Testbericht: Bose Soundtouch Portable

28. Dezember 2013 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

Anfang Oktober begleiteten wir den Start diverser neuer Lautsprecher mit, die der Hersteller Bose in New York vorstellte. Gestreamte Musik, entsprechende Lautsprecher und Dienste werden immer beliebter und damit immer wichtiger für die Hersteller. Einzelplatzlösungen in Form von Bluetooth- oder AirPlay-Lautsprechern gibt es ebenfalls in Hülle und Fülle, doch das nächste dicke Ding heißt eben nicht Stand Alone, sondern Multiroom.

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Einfach zu benutzende Lautsprecher, die sich getrennt und zusammen betreiben lassen, unabhängig von Quelle und System. Eine Nische, in der sich in den letzten Jahren Sonos breit gemacht hat. Doch auch andere Firmen stoßen dazu, sei es Teufel mit Raumfeld oder die eigenen Lösungen, die zum Beispiel auch Samsung und LG anbieten.

Die Basis von Bose SoundTouch bilden Speaker mit integriertem WLAN-Modul, die mit dem heimischen Funknetz verbunden werden: SoundTouch 30 für große Räume, der kompaktere SoundTouch 20 und die mobile Ausführung SoundTouch Portable mit einer Akkulaufzeit von rund zweieinhalb Stunden bei maximaler Lautstärke. Der Austausch des Lithium-Ionen-Akkus wird 80 bis 100 Euro kosten, und kann vom Nutzer selbst vorgenommen werden.

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Von den drei neuen Modellen landete erst einmal der SoundTouch Portable bei mir, den ich mir in den letzten Tagen zu Ohren führen konnte. Einen Partymodus konnte ich hier nicht testen, denn es handelt sich nur um den einen Lautsprecher.

Die Einrichtung geht relativ einfach vonstatten, allerdings muss man hier erst einmal den Lautsprecher kurz mit dem Rechner verbinden und anschließend mit dem heimischen WLAN bekannt machen. Anschließend möchte man bei Bose, dass ich ein Konto anlege. Nicht nur Mail und Namen möchte man wissen, auch meine Anschrift ist ein Pflichtfeld. Wissen, welches Bose eigentlich nicht benötigt – weniger ist mehr.

Nach der Einrichtung am PC ist der Lautsprecher einsatzbereit und kann über die App gesteuert werden, die für Windows, Mac, iOS und Android vorliegt. Ich kann im Setup festlegen, dass ich meine iTunes-Bibliothek oder meine Windows Media Player-Library als Quelle nutzen möchte.

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Eigene Freigaben auf einem NAS oder einer Netzwerkfestplatte? Musikdienste? Fehlanzeige und damit meiner Meinung nach das dickste Manko, welches sich ein Hersteller von Multiroom-Lautsprechern heute leisten kann. Spotify? Rdio? Deezer? Bose will in diese Richtung entwickeln, man könnte über ein Software-Update die Funktionen bereitstellen, konkrete Termine sind zumindest mir nicht bekannt – Bose nennt die erste Hälfte des Jahres 2014.

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Was bleibt also übrig? Eigene Musik nur dann, wenn einer der Zielrechner angeschaltet ist, der die Musik bereithält. Eine weitere Alternative steht zumindest Nutzern bereit, die Apples AirPlay-Funktion auf ihrem Smartphone oder Tablet nutzen. Diese können direkt vom Gerät streamen – über das AirPlay-Protokoll. Hierbei ist es dann über den AirPlay-Umweg möglich, Songs von Deezer, Spotify und Co anzuhören. Doch der Unterschied zwischen einem AirPlay-Stream vom Smartphone oder der richtigen Einbindung eines Dienstes dürfte bekannt sein. Weitere Alternative: Einspeisen via AUX.

Wie erwähnt: ich erhoffe mir Besserung in Form von Software-Updates. Dieses Software-Update darf dann nicht nur die Integration mehrerer Dienste bedeuten, meinetwegen darf man auch hier optisch und funktional nacharbeiten. Die Oberfläche ist marginal gehalten und erlaubt es, durch die Internetradios zu schauen, die man übrigens als Preset festlegen kann. Sechs davon stehen zur Verfügung, sie können mittels App, Bedienelement am Lautsprecher oder per mitgelieferter Fernbedienung angesprochen werden. Diese Fernbedienung ist gleichzeitig auch für Lautstärke oder Track-Skipping nutzbar.

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Die Software erlaubt es euch, nach Radios und Genres zu suchen, auch eure eingebundene Library kann nach Interpret, Album, Genre und Co sortiert werden. Ich hoffe, ihr nutzt ein gutes Tagging-System. Durch nicht einzeln ansprechbare Ordner und eine fehlende Suchfunktion nach Songs ist es unter Umständen bei schlecht getaggten Songs oder Alben unmöglich diese zu finden. Sofern ihr vom PC aus die Lieder wechselt, so stellt euch auf ungefähr fünf bis sieben Sekunden Wartezeit ein, die zwischen den einzelnen Wechseln vergeht.

Abschließend sei gesagt, dass ich persönlich mit der Bedienung des Systems derzeit unzufrieden bin. Die Software bietet marginale Möglichkeiten, eine Einbindung externer Dienste ist bis dato nicht vorhanden und auch die Einbindung eigener Musik ist unzufriedenstellend gelöst. Aber das sind persönliche Befindlichkeiten, wer Internet-Radio oder eine Library von einem immer laufenden Rechner – alternativ AirPlay nutzen will, der wird gut bedient.

Kommen wir zum Sound des Bose SoundTouch Portabel, wohl ein entscheidendes Kriterium bei so einem Lautsprecher. Text kann dies natürlich nicht wiedergeben, solltet ihr Interesse haben, so geht in den Laden eures Vertrauens und macht einen Soundcheck. Alternativ sucht einen Händler, bei dem ihr bei Unzufriedenheit umtauschen könnt. So ein Lautsprecher sollte bestenfalls in dem Umfeld zur Probe gehört werden, in dem auch eingesetzt wird. Bauliche Gegebenheiten sorgen unter Umständen für einen völlig anderen Klang, als im Geschäft. Bose SoundTouch Portabel eignet sich meiner Meinung nach eher in kleineren bis mittelgroßen Räumen, hier entfaltet er einen guten Klang.

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Angesichts des Volumens darf man dem Bose Soundtouch Portable definitiv ein gutes Gesamtklangbild unterstellen. Die Bässe wirken rund und warm, die Höhen kommen nicht übersteuert rüber, alles sehr harmonisch. Diesen Sound könnt ihr übrigens auch ohne Netzteil genießen, zweieinhalb Stunden reicht der Akku ungefähr, wenn ihr laut unterwegs seid, eine neue Füllung benötigt etwa drei Stunden an der Steckdose. Wer die verbleibende Akkulaufzeit überprüfen will, der drückt länger die Powertaste, das OLED-Display zeigt dann den Stand an. Übrigens: über dieses OLED-Display werden auch Titelinformationen angezeigt.

Ein erstes Fazit? Schwer zu ziehen zu diesem Zeitpunkt. Aufgrund der Schwächen im Bereich der Software kann ich dem System von Bose zumindest aus meinem Anforderungsprofil heraus kein gutes Zeugnis ausstellen. Das alles kann sich aber ändern, sofern in der ersten Jahreshälfte 2014 die Software verbessert wird. Hier fehlt bis heute die Einbindung externer Dienste wie Spotify, Deezer, Rdio und Co, ferner ist das Festnageln auf eine Library in Zeiten der Dezentralisierung der Musik gerade bei Multiroom- oder WLAN-Systemen ein Widerspruch in sich. Sobald Bose ein Software-Update nachliefert, werde ich hier den Beitrag noch einmal aktualisieren.

399 Euro kostet der Einstieg in die Bose-Welt mit dem Bose Soundtouch Portable, hier unterstreicht man seinen Premium-Anspruch, den man in Sachen Sachen Sound liefert und in Sachen Software hoffentlich bald nachliefert.


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Über den Autor:

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