Twitter vermeldet weniger Nutzer im 4. Quartal 2015

11. Februar 2016 Kategorie: Social Network, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_twitterDas soziale Sorgenkind Twitter hat die letzten Quartalszahlen für das Jahr 2015 veröffentlicht. Twitter hat bekanntlich Probleme mit dem Wachstum, die Stagnation der Nutzerzahl macht der Aktie ordentlich zu schaffen. Daran ändern auch die neuen Zahlen nichts, im Gegenteil. 320 Millionen aktive Nutzer pro Monat hatte Twitter im 4. Quartal 2015, die gleiche Zahl wurde auch für das 3. Quartal 2015 genannt, ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn diese 320 Millionen beinhalten auch die sogenannten „SMS Fast Followers“, Nutzer, die Tweets via SMS empfangen. Verbreitet ist dies vor allem in aufstrebenden Märkten. Zieht man diese ab, bleiben noch 305 Millionen aktive Nutzer pro Monat übrig, 2 Millionen weniger als im 3. Quartal 2015.

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Twitter erklärte aber, dass der Januar bereits wieder besser aussieht und man sich wieder auf Q3/15-Niveau bewegt, was die monatlichen Nutzer angeht. Aktuell sehen die Zahlen jedoch so aus, dass Twitter weniger neue Nutzer generiert als alte Nutzer verliert. Das ist für keinen Dienst gut, ist dieser dann auch noch an der Börse, wird es umso schlimmer. Wachstum wird hier erwartet und nicht geliefert, da helfen auch keine über 300 Millionen Nutzer, was an sich schon sehr stark ist, aber eben nicht mehr wächst.

Twitter kündigt seit einiger Zeit immer wieder Maßnahmen an, die neue Nutzer in das Netzwerk bringen sollen, bislang aber ohne großen Erfolg. Twitter steht auch vor dem Problem, dass Änderungen, die eventuell neue Nutzer anziehen könnten, bei Bestandsnutzern meist nicht sehr willkommen sind. Ein schmaler Grat, auf dem Twitter da wandert, denn der Dienst kann es sich auch nicht leisten, die Bestandsnutzer zu verlieren.

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Immerhin sind die Umsätze bei Twitter gestiegen, 710 Millionen Dollar wurden im 4. Quartal 2015 erwirtschaftet, 48 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und auch mehr als im 3. Quartal 2015. Vielleicht ja auch ein Weg zum Erfolg, mit weniger Nutzern mehr Geld machen. Die Übersicht über die Zahlen findet Ihr hier, wollt Ihr Euch den Earnings Call anhören, könnt Ihr dies an dieser Stelle tun.



Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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3 Kommentare

Kalle 11. Februar 2016 um 11:51 Uhr

Gestern erst eine Email bekommen dass ich mich an einem neuen/unbekannten Ort eingeloggt habe. Ich habe mich seit Monaten nicht in meinen Account eingeloggt. Also hab ich mal schnell nachgesehen ob alles in Ordnung ist.

Auch ein kreativer Weg mal kurzfristig die Zahl der Monthly Actives zu erhöhen.

icancompute 11. Februar 2016 um 13:12 Uhr

Twitter macht es sich wahrlich nicht einfach.
Als Bestandsnutzer heiße ich auch nicht alle Änderungen für Gut. Am allerwenigsten die Gerüchte, die Zeichenanzahl zu erhöhen.
Meine Meinung? Selbst schuld, dass die sich dem Druck der Börse ausgeliefert haben. Bezüglich der ewigen Gerüchte der höheren Obergrenze für die Zeichen wird das Netzwerk langfristig mehr zu einer Werbeplattform, als ein Social Network, sollte das tatsächlich mal so kommen. Und dann werden die Nutzer sicher spürbar weniger.

Twitter nutze ich selbst eher passiv, als aktiv. Soll heißen, ich folge vielen für mich interessanten Twitterern. Hauptsächlich konsumiere ich diese Inhalte dann über eine Drittanbieter-App auf dem Smartphone für die Lektüre zwischendurch. Deshalb lassen mich einige Änderungen auch kalt, da sie nur die Webversion und die Hausapp betreffen. Einen Desktopclient nutze ich schon eine ganze Zeit nicht mehr. Vielleicht ändert sich das ja, wenn ich endlich mal meinen Rechner auf Windows 10 umstelle und die App dort was taugt.

Wolf 11. Februar 2016 um 13:39 Uhr

Dass die Umsätze gestiegen sind dürfte ganz einfach an der gestiegenen Zahl der Werbeeinblendungen liegen – und genau das dürfte aber auch etliche Bestandsuser nachhaltig vergraulen.
Twitter fängt an, ganz typische Symptome eines Ertrinkenden zu zeigen: krampfhaftes Strampeln, um auf jeden Fall an der Oberfläche zu bleiben – anstatt sich in Ruhe an der Oberfläche treiben zu lassen bis Hilfe kommt 😉


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