iOS 9: Safari ermöglicht Content Blocking Extensions, auch Adblocker

11. Juni 2015 Kategorie: Internet, iOS, Mobile, geschrieben von:

iOS 9, das im Herbst erscheinen wird, wird auch eine neue Version des Safari Browsers an Bord haben. Ein neues Feature, das mit dem Update kommen wird, hat Apple während der WWDC-Keynote einfahc unter den Tisch fallen lassen, obwohl es an sich ein sehr großes Thema ist. Safari in iOS 9 wird eine Unterstützung für Content Blocking Extensions bieten. Diese Extensions können die Nutzer über den App Store laden, was geblockt wird, entscheiden die Ersteller der Extensions.

ios9

Warum das so groß ist? Ein Blick in die Entwickler-Dokumentation bringt etwas Licht in die Sache:

The new Safari release brings Content Blocking Safari Extensions to iOS. Content Blocking gives your extensions a fast and efficient way to block cookies, images, resources, pop-ups, and other content.

Your app extension is responsible for supplying a JSON file to Safari. The JSON consists of an array of rules (triggers and actions) for blocking specified content. Safari converts the JSON to bytecode, which it applies efficiently to all resource loads without leaking information about the user’s browsing back to the app extension.

Auf diese Weise lassen sich Webinhalte jeglicher Art blocken. Auch mobile Werbung. Adblocker werden immer populärer, auch wenn sie gesamt von einer Minderheit genutzt werden. Mobil gibt es unter Android zwar auch Adblocker, diese sind aber in der Regel nicht so einfach auf das Gerät zu bringen, erfordern aber Root-Zugriff und sind auch nicht über den Play Store erhältlich.

Die mobile Nutzung des Internets wächst stetig, immer mehr Menschen holen sich die schnelle Information über ihr Smartphone. Mobile Advertising ist ein Milliardengeschäft an dem vor allem Google und Facebook verdienen. Apple hat zwar seine iAds, diese sind aber alles andere als weit verbreitet. Apple könnte mit diesem Zug gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dem Nutzer könnte man erzählen, dass Apple die Privatsphäre des Users so wichtig ist, dass nun Tracking-Cookies, oder Performance-hungrige Werbung weggeblockt werden kann.

Gleichzeitig würde Apple aber auch dafür sorgen, dass die Konkurrenz (Google, Facebook) wesentlich weniger Werbung ausliefern kann, weil sie eben weggeblockt wird. Das Ganze mobil zu ermöglichen (was nicht einmal Google macht, verständlicherweise) ist ein großes Ding. Damit sich die Blocker-Extensions übrigens nicht am Nutzer bereichern, hat Apple auch gleich noch eine Bedingung für die Blocking-Extensions eingebaut, diese selbst dürfen nämlich auch keine Informationen über das Browseverhalten der Nutzer sammeln.

In Sachen Privatsphäre ist dies definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Da nicht nur Werbung geblockt werden kann, sondern im Prinzip jegliche Art von Tracking oder auch Bildern. Das gibt einem nicht nur mehr Privatsphäre, sondern kann auch das Surferlebnis an sich verbessern und mehr Performance in den Browser bringen sowie für weniger Datenverkehr sorgen. Sollte das Ganze so kommen, wie es sich aktuell darstellt, kann dies einen großen Druck auf mobile Werbung ausüben, vor allem in den USA, wo sehr viel Traffic über iOS-Geräte läuft.

(Quelle: NiemanLab)


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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