Reingehört: Plantronics BackBeat 500 On Ear

5. August 2017 Kategorie: Hardware, geschrieben von: Benjamin Mamerow

Über die letzten Monate habe ich bereits die ein oder anderen Kopfhörer für euch testen dürfen. Da waren die Bose QC35, die Marshall Mid oder auch die Jaybird Freedom als In Ear-Variante. Nun habe ich vor einigen Tagen Post aus dem Hause Plantronics bekommen und durfte mir die neuen BackBeat 500 einmal genauer zu Gemüte führen. Der Hersteller wirbt hier mit einer Laufzeit von bis zu 18 Stunden und einer einfachen und schnellen Bedienung dank außen am Treiber angebrachter Tasten.

Design und Bedienung

Auspacken durfte ich das weiße Modell, insgesamt gibt es allerdings drei Farbvarianten: weiß, grau und dunkelgrau. Die Farbzusammenstellungen finde ich soweit allesamt gelungen, wirken sie (zumindest für meinen Geschmack) nicht zu kitschig und bunt.

Erstes Beurteilungskriterium ist für mich immer die Verarbeitung. Hier macht sich beim BackBeat 500 auf den ersten Blick schnell der Eindruck breit, dass viel zu viel blasses Plastik verbaut wurde und das Gerät dadurch billig wirken könnte.

Tatsächlich finde ich, dass gerade beim eh schon tristen weißen Modell ein wenig mehr optische Spielereien/Farbakzente hätten sein dürfen. Dennoch wirkt das Headset auf den zweiten Blick keineswegs billig oder klapprig. Alles sitzt fest, nichts wackelt und nirgends konnte ich ungewollte Spaltmaße erkennen.

Die Gehäuse der 40 mm-Treiber beheimaten sämtliche Steuerungselemente und die notwendigen Anschlüsse für das Mikro USB-Ladekabel und den 3,5 mm Klinkenstecker des mitgelieferten Kabels.

Klar, es handelt sich hier um Bluetooth-Kopfhörer, dennoch kann man das Klinkenkabel immer dann verwenden, wenn der Akku mal zuneige geht.

Auf der einen Seite des Headsets befinden sich der Power-/Verbinden-Schalter und der Button für das Annehmen von Telefonaten, auf der anderen Seite sind die beiden Anschlüsse, die Lautstärkeregelung und die Musiksteuerung untergebracht.

Schiebt man den Powerbutton nach oben, so vermeldet eine freundliche Frauenstimme sogleich den Ladezustand des Kopfhörers, außerdem aktiviert sich direkt die BT-Verbindung, um sich mit umliegenden Geräten (Smartphones, Notebook, etc.) zu verbinden.

Hält man den Button für die Anruf-Annahme zwei Sekunden lang gedrückt, so lassen sich außerdem smarte Assistenten verbundener Smartphones (Siri oder auch der Google Assistant/Google Now) aktivieren und nutzen. Folgendes How-To-Video des Herstellers erklärt die Funktionen des Headsets noch einmal genauer:

Die restlichen Steuerelemente am Headset erklären sich im Grunde von selbst. Meinem Empfinden nach sind die fühlbaren Buttons zur Musiksteuerung an der Außenseite des einen Treibers nicht ausreichend genug zu ertasten. Immer wieder erwischte ich mich dabei, wie ich rätselte, ob es sich jetzt gerade um den Button für den nächsten Track oder den für den vorherigen handelt. Da wäre eine Wippe nach oben und unten wie die der Lautstärkeregelung sicher günstiger gewesen, addiert mit einem mittig angebrachten Knopf für Play/Pause. Vermutlich empfinde aber auch nur ich das am Ende als störend 😉

Tragekomfort

Die Ohrmuscheln sind ummantelt von einem weichen Kunstleder, Memory Foam im Inneren sorgt für einen angenehmen Halt auf den Ohren. Hier macht sich auch der stufenweise einstellbare Kopfbügel bemerkbar, da dieser eine ausgesprochen stabile Stütze bietet.

Die Innenseiten der Treiber sind (bei der mir vorliegenden weißen Version) mit einem orangefarbenen Stoff überzogen, der zusätzlich die Markierung L und R für „links“ und „rechts“ aufgedruckt bekommen hat – gute Sache, denn so muss ich nicht lang überlegen, wie herum der Kopfhörer nun richtig zu tragen ist.

Apropos Tragen. Wie bereits erwähnt sitzt der BackBeat 500 sehr angenehm weich und doch stabil auf den Ohren. Auch nach mehreren Stunden Tragen wurde mir das Gerät immer noch nicht zu schwer auf dem Kopf oder fühlte sich in irgendeiner Form störend an. Nun mag es an meinem Eierkopp liegen oder aber ich bin zu wählerisch: Für meinen Geschmack steht das Headset allerdings ein wenig zu weit ab vom Kopf und wirkt dadurch unfreiwillig komisch. Aber seht selbst, was ich meine:

Ich vermute mal, dass der etwas zu dicke Kopfbügel (dessen mittig platzierte Schaumfläche ebenfalls sehr angenehm anliegt) an dieser Stelle Schuld ist. Ein schmalerer Bügel hätte mir persönlich besser gefallen.

Akkulaufzeit

Doch was kann ich nun zur vom Hersteller angegebenen Akkulaufzeit von „bis zu 18 Stunden“ sagen? Absolute Zustimmung von meiner Seite! Selbst bei durchgehend höheren Lautstärke-Leveln konnte ich immer noch starke 16 Stunden Laufzeit damit erreichen. Vollständig aufgeladen ist das Gerät in rund 1,5 Stunden. Dank eines integrierten DeepSleep-Modus schaltet sich das Gerät bei Nichtbedienung nach einer gewissen Zeit in einen Ruhemodus, der so noch mehr Laufzeit herausholen soll.

Klang

Der wohl wichtigste Part an einem Kopfhörer-Test ist dann aber ganz klar der Klang. Wieder einmal habe ich Spotify in Premium-Qualität für mich die Musikwiedergabe regeln lassen und bin dabei immer wieder zwischen Caschys öffentlichen Playlists, reichlich basshaltiger „Bratze“ und meinen bevorzugten Alben von Volbeat, Broilers und auch Disturbed hin und her gewechselt, um einfach mal die komplette Palette Musik abgedeckt zu haben.

Dabei hat der BackBeat 500 durchweg verdammt gute Arbeit verrichtet. Die Höhen waren nie zu schrill, die Mitten immer klar und die Bässe haben Kraft – ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, dass mir das Gerät beim Hören so viel Spaß bereitet. Auch wenn ich mich keineswegs zu den audiophilen Menschen zählen möchte, so kann ich meiner Meinung nach inzwischen schon ganz gut zwischen schlechten und guten Klangqualitäten unterscheiden. Der Plantronics BackBeat 500 macht hier an keiner Ecke etwas verkehrt.

 

Mein Fazit

Für aktuell knapp 100 € bekommt man hier ein wirklich modernes Design, gepaart mit einem klasse Klang und einem wirklich hohen Tragekomfort. Ich störe mich persönlich ein wenig am etwas breit wirkenden Kopfbügel und den schlecht fühlbaren Buttons zur Musiksteuerung an der Außenseite des linken Treibers. Die Akkulaufzeit ist ein absolutes Plus in der Bewertung, zur Not kann man dann auch immer noch auf das mitgelieferte Klinkenkabel wechseln.


Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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