simfy: wer die Kapelle bezahlt, bestimmt, welche Musik gespielt wird (noch mehr Einschränkungen)

19. November 2011 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Tja, da geht wieder einer der guten Dienste im Bereich der Freemium-Angebote flöten – finde ich zumindest. Zum Anfang konnte man sich bei Simfy noch den kostenlosen Web-Stream um die Nase, beziehungsweise die Ohren wehen lassen, der Premium-Nutzer durfte die Apps nutzen und dann seine Musik auf Android und iOS hören – auch offline, dafür zollte ich dem Dienst meinen Respekt. Dann er erste Beschnitt: kostenloses Hören nur noch 20 Stunden, dann die Unterscheidung zwischen Desktop-Player und Mobil-Gerät. Natürlich alles mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Halten wir fest: im August lobte ich noch, im September gab es Einschnitte mit denen man noch hätte leben können, doch jetzt im Dezember ist der Dienst für Free-Nutzer fast nutzlos geworden: die bisherigen 20 Stunden wurden auf 5 Stunden kostenlose Musik eingedampft, so genannte Premium-Songs sind gar nur 30 Sekunden anhörbar. Hier einmal die Info, die von Simfy an die Benutzer rausging (danke an Björn und Florian übrigens!):

Ich bin Anna von simfy und schreibe dir heute, um dich über Änderungen an simfy Free zu informieren. Ab sofort hörst du 5 Stunden Musik pro Monat und besondere Premium-Titel stehen dir als 30-Sekunden-Ausschnitt zur Verfügung. Du möchtest unbegrenzt Musik hören? Dann schau dir dein exklusives Angebot an, mit dem du fast 20 Euro gegenüber dem Normalpreis unserer Premiumpakete sparst.

Zur Erklärung
Die Benutzung von simfy Free ist für dich kostenlos. Da wir mit Plattenfirmen und Verwertungsgesellschaften zusammenarbeiten, greifst du auf mehr als 13 Millionen Songs zu –  und das absolut legal. Alle dabei anfallenden Kosten, von der Entlohnung der Künstler bis hin zur Bereitstellung der Musik als Stream, werden dabei teilweise durch Werbeunterbrechungen gedeckt. 

simfy Premium
Wenn du deine Musik lieber werbefrei hörst und alle Songs unseres riesigen Musikkataloges unbegrenzt ohne Zeitlimit zu schätzen weißt, dann empfehlen wir dir unsere Premiumpakete. Für weniger als 17 Cent pro Tag bringst du nicht nur Musik in dein Leben, sondern auch das warme Gefühl in dein Herz, deine Lieblingskünstler zu unterstützen.

Nein, natürlich mache ich hier kein Fass auf. Wer immer und vor allem viel Musik hört, der kann den Spaß gefälligst latzten. Und wer zu geizig ist, der greift eben zu Grooveshark. Mich überrascht dieser Schritt trotzdem, für neue Benutzer ist simfy so aus meiner Sicht absolut nicht mehr zu empfehlen. Für 5 Stunden Lau-Mucke legt sich wohl kaum einer noch in der heutigen Zeit einen Account an. Ansonsten bekommt man für 10 Euro im Monat alle Songs, die Möglichkeit, offline zu hören und die Mobile Apps.

Der Schritt ist übrigens sehr interessant, bedenkt man doch, dass es sogar Gerüchte gab, dass die herkömmliche CD in absehbarer Zeit eingestampft wird und die Content-Mafia ihre Sachen nur digital via Internet vertreiben wird. Auch ist bekannt geworden, dass Spotify mittlerweile auf dem europäischen Markt angekommen ist – und obwohl diese ja immer nur gelobt werden: man darf nicht vergessen, dass sich die großen Label gerade angeblich von denen (und auch anderen) abwenden. Wie die britische STHoldings Ltd. bekannt gegeben hat, würden sich mehr als 200 Musik-Labels aus den Streaming-Diensten Spotify, Simfy, Rdio und Napster zurückziehen. Ganz klar: Angst davor, dass die anderen Vertriebswege einbrechen.

Ich drücke simfy die Daumen, vor allem auch, weil ich den Pressesprecher Markus kennenlernen konnte – ein absolut feiner Kerl, mit dem man sich gerne unterhält und auch, weil simfy eben aus Deutschland ist. Also: wer viel Musik hört – immer & überall – der zahlt eben. Wer nur streamt, der findet bessere Alternativen zu simfy. Leider.


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Über den Autor:

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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