iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Test

12. Oktober 2014 Kategorie: Apple, Hardware, iOS, Mobile, geschrieben von:

Die neuen iPhones sind da. Gleich zwei Stück wurden am 10. September im kalifornischen Cupertino vorgestellt. Am 19. September kamen beide Geräte auf den Markt, Benutzer haben nun die Wahl, ob sie zu einem Gerät mit 4,7 Zoll oder 5,5 Zoll greifen, Premium bleibt weiterhin die Devise.

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Beide Geräte beweisen mit ihrer Größe, dass Apple die PR gut beherrscht. Hieß es früher noch, dass man solch große Geräte nicht benötige (wer erinnert sich noch an die Werbung, die darauf anspielt, wie perfekt die Größe für eine Hand ist?), so sieht es dieses Mal anders aus. In Hinblick auf ein iPhone 5s wirkt ein iPhone 6 Plus glatt gigantisch.

Sicherlich hätte Apple auch schon früher Geräte dieser Art fertigen können, doch man wollte anscheinend so lange warten, bis der Markt wirklich soweit ist, dass er Smartphones in Phabletgrößen in Millionen-Auflage kauft. Ob die Nachfrage 2011 so groß gewesen wäre, zu Zeiten, als das erste Samsung Galaxy Note erschien? Ich weiss es nicht, denke aber nicht.

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Neue iPhone sorgen dann gleich für die Probleme, die vielleicht auch Besitzer eines iPads der ersten Generation kannten: angepasste Apps. Viele Apps sind weiterhin noch auf den 4 Zoll-Bildschirm eines iPhone 5, beziehungsweise iPhone 5C oder iPhone 5s angepasst. Das sieht einfach unschön aus.

Gut dass Entwickler, die Wert auf ihre Kundschaft legen, schon gegengesteuert haben. Google hat eine frische Gmail-App veröffentlicht, während Facebook anscheinend noch bastelt. Keine Probleme, die wirklich weltbewegend wären, aber doch in das sprichwörtliche Auge fallen.

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Mehr ist tatsächlich mehr. Das Internet wurde in den letzten Jahren bildgewaltiger und visueller. Hier wünschte ich mir in der letzten Zeit schon ein größeres Display. Bei mir ist es so, dass ich bei längeren außerhäusigen Dingen immer zwei Smartphones am Mann habe, als Hauptgerät aber tatsächlich das iPhone nutze, auf der anderen Seite aber ein Android-Smartphone mit fast identischem Setup nutze. Multi-SIM macht es möglich.

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Die Entscheidung, was man sich heute kauft, ist eine reine Frage wie man aufgestellt ist. Großartige Apps gibt es mittlerweile auf beiden Plattformen, sodass man sich hier eigentlich keine Gedanken machen muss. Wer vielleicht in der Familie mit Family Sharing unterwegs ist, zuhause noch mittels AirPlay und Co seine Wohnung beschallt, schon Hunderte Euro in Apps investiert hat, der wird sicherlich beim iPhone bleiben.

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Von daher spare ich mir hier im Beitrag eine Ökosystem-Diskussion, der Beitrag ist für alle die, die sich für meine Meinung über die neuen iPhones interessieren und sich über diese austauschen wollen – nicht für Menschen, die ihre religiöse Meinung über Systeme und Geräte in Form von „aber mein Quietsche-Entchen ist viel toller als deins“ ausleben wollen. (Gilt übrigens für Windows Phone, Android- oder iPhone-Beiträge gleichermaßen. Ansonsten natürlich alles in die Kommentare – wie immer.

Kritik

Vor dem eigentlichen Test kommt die Kritik. Mag ungewöhnlich erscheinen, soll aber getrennt werden. Ich möchte ausmerzbare Kritikpunkte gerne trennen, da sie in der Software, nicht aber in der Hardware liegen. iOS 8.

Was habe ich mich gefreut. Tastaturen von Dritt-Anbietern, mit Wortwisch-Funktion. Klasse! Wenn es denn so laufen würde, wie beschrieben. Meine Meinung ist (Stand heute): ich nutze das iOS-Keyboard mit Wortvorschlägen. SwiftKey oder Swipe – beides konnte mich nicht überzeugen.

Fehlende Spracheingabe, teilweise nicht nachvollziehbare Fehler – das ist nichts, womit man sich herumplagen möchte, wenn man mit seinem Smartphone arbeiten möchte. Geben wir den Entwicklern noch einmal etwas Zeit, ich hoffe da passiert einiges. Interessant war für mich halt, dass solch ein fehlerbehafteter Krempel zugelassen wird, zumal die Tastatur ein immens wichtiger Bestandteil des Systems ist.

Widgets. Habe ich bislang nicht so vermisst. Nun sind sie halt da und man kann einiges ganz gut nutzen. Ich nutze beispielsweise Clips und einen Launcher, der leider von Apple entfernt wurde – das ist hier meine Kritik an der Vorgehensweise. Widgets ja bitte – aber laut Apple soll man keine Apps starten.

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Weiterhin gibt es mittlerweile viele Apps, die die Widget-Nutzung inklusive haben. Hotel Tonight, Swarm, TV Pro, Wunderlist und Dropbox – um nur einige zu nennen. Was angezeigt wird, ist flott einstellbar, klasse. Aber hey – es sollte ja um Kritik gehen, sorry für das Abschweifen.

Weder iPhone 6 noch Phone 6 Plus machten mir in Sachen iOS 8 bislang Probleme. Probleme, die anscheinend aber bei einigen Menschen vorhanden sind, wenn ich einen Blick in unsere Kommentare werfe. So haben einige Aussetzer in Sachen WLAN, oder aber mit Bluetooth in Verbindung mit einer Freisprecheinrichtung.

Nicht zu vergessen ist das Update auf die Version 8.0.1 von iOS, welches bei vielen Nutzern dafür sorgte, dass das iPhone kein Netz mehr hatte. Apple adressierte das Problem, stellte eine Anleitung ins Internet, wie man sein Gerät wieder auf Stand von 8.0 bringt, zudem erschien kurz danach Version 8.0.2. Dennoch: so etwas darf nicht passieren.

So etwas passiert zwar diversen Herstellern mal, aber wohl keine Firma steht so im Rampenlicht wie Apple. Wer sich Awesome auf die Stirn schreibt, der muss auch awesome sein. Apple sollte ordentlich Gas geben und iOS 8.1 schnell auf den Markt bringen, die zweite Beta ist zum Zeitpunkt dieses Beitrags bereits erschienen und für viele das bessere iOS 8.0. Lange Problemzeiten für Benutzer tragen nicht dazu bei, einen Anwender markenloyal zu machen.

Verwirrung stiftete auch der iCloud Drive. Zwar warnte Apple davor, die Beta-Funktion zu aktivieren, sofern man nicht auf Yosemite setze, doch viele der unbedarften Nutzer haben vielleicht den iCloud Drive aktiviert. Das Ende vom Lied? Mac-Apps, die mit der iCloud synchronisieren, hatten Probleme mit den iOS-Apps zu synchronisieren, die schon den iCloud Drive nutzen.

Das Update auf iOS 8 hätte auch besser laufen dürfen. Das Update auf iOS 8 benötigte 6 Gigabyte Speicher – das ist überhaupt nicht schlimm. Durch die Tatsache, dass es Menschen gibt, die ihre Geräte benutzen, ist es aber so, dass manchen diesen Speicher nicht haben. Die schmissen OTA den Download an und wunderten sich, warum iOS 8 nicht installiert werden kann. Kluge Empfehlungen im Netz: Apps und Fotos löschen.

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Hier hätte einfach eine Prüfung stattfinden müssen. „Hey Nutzer, dein iPhone oder iPad hat nicht genug freien Speicher. Damit du aktualisieren kannst, mach das Update doch bitte über iTunes.“. Hierbei werden die dicken Daten eben nicht auf deinem iOS-Gerät zwischengelagert, sondern auf deinem PC. Das kann eigentlich nicht so schwer sein. Stattdessen gondeln immer noch Menschen auf iOS 7 rum, weil sie der Meinung sind, sie können aufgrund mangelndem Speicherplatz nicht aktualisieren.

Womit wir bei den Speichergrößen wären. Ein System verbraucht Speicher. Man kauft ein Gerät und die Kapazität ist geringer. Überall. Aber dann noch 16 GB Speicher anbieten, den ich nicht erweitern kann? 2014? Die neuen iPhones gibt es in 16, 64 und 128 Gigabyte. 16 GB hätte man meiner Meinung nach nicht anbieten müssen. Große Fotos, große Videos – Musik. Wir machen immer mehr mit unseren Smartphones – und dann haben Menschen später vielleicht wieder Probleme, zu aktualisieren. Ja ich weiss – es gibt die Cloud und Services. Nützt mir aber nichts, wenn ich offline bin oder schlechtes Netz habe. Lokale Daten sind gute Daten.

Preisvergleich? Das iPhone 5s kostete in seiner 16 GB Variante damals 699 Euro. Dies zahlt man weiterhin, sofern man beim iPhone 6 bleibt, 899 Euro kostete das iPhone 5s damals mit 64 GB, für diesen Kurs bekommt man heute die größte, die 128 GB-Variante des iPhone 6.

Psychologisch sicherlich klasse von Apple gelöst. „Was – zwischen 16 GB und 64 GB liegen nur 100 Euro? Da schlag ich doch zu.“. Das iPhone 6 Plus liegt in der dicksten Ausstattung mit 128 GB bei 999 Euro, hiermit liegt man 100 Euro über dem größten iPhone 5s, man bietet aber doppelten Speicher und ein Mehr an Hardware. In seiner eigenen Blase ist weder das iPhone 6, noch das iPhone 6 Plus teuer.

Vergleicht man dieses jedoch mit Modellen andere Anbieter, dann ist man gut und gerne 100 Euro über dem Startpreis anderer Flaggschiffe. Entscheidungshilfe: immer schauen und rechnen, wie lange man so ein Gerät behalten will und ob man spekuliert, den Nachfolger zu kaufen.

Auch 2015 wird es noch so sein, dass man bei einem iPhone wesentlich weniger Geld verliert, als bei irgendeinem anderen Smartphone. Erstpreise bei LG, HTC oder Samsung befinden sich ebenfalls oft auf dem iPhone-Niveau, fallen aber extrem schnell, sodass sie grundsätzlich billiger wirken.

Spartipp Android: Kein Flaggschiff innerhalb der ersten acht Wochen kaufen. Extremer Wertverlust lässt sich nicht wegdiskutieren, zeigt aber auch, dass man für viel Technik nicht unbedingt 1000 Euro zahlen muss – so haben wir beide Seiten der Medaille abgefrühstückt. Dennoch: die Anschaffung eines iPhones ist natürlich sehr kostenintensiv, keine Frage, muss man nicht immer wieder als Diskussionsmittelpunkt nehmen.

Einsatzbereiche und Fotos

Doch wie schlugen sich denn nun in der letzte Zeit iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Einsatz? Beide Geräte kamen während dieser Zeit ausschließlich und dauerhaft zum Einsatz, so wie es wohl bei jedem anderen Menschen auch ist. Meine Frau nahm sich das iPhone 6 vor, während ich das iPhone 6 Plus vorzog.

Mein primäres Einsatzziel war noch ein anderes. Ich war seit langem auf der Suche nach dem Gerät, welches ich notfalls für alles nehmen kann. Videos und Fotos machen, dazu sollte es vielleicht sogar einen Tablet-Ersatz abgeben. Das klappt in der Tat, kommt aber immer auf den Medienkonsum an.

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Das iPhone 6 Plus langte mir bisher. Es bietet lange Akkulaufzeit und ein großes Display. Ich für meine Belange könnte prima mit diesem Gerät auskommen, wenn das Schauen von Netflix und Co nicht sein würde. Mal eine Serie schauen? Das halte auch ich auf dem iPhone 6 Plus aus, für einen Medienkonsum in hohem Maße würde ich aber jedem ein zusätzliches Tablet ans Herz legen.

Extrem gut gefällt mir der verbesserte Art, Videos zu machen. Videos nimmt die Kamera mit 60 Bildern pro Sekunde im FullHD-Modus auf, Zeitlupen werden mit bis zu 240 Bildern aufgenommen, beim iPhone 5s waren dies 120 Einzelbilder.

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Eigene Erfahrungswerte: das Problem ist, dass ihr den Spaß nicht exportieren könnt, so wie ihr es erwartet. Per Export bekommt ihr einen Film, der auf eurem Rechner normal schnell abläuft, aber eben nicht in Slow Motion. Imm Video sind allerdings alle Informationen, aufgenommen mit 240 Einzelbildern pro Sekunde.

Ihr müsst das Video also in den Videoeditor eurer Wahl packen und in diesem die gewünschte Szene langsam ablaufen lassen und exportieren, alternativ direkt aus der Foto-App zu YouTube, Facebook und Co teilen.

Auch wenn ich bislang eher wenig Möglichkeiten hatte, diese Funktion im echten Leben benutzen zu müssen – ich hab das Ganze getestet und schick ist das auf jeden Fall, gute Lösung. Sucht am besten bei Interesse bei YouTube oder Vimeo nach Videos dieser Art, die mit dem iPhone 6 oder iPhone 6 Plus geschossen wurden. Tolle Kunst dabei. Wundervolle Demos und Infos zu Slow Motion und Co gibt es auch bei Wistia.

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Aber das war nicht das, was mich lockte, sondern der kontinuierliche Autofokus. Schon das iPhone 5s hätte mein Alleskönner werden sollen, scheiterte aber am langsameren Autofokus, der Videos mit vielen Wechseln immer nervös im Fokus behandelte, was die Videos nicht rund machte. Logo – wer keinen Autofokus will, der kann Videos wie bisher mit manuellem Fokus drehen.

Weiterer Vorteil für das iPhone 6 Plus und Menschen, die in Sachen Video und Foto unterwegs sind? Das iPhone 6 Plus hat eine optische Bildstabilisierung. Hier messen Gyrosensor und M8 Motion Coprozessor in Verbindung mit dem A8 Hauptprozessor, wie ruckelig man selber unterwegs ist. Bewegungen werden durch die Kombination von geschossenen Fotos in kurzer und langer Belichtungszeit ausgeglichen.

Bislang war ich nur privat mit dem iPhone 6 Plus in Sachen Foto und Video unterwegs, nächste Woche auf dem iPad-Event am 16. Oktober kommt dann erstmalig der Einzeleinsatz. Keine externe Videokamera mehr, keine Kamera für Fotos mehr. Alles nur noch mit einem Gerät. Wird hoffentlich funktionieren, meine Testläufe im Vorfeld haben zumindest überzeugt.

Falls sich wer dafür interessiert: ich habe mir zum besseren Halten des iPhones einen ShoulderPod gekauft, kostet knapp 30 Euro, ist mit Smartphones dieser Größe kompatibel und kann auf jedes Stativ geschraubt werden.

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Alternativ ist eine Schlaufe und ein Halter für eure Hand dabei. Taugt definitiv. Dazu habe ich mir seinerzeit noch ein Rode SmartLav Mikrofon gekauft. Dies will ich mal einsetzen, damit das gesprochene Wort in lauteren Umgebungen besser zu vernehmen ist.

Das iPhone 6 hat übrigens keine optische Bildstabilisierung, hat aber dennoch den identischen Sensor, der auch beim iPhone 6 Plus zum Einsatz kommt. Persönlich empfinde ich es so, dass bei guten Lichtverhältnissen nicht wesentlich bessere Bilder herauskommen, als beim iPhone 5s, allerdings ist im Bereich Low Light ein besseres Bild zu erwarten, zudem gibt es neue Möglichkeiten in der Kamera-App, die auch Dritt-Anbietern zur Verfügung gestellt wurden.

Mehr dazu im separaten Foto-Beitrag:

>iOS 8: Kamera-Neuerungen, die Spaß machen<

Hier im Beitrag befinden sich einige Fotos, unkomprimiert auf 900 Pixel gerechnet. Ein Mix aus iPhone 6 und iPhone 6 Plus, die Fotos des Plus sind teils draußen, teils drinnen bei eher schlechter Beleuchtung geschossen. Hier wurde der Wert auf das flotte Foto gelegt, ohne, dass ein Kunstwerk herauskommen soll – also ungefähr 99,9 Prozent meines Einsatzbereiches.

iPhone 6-Beispiele, ohne Filter, ohne die machbare, manuelle Anpassung.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Haptik und Optik

Nun aber zur Haptik und Optik des iPhone 6. Die neue Designsprache der beiden Geräte finde ich ganz ansprechend. Das an den Kanten leicht abgerundete Display gibt dem Nutzer ein wenig das Gefühl, dass das iPhone 6, beziehungsweise das iPhone 6 Plus aus einem Guss ist.

Die Geräte sind dünner als ihre Vorgänger und wirklich gut verarbeitet, doch könnten manchen Menschen sich an der herausschauenden Optik der Kamera stören. Hüllennutzer werden dies sicherlich als Nebensache erachten, ich selber musste mich erst an diesen Anblick gewöhnen.

Ist aber wirklich nur ein minimales Herausschauen, sodass es nicht großartig auf einem Schreibtisch kippelt, wenn ihr es plan liegend bedient. Die Dünne der Geräte bezahlen Nutzer des iPhone 6 Plus mit der Tatsache, dass es trotz 5,5 Zoll Displaydiagonale dennoch höher ist, als beispielsweise ein LG G3.

Dennoch eine Umstellung für Besitzer der Vorgängermodelle. Einhandbedienung ist nicht mehr so wirklich. Beim iPhone 6 Plus geht es nicht wirklich und auch das iPhone 6 mit seinen 4,7 Zoll lässt nur begrenzt die Nutzung mit einer Hand zu. Witzigerweise ein Kritikpunkt von vielen Anwendern der Vorgängermodelle. Für diesen Test musste ja meine Frau herhalten, die diesen Umstand nicht hart bemängelte, es war dennoch ein Punkt, den sie erwähnt wissen wollte.

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Wohlwissend um diesen Umstand bringt Apple einen speziellen Modus mit, der sich bei zweimaligem Antippen des Home-Buttons aktivieren lässt. Hierbei wird die aktuelle Anwendung einfach auf die Hälfte des Displays gezogen, sodass man die oberen Bildelemente erreichen kann. Dann passt es unter Umständen auch mit Bedienelementen, die sich auf der rechten Seite befinden, die linken sind weiterhin schwer erreichbar, sodass eine Einhandbedienung nur unter Umständen sinnvoll ist. Mit Pils in der einen Hand mal eben ein Foto im Stadion machen, ist also deutlich komplizierter, als in der letzten Saison, ich kann es euch verraten.

Das Display

Die erste Begegnung mit dem Display war auf der Vorstellung des Gerätes. In der natürlich ideale gehaltenen Umgebungsbeleuchtung wirkten die Farben des Displays fast plastisch, sodass ich erst dachte es handle sich um einen iPhone-Dummy. Das Display darf sich sicherlich damit brüsten, eines der besten auf dem Markt zu sein.

Helligkeit und Kontrast und Farbdarstellung lassen es in meinen Augen nicht zu, das Display zu kritisieren. Unterschiede, wie sie beispielsweise beim iPad Air und beim iPad mini mit Retina zu sehen waren, stellte ich nicht fest, obwohl der Kontrast des iPhone 6 auf dem Papier besser ist, als der des iPhone 6 Plus. Eine sichtbare Steigerung zum Vorgänger ist definitiv vorhanden.

Konnektivität und Sprache

Erstmal dabei: NFC. Der Haken an der Sache? NFC ist erst einmal ausschließlich für Apple Pay in den USA vorhanden. Heißt eigentlich: weiterhin ist erst einmal kein nutzbares NFC vorhanden, über welches man schnell vordefinierte Aktionen ausführen kann. Weiterhin an Bord, wie auch schon beim Vorgänger: Bluetooth 4.0, GPS und Glonass.

Verbessert wurde der WLAN-Standard, hier seid ihr mit 802.11a/b/g/n/ac WLAN unterwegs, was sich bei größeren Übertragungen im entsprechenden AC-Netz bemerkbar macht. Einfach mal mit Documents oder ähnlichen Apps große Datenmengen auf das iPhone übertragen.

Die Nutzung inklusive Akkuleistung

Wie bereits weiter oben erwähnt: sowohl iPhone 6, als auch iPhone 6 Plus waren in ausschließlicher, täglicher Benutzung. Hierbei gab es unterschiedliche Szenarien. Während meine Frau hauptsächlich im Netz unterwegs ist, Nachrichten schreibt, zudem telefoniert und zusieht, dass die Camera Roll mit Fotos und mit Videos voll wird, bin ich zusätzlich noch im Sektor Spiele und Video unterwegs.

Sämtliche Apps, die ich für meinen Alltag benötige, finde ich auf dem iPhone vor. Hier ist es mir egal, ob ich nun zu Android oder iOS greife, auf beiden Plattformen finde ich sowohl Spiele, als auch Produktivitäts-Apps für mein Digital Life. Es war zu keinem Zeitpunkt ein Problem, alleinig mit dem iPhone 6 Plus auszukommen.

Diverse Anwendungen, wie beispielsweise Mail, haben einen speziellen Landscape-Modus, der mehr Informationen auf der Fläche bietet, ähnlich der Darstellung auf dem iPad. Leider bin ich hier in der Nutzung außen vor, da das Ignorieren einzelner Unterlabel wie bei Gmail nicht möglich ist, sodass ich zu Googles Lösung greife.

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Schreiben langer Texte ist nun auch weniger nervig, da die Vorhersagen der Tastatur sehr gut sind. Dennoch würde ich mich freuen, wenn Tastaturen der Dritt-Anbieter besser unter iOS laufen würde, hier habe ich leider noch keinen Flow, wie es beispielsweise unter Android der Fall ist.

Sowohl im Bereich Browsing, als auch Medienkonsum in Ton, Video und Bild sind auf dem iPhone 6 Plus eine gute Sache. Ein Mehr an Diagonale wünschte ich mir ja schon zu iPhone 5s-Zeiten. Aktuelle Spiele werden bildgewaltig und ruckelfrei auf das Display gezaubert. Perfomance in Sachen CPU und GPU kann Apple, nächstes Mal aber vielleicht doch mehr RAM, dann muss Safari bei mehreren offenen Tabs auch nicht immer nachladen.

In Sachen Sound ist man auch mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus gut unterwegs, gerade das iPhone 6 Plus bietet satten Sound und könnte alleine auf meinem Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer für Stimmung sorgen. Mehr Sound kam noch nie aus einem iPhone. Protipp: bei dünnem Smartphone-Sound das Gerät auf ein Glas legen oder in eines stellen. Mache ich immer, wenn ich unterwegs im Hotel bin oder so.

Die Akkulaufzeit ist die für mich deutlichste Verbesserung in beiden iPhones. Würde ich unter 50 Prozent Akkustand mein Haus nicht ohne Akku-Pack (Xiaomi, 10.400 mAh) verlassen, so macht es mir nun dank iPhone 6 Plus nichts aus.

Der Härtetest war mein Wochenende in Dortmund. Morgens aus dem Haus, durch die City. Danach Freunde besuchen, ab ins Stadion mit schlechtem Netz, danach trotz Niederlage gegen den HSV durch die Dortmunder Nacht. Dabei das Smartphone trotz Feiere im Einsatz. Hier und da einchecken, telefonieren, Nachrichten schreiben und natürlich auch Instagram, Facebook und Co.

Morgens aufwachen – immer noch über 40 Prozent Akku. So muss das. Logo – ein großes Smartphone bietet auch mehr Platz für einen Akku. Das iPhone 6 bietet 1810 mAh, während das iPhone 6 Plus mit 2915 mAh daherkommt. Sicherlich muss man einrechnen, wie man sein Smartphone nutzt.

Wer viel spielt oder bei voller Helligkeit Videos schaut, der bekommt das Gerät auch vorher wieder zur Zwangspartnerschaft mit der Steckdose. In meinem Alltag ist dies aber nun wesentlich seltener der Fall, als noch beim iPhone 5s. Dabei haben sich meine Nutzungsszenarien aber nicht sonderlich verlagert, was für das gute Haushalten mit dem Akku spricht. Man macht sich einfach weniger einen Kopf, wenn man weiss, dass der Akku länger aushält. Lästige Fragen wie „lad ich vorher noch einmal auf?“ und „Komme ich durch den Tag?“ entfallen einfach.

Doch auch das iPhone 6 hält länger durch, so die Aussage meiner Frau. Die kommt nun locker über den Tag, ist meist mit eineinhalb Tagen Nutzungsdauer dabei – und bei der rappelt das Smartphone in einer Tour – hier und da eine Nachricht aus irgendeiner WhatsApp-Gruppe – und jedes Mal wird dabei bei ihr das Display scharf geschaltet.

Im Netz finden sich viele Akku-Tests, denen ich generell pauschal keinen Glauben schenken kann, da sie nicht immer aussagekräftig sind, dies gilt aber für jedes Smartphone. Ich habe immer andere Rahmenbedingungen und Benutzer.

Verbindungsqualität zum nächsten Funkmast, ja sogar der Provider könnte ein Zünglein an der Waage sein. Ich kann euch auf Wunsch natürlich noch gerne eine Statistik erstellen, wie lange das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus in der Lage sind, einen FullHD-Film bei voller Helligkeit abzuspielen und dieses dann in Vergleich mit anderen Smartphones setzen.

Bringt leider nicht ganz so viel, wenn Smartphone A weniger hungrig beim Abspielen von Filmen ist, als Smartphone B – aber Smartphone B weniger Energie beim Browsing benötigt. Bei uns ist halt Tatsache: wir kommen mit den Geräten komplett über den Tag und sogar mehr als das. Wer noch länger keine Steckdosen sehen will, der muss halt zum Sony Xperia Z3 oder dem Huawei Ascend Mate 2 greifen.

Sollte sich tatsächlich jemand für Statistiken bezüglich des Akkus interessieren, dann empfehle ich den Blick auf den iPhone-Test von Anandtech, die seit jeher akribisch testen und auch die Klientel bedienen, die gerne jedes Fitzelchen abseits der reellen Nutzung sehen wollen.

Ein Fazit?

Schwer – eher Meinung. Beide Geräte sind in ihrer Art besser als der Vorgänger, so meine Ansicht. Die, die mehr machen, einen größeren Bildschirm wollen und nicht von der Größe abgeschreckt sind, die bekommen mit dem iPhone 6 Plus ein extrem leistungsstarkes Smartphone in die Hand gedrückt, welches je nach Anwendungsgebiet sogar das iPad obsolete machen kann. Der größere Akku lässt mehr Freiheiten, das Display zeigt einfach mehr. Das ist für die sinnvoll, die heute einfach mehr im Internet machen – telefonieren ist ja heute nicht mehr das primäre Aufgabengebiet.

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Ich habe mich erst schwer damit getan, welches der beiden Geräte nun mein Daily Driver wird. 2011 war ein Smartphone dieser Größe nichts für mich und vielleicht wäre es jetzt auch das iPhone 6 geworden, wäre da nicht die Tatsache, dass ich mit dem iPhone 6 Plus ein 3in1 bestehend aus Kamera, Videokamera und Smartphone habe, mit dem ich auch wirklich arbeiten kann und will.

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In meinem Freundes- und Bekanntenkreis griffen die meisten tatsächlich zur Plus-Ausgabe, während ich weniger Menschen kenne, die ein solch großes Gerät nicht benutzen wollen. Die sind mit dem iPhone 6 sehr gut bedient, einmal auf einem größeren Display, fällt der Griff zum kleineren Display schwer. Kleiner als 4,5 Zoll geht für mich persönlich nicht mehr, mehr als ein iPhone 6 Plus darf es aber auch nicht mehr großartig sein.

Ob mir das Arbeiten mit dem iPhone 6 Plus Laune bereitet? Jau! Und wenn ich das sagen kann, dann ist es prima für mich und die Hardware, dann passt es 🙂

Grobe technische Daten iPhone 6:

Maße: Höhe: 138,1 mm, Breite: 67,0 mm, Tiefe: 6,9 mm
Gewicht: 129 Gramm
Display: 4,7 Zoll, 1334 x 750 Pixel bei 326 ppi
CPU: A8 mit 1,4 GHz, 64 Bit / M8 Motion Coprozessor
Kamera: 8–Megapixel iSight Kamera mit 1,5 µ Pixeln, Frontcam 1,2 Megapixel
Konnektivität: LTE, 802.11a/b/g/n/ac WLAN, Bluetooth 4.0, NFC, GPS und GLONASS
Akku: 1810 mAh

Grobe technische Daten iPhone 6 Plus:

Maße: Höhe: 158,1 mm, Breite: 77,8 mm, Tiefe: 7,1 mm
Gewicht: 172 Gramm
Display: 5,5 Zoll, 1920 x 1080 Pixel bei 401 ppi
CPU: A8 mit 1,4 GHz, 64 Bit / M8 Motion Coprozessor
Kamera: 8–Megapixel iSight Kamera mit 1,5 µ Pixeln und optischer Bildstabilisierung, Frontcam 1,2 Megapixel
Konnektivität: LTE, 802.11a/b/g/n/ac WLAN, Bluetooth 4.0, NFC, GPS und GLONASS
Akku: 2915 mAh

Das iPhone 6 ist ab 699 Euro zu haben, das iPhone 6 Plus liegt bei ab 799 Euro. Empfehlenswert ist allerdings die Ausgabe ab 64 GB Speicher, diese schlägt mit 799, beziehungsweise 899 Euro zu Buche.

Bei technischen Fragen zu beiden Geräten stehe ich zu eurer Verfügung.


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Über den Autor:

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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