Qualcomm: Nach FTC klagt nun auch Apple, wirft Erpressung vor

21. Januar 2017 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Qualcomm ist steht aktuell unter Beschuss von allen Seiten. In Südkorea musste Qualcomm bereits letzten Monat 890 Millionen Dollar Strafe wegen „monopolistischer Taktiken“ bezahlen, dann reichte die FTC eine Klage ein, in die nun Apple ebenfalls einstimmt und Qualcomm erpresserische Taktiken vorwirft. Weiterhin geht es um die Modems in Smartphones, Qualcomm nutzt hier ein Monopol aus, das ihnen hohe Lizenzzahlungen einbringt. Durch geschickte Verträge sind die Firmen praktisch gezwungen, nach Qualcomms Pfeife zu tanzen, sonst wird es eben noch teurer oder es gibt keine Chips mehr.

Im Fall von Apple bedeutet dies beispielsweise, dass Apple keine anderen Modems verwenden konnte (2011 – 2016). Qualcomm gewährte Apple Rabatte, allerdings nur dann, wenn eben kein anderer Hersteller im Spiel war. Hätte Apple auf Modems anderer Hersteller (Ihr erinnert Euch an das „nächstes Jahr gibt es aber Intel-Modems in iPhones“ der letzten Jahre?) gesetzt, wären die Rabatte futsch gewesen und die Zahlungen sehr viel höher ausgefallen.

So hat es Apple nämlich im iPhone 7 gemacht. Teilweise sind die Geräte mit Intel-Modems ausgestattet, dadurch entgehen Apple die Rabatte. Außerdem stört sich Apple daran, dass Qualcomm auch dann mehr kassiert, wenn Apple etwas ändert. Apple nennt als Beispiel das Speicherupgrade von 128 GB auf 256 GB, welches Qualcomm mehr Lizenzgebühren einbringt, obwohl Qualcomm nichts damit zu tun hat (soll sie mal die Kunden fragen, was sie für ein Speicherupgrade bezahlen…).

Wie das mit Qualcomm ausgehen wird, wird spannend zu beobachten sein. Der lachende Dritte könnte in diesem Fall auch Intel werden. Kann Qualcomm die Modems nicht mehr zu den bisherigen Konditionen loswerden, steht Smartphone-Herstellern nichts im Weg, um Modems der Konkurrenz zu nutzen. Hart ist für Qualcomm natürlich, dass die Klagen nun aus allen Ecken, selbst von den eigenen Kunden, kommen. Qualcomm bezeichnet Apples Anschuldigungen in einem Statement gegenüber Forbes übrigens als haltlos.


Über den Autor: Sascha Ostermaier

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