Offener Brief: Apple entschuldigt sich und erklärt Performance-Bremse

29. Dezember 2017 Kategorie: Apple, Mobile, geschrieben von:

Die Geschichte mit den Batterien des iPhones hat sicherlich jeder mitbekommen (1, 2). Um Akkulaufzeit hoch zu halten und bei bestimmten Geräten den Shutdown zu vermeiden, wurde in bestimmten Szenarien die Performanceschraube nach unten justiert. Nicht die schlechteste Lösung, ohne transparente Kommunikation allerdings zu Recht sehr streitbar. Nun hat sich Apple in einem offenen Brief erklärt und Lösungen angeboten.

Man stellt klar, dass man nichts unternommen habe, um die Lebensdauer eines Apple-Produkts absichtlich zu verkürzen oder die Benutzererfahrung zu verschlechtern, um Kunden-Upgrades voranzutreiben. Alle wiederaufladbaren Batterien seien Verbrauchsmaterialien, die mit zunehmender chemischer Alterung an Wirksamkeit verlieren und ihre Fähigkeit, eine Ladung zu halten, abnimmt.

Die Zeit und die Anzahl der Ladezyklen einer Batterie sind nicht die einzigen Faktoren in diesem chemischen Alterungsprozess. Eine chemisch gealterte Batterie ist auch weniger in der Lage, Spitzenlasten zu liefern, besonders in einem niedrigen Ladezustand, was dazu führen kann, dass sich ein Gerät in manchen Situationen unerwartet abschaltet.

Damit Kunden mehr über den Akku des iPhone und die Faktoren, die seine Leistung beeinflussen, erfahren können, hat Apple einen neuen Support-Artikel veröffentlicht: iPhone Batterie und Leistung.

Vor etwa einem Jahr hat Apple iOS 10.2.1 ein Software-Update veröffentlicht, welches das Energiemanagement bei Spitzenlasten verbessern soll, um unerwartete Abschaltungen beim iPhone 6, iPhone 6 Plus, iPhone 6s, iPhone 6s Plus und iPhone SE zu vermeiden. Mit dem Update verwaltet iOS dynamisch die maximale Leistung einiger Systemkomponenten, sofern nötig, um ein Herunterfahren zu verhindern. Hier kann es aber sein, dass es in manchen Fällen zu längeren Startzeiten für Apps und anderen Leistungseinbußen kommt.

Dennoch, so Apple, sei die Kundenresonanz auf iOS 10.2.1  positiv, da es gelungen sei, das Auftreten unerwarteter Stillstände zu reduzieren. Man habe vor kurzem die gleiche Unterstützung für das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus in iOS 11.2 integriert.

Laut Apple glaubte man nach erstem Nutzer-Feedback, dass die Berichte auf zwei Faktoren zurückzuführen sind: eine normale, vorübergehende Leistungseinbuße beim Upgrade des Betriebssystems, wenn das iPhone neue Software installiert und Anwendungen aktualisiert – und kleinere Fehler in der ersten Version, die inzwischen behoben sein sollten. Mittlerweile meint man aber, dass auch die anhaltende chemische Alterung der Batterien in älteren iPhone 6 und iPhone 6s, die noch mit Original-Akkus betrieben werden, der Punkt sind. Hier gab es ja damals ein Austauschprogramm.

Nun gibt es zwei Neuerungen: Zum einen werden die Kosten für einen Akku-Tausch nach der Garantiezeit von 79 Dollar auf 29 Dollar gesenkt – für jeden, der ein iPhone 6 oder höher besitzt, dessen Batterie ersetzt werden muss, beginnend Ende Januar und weltweit verfügbar bis Dezember 2018. Der deutsche Preis liegt hier bei 89 Euro ausserhalb der Garantie, bei Apple Care ist es mit drin. Mal schauen, was der Spaß in Deutschland kostet.

Details wolle man in Kürze bekannt geben. Des Weiteren wolle man bald ein iOS-Software-Update mit neuen Funktionen herausgeben, welches den Benutzern mehr Einblick in die Gesundheit der Batterie des iPhones gibt.


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