Google Chromecast: meine Meinung dazu

25. Juli 2013 Kategorie: Hardware, geschrieben von: caschy

Die ganze Technikwelt feiert Chromecast. Die ganze Technikwelt? Nein, ein paar Stimmen aus diversen Blogs und einige Kommentatoren äußern sich kritisch. In welches Lager man mich packen kann? In das kritische. Weil ich seit gefühlten hundert Jahren komplette oder Selbstbau-Lösungen nutze, um Inhalte von A nach B zu streamen. Was Chromecast ist, beschrieb ich bereits hier.

cast

Was spricht denn für Chromecast? Ganz klar der Preis und die einfache Bedienung. Aber Chromecast ist wie ein Chromebook. Es fehlt die Hälfte. Ich muss jetzt schon im Gedanken immer lächeln, wenn ich an Menschen denke, die über ihr TV-Gerät Musik hören. In den meisten TV-Geräten sind einfache Blechdosen für den Sound verbaut, weshalb sich viele Menschen ein echtes Soundsystem kaufen. Wer sich ein Soundsystem kauft, der hat im besten Falle noch einen Eingang frei – optisch, Cinch, Klinke – wie auch immer.

TV anmachen zum Hören von Musik – ich schmeiße ja auch nicht den Backofen an, wenn ich nur eine Platte oben benutze, um Nudeln zu garen (jaja, nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich). Aber hey: wir können YouTube-Videos schauen, Inhalte aus Anwendungen wie Netflix streamen und sogar Chrome-Tabs auf dem TV wiedergeben. Was fehlt? Richtig, wie damals beim Nexus Q gibt es allen Anschein nach keine Möglichkeit, lokale Medien abzuspielen. Das Steuergerät übergibt anscheinend nur eine Stream-ID und spielt dann ab. Das mag dem Breitbandmenschen egal sein, für Schmalspur-Internetsurfer ist es vielleicht kein schönes Erlebnis. Kein Internet – kein Stream.

Genug der Kritik, die jeder Fan des Gerätes natürlich immer mit dem Preis von nur 35 Euro anfeinden kann. Wer Kritik übt, der muss bestenfalls mit Ideen oder anderen konstruktiven Aussagen daher kommen. Kann ich. Chromecast hat ein riesiges Potential, wenn es weiterentwickelt wird. Google veröffentlichte ein Chromecast SDK. Entwickler können also die Schnittstelle relativ schnell in ihren Apps ansprechen, das Ganze sogar unabhängig von iOS oder Android. Ein großer Vorteil, die konsequente Fortführung einer Idee, die Google schon vor zwei Jahren auf der eigenen Messe Google I/O anklingen ließ, danach aber anscheinend erst einmal liegen ließ: Android überall, Android in Lautsprechern und Co.

cast2

Hier nutzt man nun Chromecast. Wie oben beschrieben: ich brauche so ein Gerät nicht, weil ich weder Tabs meines Browsers auf dem TV sehen will, auch lasse ich mich nicht über den TV mit Musik aus dem Internet beschallen. Hier hoffe ich auf Google und Partner, dass da eigenständige Lösungen kommen. Das Spiegeln von Spielen oder Apps wäre doch was! Stellt euch Stand Alone-Lautsprecher wie Sonos oder andere Docking-Lösungen mit Chromecast-Support vor! Wird nicht kommen? Die Entwicklerseite spricht nicht von einem Gerät, sondern von mehreren („All Google Cast devices at a minimum support the following media types..)

Hier hoffe ich, dass noch mehr passiert, oder die Entwickler es schaffen, auf lokale Medien zuzugreifen. Mit einem Android-Smartphone sicherlich kein Problem. Vielleicht gibt es auch Hersteller, die irgendwelche Multi-Lösungen bauen, wäre ja ein Traum. Aber Google muss ja wie Apple ein eigenes Süppchen kochen – selbst Hersteller wie Intel machen ihre Eigenlösungen wie Intel Wireless Display mit Miracast kompatibel – da hätte Google ja auch mal was machen können.

Erste Meinung zum Stand von Chromecast heute? Ein laues Streaming-Lüftchen, welches das Potential hat, einen Sturm durch die Technik-Welt zu blasen.



Werbung: Drohne, GoPro & Oculus Rift: Instaffo.com verlost coole Gadgets Zur Infoseite.

Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Daddy von Max, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter, Gerne-Griller und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende.

Carsten hat bereits 22525 Artikel geschrieben.