Qualcomm vs Apple: Nun wird auch gegen die Zulieferer geklagt

18. Mai 2017 Kategorie: Apple, Hardware, Mobile, geschrieben von: André Westphal

Zwischen Apple und Qualcomm brennt die Luft aktuell gewaltig: Letztere hatten bereits angekündigt in den USA Versuche anzustrengen, damit ein Importverbot für die Apple iPhone in Kraft treten kann. Dabei beschuldigen sich Apple und Qualcomm gegenseitig: Apple behauptet Qualcomm nutze seine Vormachtstellung im mobilen Markt aus und verlange viel zu hohe Lizenzgebühren. Qualcomm wiederum wirft Apple vor sich in die eigenen Geschäfte einzumischen. Jetzt eskaliert der Streit noch um eine Stufe.

So hatte Apple vor einiger Zeit alle Zahlungen von Lizenzgebühren an Qualcomm eingestellt. Als Begründung nannte der Hersteller aus Cupertino, dass man erst einmal abwarten wolle, wie viel Geld man Qualcomm überhaupt wirklich schulde. Und genau das sollen nach Apples Auffassung die US-Gerichte entscheiden und nicht Qualcomm selbst. Das spiegelte sich direkt in Qualcomms Einnahmeerwartungen wider und sorgte für einigen Ärger.

Im Grunde müssten aber eigentlich Apples Zulieferer an Qualcomm zahlen – jene erhalten aber wiederum die notwendigen Gelder von Apple. Da jene aktuell aber eben keine Kohle rausrücken, zahlen zwangsweise auch die Zulieferer nicht. Offenbar denkt man sich bei Qualcomm, wenn man Apple erstmal noch nicht drankriegt, versucht man es auch bei den Zulieferern. Denn nun verklagt Qualcomm neben Apple auch noch Foxconn und drei weitere Zulieferer aus Taiwan, welche Komponenten für die iPad und iPhone liefern.

Qualcomm fordert nun von den Zulieferern nicht nur eine Zahlung der ausstehenden Lizenzgebühren, sondern auch Schadensersatz. Allerdings gaben die betroffenen Unternehmen Foxconn und Wistron an bisher noch keine Unterlagen bezüglich der potentiellen Klage erhalten zu haben. Pegatron und Compal wiederum enthielten sich eines Kommentares.

Wer hier nun im Recht ist, ist als Außenstehender nahezu unmöglich zu sagen: Apple gibt zu Protokoll, dass Qualcomm sich einem fairen Abkommen verweigert habe und überzogene Forderungen stelle, da man sich seiner Vormachtstellung bewusst sei. Qualcomm hält eben dagegen, dass Apple hier lediglich für sich Preise auf ein viel zu niedriges Niveau drücken wolle Am Ende wird es wohl darauf hinauslaufen, dass die Gerichte festlegen müssen, wer nun zumindest aus juristischer Sicht korrekt handelt.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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