Tablets: Must Have oder Hype um Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen?

6. März 2011 Kategorie: Android, Hardware, iOS, Mobile, geschrieben von:

Ich nutze die ruhige Zeit am Sonntag ein wenig, um über Tablets zu reden, beziehungsweise zu schreiben. Ich würde mich natürlich im Anschluss auch auf rege Diskussion mit euch freuen, als Blogger & Angestellter im Home Office hat man sicherlich einen anderen Tagesablauf als die Menschen, die noch zur Schule gehen, studieren oder einer anderen Arbeit nachgehen. Seht diesen Beitrag nicht als wissenschaftliche Abhandlung, sondern lediglich als Gossip (Klatsch) und meine Meinung an.

Fangen wir mal mit einer kleinen Grafik an. Über 5 Milliarden Mobilfunkverträge, 2 Milliarden tummeln sich im Internet. Nimmt man aber die zusammen, die ein Smartphone oder ein Tablet haben, dann sind es lumpige 394 Millionen. Eine verschwindend geringe Zahl – gemessen am großen Kuchen. Aber: wir alles wissen, dass es ein riesiger und mächtiger Markt ist – und jeder will irgendwie mit seinen Geräten mitspielen.

Ich würde mir nie ein iPad kaufen – so tönte ich damals. Bis ich dann noch vor dem Deutschlandstart ein Gerät bekam. Es war, als stoße man eine neue Welt auf. Eine shiny fancy Welt der Mobilität. Vorher war das Schmalspur-Mini-Display des Smartphones der mobile Begleiter Nummer 1, nun machte das iPad das Rennen.

Natürlich wusste ich schon damals, dass Apple bei vielen Leuten keine wirklich populäre Firma ist. Wobei die meisten Leute, mit denen ich sprach, leider nicht wirklich die Ahnung haben, mehr als Stammtischparolen kam nie dabei heraus. Mit den gleichen Leuten kann man auch „tiefsinnige“ Gespräche über Religion, Politik oder sonst was sprechen. Aber warum haben die mehr Tablets rausgeknallt als jeder andere? Alles Idioten, die das iPad kaufen? Hipster mit zuviel Kohle?

Hätte eine andere Firma etwas ähnliches wie das iPad herausgebracht, dann wäre es sicherlich frenetisch abgefeiert worden. So musste das iPad eben mit den Aussagen über den hohen Preis inklusive Hipster-Image leben. Und nun? Ein Jahr später? Jede Hinterhof-Butze hat mittlerweile ein Tablet auf dem Markt. Von wirklich guten Geräten bis hin zum letzten Müll, der gerade mal als Unterlage zum Brot schneiden taugt.

Was mittlerweile aber jedem klar sein dürfte, die über leistungsstarke Tablets sprechen: die Dinger bekommst du nicht für 399 Euro – zumindest kein aktuelles Gerät. Die Technik kostet halt Kohle und selbst für aktuelle Smartphones gibt man nicht zwingend weniger aus. Viele Menschen mussten schlucken: „Wow, ich dachte, Apple ist teuer – aber Android ist teilweise gleich oder noch teurer“. Und warum das preislich so ist? Nicht nur der Markenglanz von Apple – Marktwirtschaft! Apple hat ganz andere Vertriebswege als LG, Motorola oder Samsung. Bei Apple hängen weniger Zwischenhändler drin, die verdienen wollen. Direkte Vertriebswege und so.

Nun haben wir also das Motorola Xoom, das Samsung Galaxy Tab 10.1, das LG Optimus Pad und das iPad 2 – das sind die aktuellen Geräte, die ich momentan im Fokus habe. Preislich? Sind keine Welten. Aber: nicht alle werden sich ein Dual Core-Tablet kaufen, viele dachten: „geil, neue Geräte, da werden die alten endlich billiger“. Und nun? Tatsächlich sind Tablets billiger geworden. Was macht Apple? Haut auch noch einmal richtig in die Kerbe und bietet das iPad mit 16 GB und 3G für 499 Euro an. Das ist eine Ansage und viele werden zum iPad 1 greifen, anstatt zu Android-Tablets der ersten Generation.

„Ein Android-Tablet bietet mir Freiheit“. Ja, da habt ihr wohl Recht. Tausende mehr oder weniger gute Apps, freies Bespielen des Geräts mit Musik, Filmen und allem Pipapo. HDMI-out. Ein normales HDMI-Kabel für 2 Euro langt, um das Android-Tablet am TV anzuschließen. Beim iPad 2? Da brauche ich einen Adapter, dieser 30-polige Adapter geht auf HDMI, sodass das iPad 2 am TV angeschlossen werden kann. Auch via HDMI. FullHD 1080p? Fehlanzeige. Schön Filme in 720p schauen. Auch in Sachen Dateitypen hat das Android-Tablet grundsätzlich die Nase vorn. Beim iPad benötige ich Zusatz-Software a la AirPlayer.

In Sachen Handling sagt man also dem Android-Tablet absolute Freiheit nach. Zurecht. Doch nun einmal meine Sicht der Dinge: mir ist es mittlerweile egal, ob ich Filme und Musik via Windows Explorer auf ein Tablet bekomme, oder per iTunes. Selbst Windows 7 Phone braucht dieses Mullu Mullu Zune. Notfalls greife ich halt zum GoodReader. Mit diesem schiebe ich auch ganz normal Dateien auf das iPad.

Apps. Ich will ehrlich sein: ich liebe Android, ich liebe Technik – aber auch mein iPad. Die Hülle und Fülle an guten HD-Apps ist unglaublich. Na klar kosten die – aber unterliegt mal nicht dem Irrtum, dass bei Android alles kostenlos sein wird. Es gibt bislang wenig HD-Apps. Selbst wenn wir einen großen Markt haben – diese Apps werden kosten. Kritik an Apple von Entwicklern: 30% der Gewinne greift Apple ab, 70% gehen an die Entwickler. Und bei Google? Sind es meines Wissens sogar 32%, die nicht zum Entwickler gehen.

Wir haben März 2011 und ich fühle mich im Gefängnis von Apple am wohlsten. Klingt kurios, kann sich aber auch in Windeseile ändern. Ich brauche Apps um mich wohl zu fühlen. Ich brauche tolle Anwendungen zum arbeiten und geile Spiele um mich abzulenken. Hey, ich habe einen Arsch voll Geld für ein Tablet ausgegeben – ich will auch etwas haben, wofür ich es nutze. Man kauft ja auch keine Spielkonsole, für die es keine Spiele gibt. Wie erwähnt: durch die wirklich geilen Android-Tablets wird jetzt sicherlich ordentlich Schwung in die Sache kommen – und ich freue mich.

Doch nun zum Anfang des Artikels: sind Tablets ein Hype? Ja, sind sie. Solche Wörter aus meinem Mund. Es gab bisher nichts, was ich nicht auch anders hätte lösen können. Caschy, du kannst unterwegs zocken, bloggen und und und! Ja, das könnte ich auch mit einem kleinen Notebook – nur nicht so bequem und natürlich mit Einschränkungen. Im Gegenteil muss ich sogar sagen: Tablets asozialisieren viele Menschen, das entdecke ich auch bei Smartphone-Besitzern. Es wird sich eingeloggt, getwittert und und und – obwohl man real mit Menschen am Tisch sitzt. Irre – aber eben eine neue Art der Kommunikation. Aber das ist mal wieder ein anderes Theme, wenn ich mal über das Social Web schreibe…

Man arbeitet mit einem Tablet anders, aber: das alles kann man auch anders erledigen.Spricht man von Revolution oder Evolution? Ich weiss es nicht. Ich kann halt ein Feuer auch mit Streichhölzern oder einem Feuerzeug anmachen. Und: wir dürfen die kommende Generation nicht unterschätzen. Was mögen die Heranwachsenden wohl bald eher kennen? Den Notizzettel oder das Smartphone / Tablet? Wir befinden und in einer Kommunikations-Evolution.

Das iPad ist ein Spielzeug in einem goldenen Käfig. Sage ich – ist wahrscheinlich auch die Denke vieler Leser. Ich hätte es bisher nicht gebraucht. Es ist nett – aber kein Must Have. Das Gleiche würde ich, Stand März 2011 auch über Android-Tablets sagen. Mal ehrlich: hast du ein Smartphone, mit dem du Surfen kannst und so weiter? Dann hast du bereits ein Tablet – in Mini-Format und Telefonfunktion.

Tablets: es gibt ihn – den riesigen Markt. Genau so, wie es einen Markt für Jachten, Ferraris oder sonst etwas gibt. Er ist da, weil es Menschen gibt, die auf diesem Markt kaufen. Jeder von uns tickt und arbeitet anders. Der eine arbeitet nur, der andere spielt nur auf seinem Tablet. Man kann nicht pauschal sagen, ob Tablets ein Must Have sind oder Geldschneiderei der Industrie. Denn unsere Anwendungs-Szenarien sind so vielfältig wie wir Menschen.

Von daher: wenn ihr der Meinung seid, dass ihr unbedingt ein Tablet braucht – dann holt euch eins. Ob nun Apple, Motorola, LG oder Samsung drauf steht ist eigentlich egal. Wir leben doch eh in einer Zeit, in der nicht blind gekauft werden würde. Wenn du diesen Text gelesen hast, dann bist du garantiert ein Mensch, der sich vor einem Technik-Kauf gut informiert und selber entscheiden kann, was er will und erwartet.

Ich kann für mich abschließend sagen: für mein Leben hätte ich bislang kein Tablet gebraucht. Aber das Leben ist nicht nur dazu da, um tumb Dinge abzuarbeiten. Ich möchte auch ein wenig Spaß und das Gefühl aus Kindertagen „Dinge zu entdecken“ nicht missen.

Was meine mobile Zukunft bringt? Ich habe bereits mein iPad der ersten Generation verkauft. Ich werde mir definitiv ein iPad 2 kaufen. Aber: ich werde mir auch ein Android-Tablet aktueller Generation besorgen. Weil ich entdecken will – und natürlich auch darüber bloggen möchte.

Abschließend könnte ich 100 Fragen stellen. Habt ihr ein Tablet? Plant ihr den Kauf eines Tablets – falls ja, welches? Wie arbeitet ihr mit einem Tablet?


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 25473 Artikel geschrieben.