sogar ein Nachtszenario sein.
waffen
Die Auswahl an Waffen ist überschaubar und die Entwickler haben sich streng an die Originale und deren Eigenarten gehalten. Das Lee Enfield MK III beispielsweise, hat keine allzu hohe Schussfrequenz, überzeugt allerdings durch geringen Rückstoß und Durchschlagskraft und eignet sich recht gut für Fernschüsse. Die beste Pistole dürfte die Luger sein und Stielhandgranaten lassen sich weiter werfen als die Mills Bomb.

Grafik, Errungenschaften und Performance

Grafisch muss so ein Multiplayer-Shooter natürlich die breite Masse treffen. Bedeutet: Kompromiss zwischen schöner Optik und niedrigen Systemanforderungen. Verdun schafft dies und selbst etwas ältere Rechner dürften ansprechende Grafik sowie gute Frameraten erzielen. Die Gesamtperformance sowie die Server sind mittlerweile richtig gut geworden und entsprechend werden die Server von Spielern frequentiert. Als Belohnungen winken haufenweise Orden, Steam Achievements und bei höheren Leveln auch andere Waffen.
gas

Fazit

Verdun ist immer für eine Partie gut und ich spiele zwar nicht lange (meist 1-2h) aber erlebe jedes Mal intensive Kämpfe und viel Nervenkitzel. Was nicht außer Acht gelassen werden darf, ist der Frustfaktor für Einsteiger. Ein einzelner Schuss reicht aus, um das Bildschirmleben zu beenden. Wer auf Deckung achtet und mit einem guten Team im Spiel unterwegs ist, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Kommt selten vor, dass ich mich für solche FPS Multiplayer längerfristig begeistern kann, aber Verdun hat halt nicht umsonst viele positive Bewertungen. Die 21,50€ gehen hier somit in Ordnung und Fans dieses Genres können bedenkenlos zugreifen.

Verdun
Verdun: intensiver Multiplayer-Shooter
Entwickler: M2H, Blackmill Games
Preis: 22,99 €
  • Verdun Screenshot
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Über den Autor: Andreas Haswell

PC- und Windows-Fanboy. Liebt rundenbasierte Strategiespiele, Audio-Apps und Software. Auch auf Twitter zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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