Kinderpornographische Darknet-Plattform Elysium wurde ausgehoben

6. Juli 2017 Kategorie: Internet, geschrieben von: André Westphal

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat bekannt gegeben, dass die Darknet-Plattform Elysium ausgehoben und abgeschaltet wurde. Dort wurden kinderpornographische Inhalte verteilt. Fünf Wochen dauerte die heiße Phase, in der man wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der bandenmäßigen Verbreitung von kinderpornographischen Schriften gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen und die Mitglieder vorging.

Nach mehreren Festnahmen wurde Elysium abgeschaltet. Seit Ende 2016 gab es jene Plattform – zugänglich über das Darknet. Das Darknet ist nicht grundsätzlich „böse“, sondern dient etwa auch der Verschlüsselung und Anonymisierung – z. B. hilft das Regimekritikern. Es beinhaltet aber leider auch die dunkelsten Ecken des Internets, die man als normaler Nutzer meiden sollte, wenn man bei geistiger Gesundheit bleiben möchte. Von Auftragsmorden über Drogenhandel bis hin zu Kinderpornographie ist das Darknet eben unter anderem eine Anlaufstelle für kriminelle Aktivitäten. Elysium war als Plattform nicht nur wegen der Kinderpornographie an sich brisant, denn auch die Mitgliederzahl gab zu denken: 87.000 Mitglieder sammelten sich dort.

Die Mitglieder tauschten nicht nur Material aus, sondern verabredeten sich über die Plattform sogar zum sexuellen Missbrauch. Bei dem getauschten Videomaterial handelte es sich teilweise laut dem BKA um „Aufnahmen schwersten sexuellen Missbrauchs von Kindern, darunter auch von Kleinstkindern und Darstellungen sexueller Gewalthandlungen an Kindern„. Der mutmaßliche Betreiber von Elysium ist ein 39-Jähriger aus dem Landkreis Limburg-Weilburg. Festgenommen wurde er bereits am 12.06.2017 und befindet sich nun in Untersuchungshaft.

Neben dem mutmaßlichen Administrator konnten auch weitere Mitglieder und Verantwortliche identifiziert werden, denen teilweise angesichts des Materials nicht nur die Verbreitung von Kinderpornographie, sondern auch schwerer, sexueller Missbrauch vorzuwerfen ist. Viele der Mitglieder sitzen allerdings im Ausland, so dass die Festnahmen von weiteren Tatverdächtigen bisher in erster Linie in Deutschland und Österreich stattgefunden haben.

Bleibt zu hoffen, dass die meisten Mitglieder, auch im Ausland, noch zur Verantwortung gezogen werden. Weitere Informationen will das BKA in den nächsten Tagen bekannt geben.


Über den Autor: André Westphal

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