Qualcomm Quick Charge 2.0 / 3.0 bricht wohl den USB-Typ-C-Standard

qualcomm snapdragon chipAktuell gibt es eine recht lebhafte Diskussion rund um Qualcomms Aufladetechnik Quick Charge 2.0 bzw. 3.0 und die Spezifikationen für den Standard USB Typ-C. Der Google-Mitarbeiter Benson Leung, beim Suchmaschinengiganten als Entwickler tätig und unter anderem am Pixel beteiligt, ist der Ansicht, dass Qualcomms Quick Charge (QC)mit dem USB-Standard für Typ-C breche. Das liege laut Leung daran, dass QC mit variablen Spannungen beim Vbus arbeite. Die proprietäre Technik übernimmt die USB-Datenlinien auch bei Typ-A oder Typ-B, um die Ladegeschwindigkeit zu erhöhen. Deswegen kann die Technik nicht aktiviert sein, während z. B. der Datenaustausch zwischen Smartphone und einem PC oder anderen Gerät stattfindet.

Obige Technik nutzt Qualcomm jedenfalls bei den genannten älteren USB-Verbindungen und bewegt sich damit auch im grünen Bereich. Allerdings gibt es nun bei USB Typ-C neue Möglichkeiten und auch Einschränkungen. „USB Power Delivery“der neuen Generation etwa erlaubt Spannungen von bis zu 20 Volt und bis zu 5 Ampere, ohne dass propriertäre Techniken wie Quick Charge nötig wären. Dafür setzt aber ein Teil des Standards nun fest, dass eigene Techniken der Herstellern nicht mehr am Vbus herumspielen dürfen. Genau das macht aber eben Quick Charge weiterhin und bricht dadurch mit dem offiziellen Standard USB Typ-C.

quickcharge 3.0

Warum sollen die Hersteller aber den Vbus nicht mehr verändern? Jenes soll vermieden werden, weil das im USB-Typ-C-Standard enthaltene Power Delivery hohe Spannungen und schnelles Aufladen ohnehin ermöglicht, ohne dass proprietäre Techniken notwendig wären. Der Google-Mitarbeiter Benson Leung schlussfolgert, dass jeder Anschluss und jedes Aufladegerät, das angebe Quick Charge 2.0 / 3.0 via USB Type-C zu unterstützen, mit dem offiziellen Standard breche.

Aktuell hat sich bei Google+ allerdings bereits eine lange Diskussion um Leungs Beiträge entwickelt, die sehr tief in die technischen Hintergründe eintaucht und unterschiedliche Perspektiven aufzeigt. Der Google-Entwickler selbst räumt ein, dass es schwer vorauszusagen sei, ob nun in der Praxis durch den Bruch mit dem Standard Probleme entstünden. Zudem hält Leung für möglich, dass Qualcomm bald QC 4.0 nachreiche und hier direkt mit Power Delivery arbeite.

Betroffen wären von dem Bruch mit USB Typ-C übrigens beispielsweise das LG G5 und das HTC 10. Beide Smartphones nutzen die neue USB-Schnittstelle und binden gleichzeitig Quick Charge 3.0 ein.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Bei dem derzeitigen Chaos bin ich ganz froh wenn manche Geräte vorerst bei Micro USB bleiben.

  2. Genau wegen sowas fange ich an Qualcomm zu hassen. Meinen überall ihre Nase reinstecken zu müssen

  3. Ging es nur mir so, oder muss ich die ganze Zeit beim Brechen an etwas anderes denken, als dass irgendwer gegen den Standard verstößt? Bitte nächstes Mal vorher Linguee.de oder so benutzen, ich finde den Text unlesbar und war über den G+ Link dankbar.

  4. @sibbl mir kam die Assoziation nicht in den Kopf, beim lesen des technischen Beitrags. Mit etwas brechen ist eine ganz normale Redewendung, dass sich jmd. nicht an etwas gehalten hat, wo ist das Problem? Ist schließlich nicht das einzige Wort in der deutschen Sprache, welches doppeldeutig ist.
    Der Text ist eine eindeutige Zusammenfassung mit eigenen Worten vom Google+ Beitrag, was soll daher der Tipp von Linguee? Der Inhalt ist vom Auto nicht verfälscht worden durch seine Interpretation des Ursprungstextes.

    @Leif Sikorski, es gibt kein derzeitiges Chaos, es ist alles klar Spezifiziert und warum Daki so abgeht kann ich auch nicht nachvollziehen.

    Ich sehe das Problem für den User noch nicht, außer das QC3 nicht an einem USB 3 Port funktionieren wird und das Telefon dann ohne Qualcomms Technik langsamer aufgeladen wird.

    Im Google+ Beitrag wird gesagt das auch QC2 von der Spezifikation abweicht, damit ist auch das Galaxy S7 mit dem 820 auch betroffen. Zugegebener Maßen, werden sich nicht viele das S7 aus den USA importieren, um die Möglichkeit zu haben sich später noch eine alternative Software installieren zu können.

  5. Lenas Lippe says:

    Wie macht es dann das neue ZUK Z2 PRO,
    das soll laut Datenblatt USB 3.1 Typ C haben
    und passend dazu Quick-Charge-3.0…

    Oder habe ich da was Falsch verstanden?

  6. @sibbl @André Den Standard „bricht“ man in der Tat nicht, man verletzt ihn. „Mit dem Standard brechen“ hingegen kann man wohl, auch wenn das vielleicht etwas poetisch ist. Aber generell ja: gerade in der Überschrift sind solche Anglizismen nicht schön. Ich bin ja schon froh, dass hier nicht mehr alle 2 Tage irgendwelche Software „ausgerollt“ wird. 🙂

  7. Ist doch lecken, oder nicht? Ich benutze mein QC3 Ladegerät genu für ein Smartphone, das QC2 hat. Lädt super schnell. Alles andere lädt daran halt ganz normal. Keine Ahnung was ich sonst machen würde mit einem Ladegerät, aber egal ob USB C oder nicht – funktionert doch.
    Die von Google sollen eh die Klappe halten. Erst Qi pushen und dann LMAA-Einstellung und Qi beerdigen weil 0 Bock.

  8. Ich frage mich wozu man Quickcharge (außer dass es toll klingt) bei reinem USB-C überhaupt noch brauch? Der Standard gibt viel mehr Watt bzw. Ampere her als beim „alten“ USB wo Quickcharge auch Sinn gemacht hat. Gutes Beispiel: Das Ladegerät vom Nexus 5X biete 5V und 3A und dabei gibt es da kein Quickcharge von Qualcomm was aber 0 Nachteile bringt.

  9. Ich sehe da auch kein echtes Problem, das wirklich praxisrelevant wäre. Oder hab ich was verpasst? Der Artikel ist da etwas schwammig.

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