iPhone-Nutzer diskutieren verbaute Chips

9. Oktober 2015 Kategorie: iOS, geschrieben von: caschy

Apple2015_iPad_iPhone9Eine Menge Diskussionen findet man derzeit im Netz über die in den neuen iPhones verbauten Chips. Diese kommen nämlich nicht nur von einem Hersteller, sondern von zweien. Die eine A9-Lösung wird von Samsung gefertigt, die andere von TSMC. Nun sind viele Nutzer mit Samsung-Chip der Meinung, dass sie letzten Endes einen schlechteren Deal gemacht haben, da wohl viele Menschen einen Benchmark durchführten und dabei feststellten, dass die Lösung von TSMC eine längere Akkulaufzeit bieten würde, als die von Samsung.So findet ihr heraus, welcher Chip in eurem iPhone 6s oder iPhone 6s Plus verbaut ist: Ladet euch die kostenlose App Lirum Device Info Lite herunter. Trägt eure Modellnummer die Bezeichnung N71AP oder N66AP, dann habt ihr einen Prozessor von Samsung. Eine andere – nicht zu empfehlende – Möglichkeit ist das Herunterladen einer Open Source-App, hierfür müsst ihr aber erst einmal ein Zertifikat eines Dritt-Anbieters installieren (deswegen die Nicht-Empfehlung). Diese A9-App zeigt direkt den Prozessor an und erhebt auch Statistiken, wie viele der Nutzer welchen Chip haben. Der CPU-Identifier weist derzeit beim iPhone 6s Plus rund 58 Prozent der Nutzer mit Samsung-Chip aus, während es beim iPhone 6s tatsächlich 50/50 ist.

In diversen Foren wurden natürlich dann die Benchmark-Ergebnisse verglichen. Teilweise behaupteten die Nutzer, dass durch die unterschiedlichen Chips Unterschiede von 50 Minuten bis zu zwei Stunden im Benchmark messbar waren – mit dem Sieger TSMC.

Was Quatsch ist: Messen von Smartphone-Akkus unter unterschiedlichen Bedingungen. Selbst die Außentemperatur kann unterschiedliche Messergebnisse hervorbringen, das Mobilfunksignal ist ebenfalls immer so eine Sache – und letzten Endes gibt es so viele Faktoren im täglichen Einsatz, dass wohl kaum ein Smartphone 1:1 so lange hält, wie das andere. Aber es gab auch ein paar andere Tests, so wurden Filme gerendert oder aufgenommen – und auch hier zeigte sich ein Plus zugunsten des Chips von TSMC, der könnte hier performanter abschneiden, wurde nicht so warm und verbrauchte etwas weniger Akku.

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Auf das Thema angesprochen, hat Apple mittlerweile reagiert. Hier konnte man aus Diagnosedaten zitieren, die das Unternehmen von Kunden erhoben hat, die diese freiwillig freigegeben haben. Man habe 2 bis 3 Prozent Unterschied in der Laufzeit bemerkt:

„Certain manufactured lab tests which run the processors with a continuous heavy workload until the battery depletes are not representative of real-world usage, since they spend an unrealistic amount of time at the highest CPU performance state. It’s a misleading way to measure real-world battery life. Our testing and customer data show the actual battery life of the iPhone 6s and iPhone 6s Plus, even taking into account variable component differences, vary within just 2-3% of each other.“

Es ist so, wie ich es auch gerne in Testberichten schreibe: es gibt diese Benchmarks – und es gibt die Anwendung im täglichen Leben – ob das nun iPhone, Android oder Windows Phone ist. Das Suchen eines Signals im Mobilfunknetzwerk kostet Akkukapazität. Man hat Facebook installiert – vielleicht auch einen Twitter-Client oder andere Apps, die im Hintergrund aktiv sind? Willkommen in der Welt des häufigeren Aufladens.

Dennoch: man kann natürlich verstehen, dass Nutzer nach solchen Nachrichten spitzohrig werden. Wer will denn nicht eine längere Akkulaufzeit haben? Und ich glaube, dass auch Unterschiede von 1-2 Prozent die Leute im Laden hoffen lassen, dass sie ein TSMC-Gerät ergattern – egal ob es sich im realen Anwendungsbereich überhaupt bemerkbar macht oder nicht.



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Über den Autor: caschy

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