HP Envy 17-J115EG Leap Motion Touchsmart SE ausprobiert

15. Dezember 2013 Kategorie: Hardware, Windows, geschrieben von:

Neben den immer populärer werdenden Ultrabooks gibt es auch noch herkömmliche Laptops, die keinen großen Wert auf geringe Größe oder niedriges Gewicht legen, dafür aber vor Rechenkraft und Ausstattung nur so strotzen. Hierunter fällt definitiv auch der HP Envy 17-J115EG Leap Motion Touchsmart SE. 17 Zoll Notebooks sind naturgemäß schwerer und größer als Geräte mit kleinerem Bildschirm, dafür passen eben auch so Dinge wie ein DVD-Laufwerk oder wie in diesem Fall ein Leap Motion Controller mit in das Gehäuse.

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Technische Ausstattung

Der HP Envy 17 ist mit einem Intel Core i7-4702MQ Prozessor (Haswell) ausgestattet. Die vier Kerne takten mit je 2,2 GHz, im Boost-Modus sind es 3,2 GHz. Dem Prozessor stehen 8 GB RAM zur Seite. Neben der internen Intel Graphics HD 4600 Einheit, steht auch eine NVIDIA GeForce GT 750M mit 4 GB Speicher zur Verfügung. Außerdem finden eine 1 TB Festplatte (5.400 rpm) und ein DVD-Laufwerk ihren Platz im Gehäuse.

Der Bildschirm löst Full HD (1920 x 1080) auf und ist mit einem Touchscreen ausgestattet. Das beatsaudio Logo auf dem Gehäuse verrät zudem, dass dem Laptop ein recht ordentlicher Sound entweichen sollte. Zu guter Letzt findet man auch noch die Leap Motion Sensorleiste vor, die dafür sorgt, dass man spezielle Programme per Handbewegungen in der Luft ausführen kann.

Rund um das Gerät befinden sich noch 4 USB-Anschlüsse, ein HDMI-Anschluss, ein Netzwerk-Anschluss, ein Headset-Anschluss, ein Multi-Kartenleser und natürlich der Netzanschluss, um auch den Akku des Geräts laden zu können. Die baulich bedingt großzügige Arbeitsfläche beherbergt eine Tastatur in normaler Größe, inklusive Ziffernblock. Sie kann zudem beleuchtet werden. Der Rest der Fläche wird von den Lautsprechern und dem Trackpad eingenommen.

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Optik und Haptik

Trotz der Größe sieht der HP Envy 17 sehr kompakt aus. Natürlich nicht vergleichbar mit einem Ultrabook, dafür wirkt der Laptop aber auch nicht so fragil. Alle Bauteile haben eine matte Beschichtung, sind dadurch und durch die Farbwahl kaum anfällig für Fingerabdrücke. Die Scharniere des Displays machen einen stabilen Eindruck, hier wird erst ein Dauereinsatz zeigen, wie robust diese wirklich sind.

Display

Das 17,3 Zoll Display mit Touchscreen löst 1920 x 1080 Pixel auf. Es ist angenehm hell, auch wenn man die Helligkeit ein paar Stufen herunterregelt. Der Touchscreen unterstützt Multitouch. Bei Sonneneinstrahlung neigt der Bildschirm zu starken Spiegelungen, die man mit der Helligkeit aber zum größten Teil wieder ausbügeln kann.

Sound

Die beatsaudio Konfiguraion lässt es vermuten, der HP Envy 17 möchte dem Nutzer ordentlich auf die Ohren geben. 4 Lautsprecher und 2 Subwoofer sind verbaut. Das hört man auch deutlich. Zwar ersetzen die integrierten Lautsprecher keine externen Boxen, reichen aber vollkommen aus, um auch einmal einen Film zu schauen oder Musik zu hören. Bei allzu hoher Lautstärke kommt es allerdings zu Verzerrungen, die nicht gut klingen.

Tastatur

Die Tastatur steht einer Desktop-Tastatur in nichts nach. Große Abstände zwischen den Tasten, ein Ziffernblock, Hintergrundbeleuchtung. Die Druckpunkte der Tastatur sind zwar weich, aber deutlich zu spüren. Die einzelnen Tasten wackeln auch nicht wild in der Gegend herum, beim Schreiben hat man stets ein sicheres Gefühl. Die Tastatur ist gelungen und auch für Vielschreiber gut geeignet.

Akku

Der Akku des Geräts ist erstaunlich klein, wenn man sich die Gesamtgröße anschaut. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass er durchaus Durchhaltevermögen beweist. Während der täglichen Nutzung mit Chrome, Office, Photoshop und einigen anderen Tools hält er gerne 6 – 7 Stunden durch (Windows Energie-Profil Höchstleistung, Displayhelligkeit maximal). Je nach Anwendung kann man hier sicher noch mehr herausholen oder auch weniger. Der Akku ist dem Gerät meiner Meinung nach jedoch angemessen.

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Das tägliche Arbeiten

Die Einrichtung des HP Envy 17 ging relativ flott von der Hand, Einstellungen werden dank Windows 8.1 systemübergreifend übernommen, die Updates von HP und Windows trudelten im Laufe der ersten Nutzungswoche nach und nach selbstständig ein (wobei sich die Nutzung mit jedem Update spürbar verbesserte). Ein paar Programmdownloads noch und fertig war der Laptop für meinen Arbeitsalltag.

Von Beginn an machte mich das etwas träge Verhalten des HP Envy 17 stutzig. Starten und Beenden von Windows dauerten für meinen Geschmack etwas arg lange, auch Programmstarts fielen so langsam aus, dass ich es gar nicht glauben konnte. Prozessor und Arbeitsspeicher sollten das Problem nicht sein, der Übeltäter war aber schnell identifiziert. Die Festplatte sorgt dafür, dass alles etwas schwerfälliger läuft. Nicht falsch verstehen, das ist ein Jammern auf hohem Niveau, es ist nicht so, dass man ewig auf Ausführungen warten müsste. Ich nutze allerdings seit Jahren sowohl in meinem Desktop PC, als auch in meinem Notebook SSDs und bin deshalb wohl ein wenig verwöhnt. Vorteil der konventionellen Festplatte: 1 Terabyte Speicher, damit sollten selbst Daten-Messis eine Weile hinkommen.

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Das Gerät ist riesig, ich persönlich möchte die 41,6 x 27,52 x 3,34 cm und 3,4 kg Gewicht nicht auf Dauer mit mir herumschleppen müssen, aber als Desktop-Ersatz oder für Gelegenheits-Mitnehmer bietet der Riese durchaus seine Vorzüge. Das 17,3 Zoll Display bietet ausreichend Platz für Inhalte jeglicher Art. Dauerhaftes Schreiben ist dank der sehr guten und vor allem ebenso riesigen Tastatur ebenso kein Problem.

Das Trackpad könnte etwas gleitfreundlicher sein, warum hier eine andere Beschichtung eingesetzt wird als auf dem Rest des Gehäuses ist mir schleierhaft. Auch sind die Druckpunkte des Trackpads sehr schwammig, bei ausschließlicher Nutzung dessen, wird man sich häufiger eine Maus wünschen. Die Lautsprecher sind völlig ausreichend, um Videos zu konsumieren oder auch einmal Musik zu hören. Hier merkt man die bauliche Größe, die dem Sound ein für Laptop-Verhältnisse ordentliches Volumen verleiht.

Der Touchscreen kam im Testzeitraum exakt einmal zum Einsatz. Zum Schreiben des Tests, als Rückversicherung, dass es tatsächlich ein Touchscreen ist. Der Grund dafür ist relativ einfach. Durch die Größe des Laptops ist der Weg zum Bildschirm zu weit. Während ich auf meinem Yoga 11S öfter einmal die Touchfunktion nutze, um schnell etwas zu machen, ist dies hier nicht der Fall. Zur Beruhigung: Wer lange Arme hat, kann den Touchscreen benutzen, er reagiert einwandfrei.

Als Betriebssystem kommt Windows 8.1 zum Einsatz. Kann man von halten, was man möchte, ich komme mit dem System klar, das HP Envy 17 kommt mit dem System klar, also alles in Butter. Insgesamt ist der HP Envy 17 ein tolles Arbeitsgerät mit einer Desktop-ähnlichen Experience, das macht schon Spaß.

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Leap Motion

Leap Motion ist bereits seit Ende Juli auf dem Markt. Der Sensor und die dazugehörige Software erkennen Bewegungen im Raum, sodass eine Steuerung des PCs mittels Fingerzeig möglich sein sollte. Die Einrichtung inklusive Tutorial verlief zügig, während der Einführung wurden auch alle Finger erkannt und Bewegungen wurden registriert.

Im Leap Motion Airspace findet man ein paar Anwendungen, teils kostenlos, die den Leap Motion Controller voll ausnutzen. Der Leap Motion Controller funktioniert, aber mehr ist da auch nicht. Die Spezialanwendungen waren für mich mehr Proof-of-Concept als Mehrwert-bringende Programme. Eine Steuerung des Systems über diese Eingabemethode ist für mich zu langsam und ungenau, also auch kein Vorteil.

Bei Spielen sieht das schon wieder anders aus. Da gab es so ein 3D-Brick-Breaker-Spiel, das ich tatsächlich sinnvoll über Leap Motion steuern konnte. Und das machte sogar Spaß. Auch andere Anwendungen, wie eine biologische Reise durch eine Spinne ergeben Sinn mit dieser Steuerung. Allerdings wird das freie in der Luft halten der Hand schnell ermüdend. Für eine kurze Runde Spielen oder um eben solche 3D-Figuren zu analysieren und auf dem Bildschirm zu drehen, kommt die Leap Motion Steuerung schon gut, für den dauerhaften Produktiv-Einsatz halte ich sie jedoch nicht für geeignet.

Ich würde mir nun nicht extra einen Laptop zulegen, nur weil dieser Leap Motion verbaut hat, wer allerdings für seinen Anwendungsfall einen Nutzen aus dieser Methode zieht, ist mit einem integrierten Gerät komfortabler bedient, als wenn er einen extra Leap Motion Controller mitführen muss.

Von Leap Motion habe ich nicht allzu viel erwartet, da ich mir eine Integration in meinen Arbeitsablauf damit gar nicht vorstellen konnte. Kann ich jetzt immer noch nicht, bin aber schon von den Möglichkeiten angetan. Gerade im Bereich Bildung und auch Casual Gaming sehe ich da ein gewisses Potential, das allerdings noch nicht voll ausgeschöpft wird. Eine Enttäuschung ist Leap Motion nicht, eine Bereicherung allerdings auch nicht wirklich. Zumindest für mich nicht.

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Fazit

Das HP Envy 17-J115EG Leap Motion Touchsmart SE ist ein Laptop, der einen herkömmlichen Desktop PC locker ersetzen kann. Das 17 Zoll Display wirkt durch den geringeren Arbeitsabstand wie ein 24 Zoll Monitor, es sind ausreichend Anschlüsse vorhanden und die Tastatur bewegt sich ebenfalls auf Desktop-Niveau.

Unterwegs würde mir die Größe und das Gewicht nicht sonderlich gut gefallen. Klar ist der Laptop portabel und findet auch in einem Rucksack Platz. Aber wer viel unterwegs ist und seinen Laptop immer dabei hat, wird kleinere und leichtere Geräte sicher mehr schätzen.

In Sachen Leistung braucht sich der HP Envy 17 ebenfalls nicht verstecken. Prozessor und RAM sorgen für eine sehr gute Performance, Spiele sollten dank der GeForce GT 750M ebenfalls kein Problem darstellen. Leap Motion ist für mich ein nettes Gimmick, mehr aber auch nicht.

Insgesamt macht das Arbeiten mit dem HP Envy 17 schon großen Spaß, weil es einfach bequem ist und man kaum Leistungseinbußen gegenüber einem Desktop PC spürt. Einzig die langsame Festplatte konnte mich nicht überzeugen. Aber wer einmal SSD-Blut geleckt hat, kennt das, man kommt schwer wieder davon weg. Eine SSD in dieser Maschine wäre sicher das i-Tüpfelchen und würde somit auch den einzigen Kritikpunkt, den ich an dem Gerät habe, ausmerzen.

Dieses Gerät wurde uns für den Test vom Portal Probierpioniere zur Verfügung gestellt.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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