Synology Photo Station: Es muss nicht immer Cloud sein

8. Juli 2015 Kategorie: Internet, Software & Co, geschrieben von:

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Allerorten lockt die Cloud. Google Fotos, Flickr oder aber auch Amazon Photo und Microsofts OneDrive. Heute ist es wesentlich einfacher, Fotos überall zur Hand zu haben, als es noch vor einigen Jahren war. Es mag für den einen oder anderen vielleicht kurios erscheinen: ich habe hier sehr ausführliche Artikel über Google Fotos und Co geschrieben und ich lebe selbst sehr öffentlich im Netz. Ich puste gelegentlich Bilder zu Instagram, Twitter oder Facebook – allerdings meistens nur solche, die dem Moment geschuldet sind, die auf lange Sicht eh keinen Platz in meiner Library finden.

Kaum zu glauben: für meine Fotos nutze ich keinen Dienst online, viele Versuche machte ich, letzten Endes überzeugte mich persönlich nichts (Ausnahme: Google Fotos derzeit im Hardcore-Test für das Blog und iCloud-Sharing für die Familie). Bislang setze ich auf die Synology Photo Station, ein Dienst, der auf dem Synology NAS vorhanden ist, allerdings von vielen mir bekannten Nutzern nicht genutzt wird.

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Deshalb mal wieder eine kleine Ode an die Photo Station, die sich jeder Synology NAS-Benutzer aus mehreren Gründen anschauen sollte: die Einrichtung ist kinderleicht, ihr habt durch die erstellten Thumbnails eine schnellere Vorschau auf das Bild, als beim Öffnen über einen Explorer mit anschließender On-the-fly-Thumbnail-Generierung, zudem lassen sich so schnell und einfach Bilder verwalten – über einen Dateimanager, unter iOS und Android – und selbst im Browser.

Die Synchronisation vom Smartphone auf das NAS ist ebenso möglich, wie auch das flotte Offline-Herunterladen von Alben auf das Smartphone oder Tablet. Und ja – wer sein NAS dahingehend einrichtet, dass es auch „von draußen“ erreichbar ist, der kann seine lokal vorgehaltenen Bilder auch betrachten, wenn man sich auf der anderen Ecke des Erdballs befindet. (Persönliche Anmerkung: mein NAS ist von außen nicht erreichbar, letzten Endes könnte ich meine Fotos auch bei Google Fotos und Co lagern, in Sachen Sicherheit sehe ich persönlich nicht unbedingt Vorteile durch das Zugänglichmachen meines NAS über das Web).

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Die Synology Photo Station ist vom Administrator des NAS zu aktivieren, sollten mehrere Nutzer auf das NAS zugreifen können, so hat jeder Nutzer die Möglichkeit, eine eigene Instanz der Photo Station zu nutzen. Aktiviert wird sie über den Paketmanager, sofern sie bei euch ab Werk nicht aktiv ist. Die Konfiguration erfolgt danach im Browser, hier kann der Administrator festlegen, ob die Photo Station global genutzt werden soll, oder ob es Einzelnutzer gibt. Die Einstellungen sind vielfältig, aber dennoch übersichtlich. Wenn man Fotos in Social Networks teilen will, kann man dies auch aus der Photo Station realisieren, den ganzen Kram habe ich persönlich aber deaktiviert. Zu den weiteren Möglichkeiten gehören die Möglichkeiten, ein eigenes Blog zu realisieren, welches aus Fotos besteht – dieses kann – ihr habt es sicherlich erraten – auch öffentlich zugänglich gemacht werden.

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Wie haben mit zwei Personen einen Zugang auf die Photo Station, sodass nicht viel einzustellen ist. Ich habe Sharing und Co einfach rausgeworfen, sodass wir einfach nur unsere Fotos in Ordner auf dem NAS wuppen müssen. Ganz klassisch mit „Jahresname > Eventname“. Hat man seine Fotos in den dazugehörigen Ordner geschmissen, so beginnt die Photo Station gleich mit der Indexierung und erzeugt Thumbnails. Dies sorgt für flotte Vorschaubilder im Browser und in den Apps.

Mehrere Unterordner, mit denen Google Fotos derzeit noch nicht umgehen kann? Kein Thema für die Photo Station, auch diese können problemlos in der Explorer-artigen Oberfläche durchforstet werden. Wer mag, der kann sogar einzelne Bilder aufrufen und rudimentäre Bildbearbeitungsmöglichkeiten anwenden – inklusive der Bearbeitung durch Webdienste wie Aviary oder Pixlr Express. Hier erhält man schnell eine Übersicht über alle Fotos – sicherlich funktioniert ein Löschen vieler Fotos über den Standard-Explorer etwas schneller, doch die große Übersicht macht es mir leichter, den Überblick zu behalten und meine Foto-Sammlung in Schuss zu halten.

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Und die Apps? Die gibt es – wie eingangs erwähnt – für iOS und Android. Sie bieten nicht nur die Option an, die Bilder zu betrachten, sondern auch auf dem Smartphone geschossene zu sichern – beziehungsweise die auf dem NAS vorliegenden Alben auf dem Smartphone offline verfügbar zu machen. Auch die mobile App hat durch die generierten Thumbnails eine flotte Vorschau, sodass man auch mal flott mobil Fotos sortieren kann. Die iOS-App von ds photo hat zudem jüngst ein Update erhalten, welches für 64 Bit-Kompatibilität sorgt und nun auch Bilder im Hintergrund hochlädt (beschränkt durch die automatischen Intervalle von iOS).

Nein, dieser Beitrag soll natürlich nicht dafür gedacht sein, um Nutzer von der Cloud abzuraten, denn auf Wunsch agiert auch jedes NAS als öffentliche Cloud – vielmehr sollten vielleicht auch einmal die Lösungen in Betracht ziehen, die sie vielleicht in den eigenen vier Wänden einsetzen. Und obwohl ich hier als Beispiel Synology nenne – es muss nicht dieser Hersteller sein, denn auch QNAP bietet eine ähnliche Lösung an. Und ja – ich persönlich finde diese lokale Verwaltung mit der Offline-Möglichkeit auf meine mobilen Geräte äußerst praktisch, zudem ja auch ein Sharing auf AirPlay-Geräte oder UPnP-Renderer möglich ist. Dennoch gilt natürlich immer: Fotos auf einem Mediaserver im Haushalt bedeutet nicht zwingend Sicherheit – das NAS kann abfackeln, gestohlen werden oder sonst etwas. Aber hierfür könnte man ja verschlüsselte Backups in die Cloud pusten – funktioniert ja auch von einem NAS aus…


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