Qualcomm Quick Charge 2.0 / 3.0 bricht wohl den USB-Typ-C-Standard

23. April 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: André Westphal

qualcomm snapdragon chipAktuell gibt es eine recht lebhafte Diskussion rund um Qualcomms Aufladetechnik Quick Charge 2.0 bzw. 3.0 und die Spezifikationen für den Standard USB Typ-C. Der Google-Mitarbeiter Benson Leung, beim Suchmaschinengiganten als Entwickler tätig und unter anderem am Pixel beteiligt, ist der Ansicht, dass Qualcomms Quick Charge (QC)mit dem USB-Standard für Typ-C breche. Das liege laut Leung daran, dass QC mit variablen Spannungen beim Vbus arbeite. Die proprietäre Technik übernimmt die USB-Datenlinien auch bei Typ-A oder Typ-B, um die Ladegeschwindigkeit zu erhöhen. Deswegen kann die Technik nicht aktiviert sein, während z. B. der Datenaustausch zwischen Smartphone und einem PC oder anderen Gerät stattfindet.

Obige Technik nutzt Qualcomm jedenfalls bei den genannten älteren USB-Verbindungen und bewegt sich damit auch im grünen Bereich. Allerdings gibt es nun bei USB Typ-C neue Möglichkeiten und auch Einschränkungen. „USB Power Delivery“der neuen Generation etwa erlaubt Spannungen von bis zu 20 Volt und bis zu 5 Ampere, ohne dass propriertäre Techniken wie Quick Charge nötig wären. Dafür setzt aber ein Teil des Standards nun fest, dass eigene Techniken der Herstellern nicht mehr am Vbus herumspielen dürfen. Genau das macht aber eben Quick Charge weiterhin und bricht dadurch mit dem offiziellen Standard USB Typ-C.

quickcharge 3.0

Warum sollen die Hersteller aber den Vbus nicht mehr verändern? Jenes soll vermieden werden, weil das im USB-Typ-C-Standard enthaltene Power Delivery hohe Spannungen und schnelles Aufladen ohnehin ermöglicht, ohne dass proprietäre Techniken notwendig wären. Der Google-Mitarbeiter Benson Leung schlussfolgert, dass jeder Anschluss und jedes Aufladegerät, das angebe Quick Charge 2.0 / 3.0 via USB Type-C zu unterstützen, mit dem offiziellen Standard breche.

Aktuell hat sich bei Google+ allerdings bereits eine lange Diskussion um Leungs Beiträge entwickelt, die sehr tief in die technischen Hintergründe eintaucht und unterschiedliche Perspektiven aufzeigt. Der Google-Entwickler selbst räumt ein, dass es schwer vorauszusagen sei, ob nun in der Praxis durch den Bruch mit dem Standard Probleme entstünden. Zudem hält Leung für möglich, dass Qualcomm bald QC 4.0 nachreiche und hier direkt mit Power Delivery arbeite.

Betroffen wären von dem Bruch mit USB Typ-C übrigens beispielsweise das LG G5 und das HTC 10. Beide Smartphones nutzen die neue USB-Schnittstelle und binden gleichzeitig Quick Charge 3.0 ein.


 

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Über den Autor: André Westphal

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