Google Buzz

10. Februar 2010 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von:

Ausnahmsweise gibt es heute mal einen verspäteten Beitrag. Ich wollte davon eigentlich schon gestern Abend berichtet haben, aber auch ich muss ja mal arbeiten und war deshalb in Potsdam zu Gast. Des Weiteren konnte ich mich praktischerweise mit Sascha treffen, einem Blogger aus Berlin, dessen Herz & Blog für Cat-Content schlägt. Aber worum geht es überhaupt? Anhand der Überschrift sollte einiges klar werden: es geht um Google Buzz (wird Stück für Stück von alleine ausgerollt), dem neuesten heissen Kram seit der Erfindung des Internets. Jedenfalls posaunen es so wieder die Massen heraus. Alles was von Google kommt wird eben als Awesome angesehen. So wie Wave vor Kurzem. Was gab es denn da noch Social Network-mäßig? Friend Connect? Flop. Orkut? Flop. iGoogle? Flop.

Doch was ist dieses Google Buzz? Grob gesagt: ein Angriff auf Twitter, Facebook und die Location Based Services dieser Erde. Früher konnte man E-Mails schreiben. Dann kamen irgendwann latitüde Features dazu und die Möglichkeit Statusmeldungen abzusetzen. Nun wussten deine Freunde (sofern du diese per Latitude freigegeben hast) auch wann du wo bist / warst und was du zu sagen hast.

Doch eines war Google bekanntermaßen immer ein Dorn im Auge: Google wusste zwar was war (Suche), aber Twitter und Co eben was ist (Echtzeit). Live- und Gratis-Content gewonnen aus Statusmeldungen, Fotos und Videos der Teilnehmer. Doch das reichte ja nicht. Location Based Services machten sich auf dass Herz der Nerds zu erobern. Foursquare und Co sind für Teilnehmer ein netter Zeitvertreib, für die Macher aber ein mächtiges Tool. Wer war wann wie oft wo? Googles Traum eben. Und eben jenen Traum will Google sich mit Buzz erfüllen.

Wer hat wann und wo wozu eine Meinung? Klar, das funktioniert nur mit einer Masse an Usern. Was nützt der geilste Dienst, wen kein anderer diesen nutzt? Uns Usern ist es egal ob es sich um das x-te Copycat handelt. Wir sind undankbar und kennen keine Verbundenheit zu einem Dienst. Für uns ist wichtig: sind genug Leute / mein persönliches Netzwerk in Dienst XYZ vertreten?

Wer bisher nicht in den Genuzz des Zugriffs auf Google Buzz kam, aber ein Smartphone mit Android (min. 2.0) sein Eigen nennt, der sollte mal im Android Market vorbei schauen. Dort gibt es bereits von den Spartan Coders eine kostenlose App, die euch Zugriff auf Google Buzz bietet. Die App heisst auch Google Buzz. Praktischerweise werden eure Leser / eure Gelesenen gleich nach „in der Nähe“ katalogisiert. Location Based Service at it’s best: „Fischbrötchen bei XYZ schmeckt nicht“ – „Oha, dann gehe ich da heute nicht essen“.

Dazu kommt noch ein automatisches Updates seitens Google für die Google Maps (Buzz und persönliche Vorschläge) und fertig ist die Laube.

Kuriose Randnotiz: reinbuzzen: ja, rausbuzzen: nein. Heisst: du kannst einen ganzen Schwung deiner Lifestream-Dienste zwar automatisiert in deinen Buzz einfließen lassen, aber etwas aus dem Buzz zum Beispiel zu Twitter streamen geht (noch) nicht. Spannendes Feature: Buzz verlangte nicht (wie zum Beispiel Facebook & Konsorten ein Einladen und Suchen von Freunden, sondern schnappte sich die vorhandenen Kontakte. So konnte ich gleich sehen, dass 28 meiner Kontakte bereits Buzz nutzen und 34 meine Buzz lesen (obwohl ich noch keinen abgesetzt hatte).

Leben wir nicht in einer unglaublich spannenden Welt? Wir brauchen gar kein Trash-TV mehr. Wir lesen einfach die Tweets / Meinungen anderer Leute und versuchen uns auf Grundlage dessen ein Bild über diese Menschen zu machen. Das ruft natürlich Erklärbären und Online-Reputations-Kakerlaken auf den Plan, die dem Neuling etwas Blabla-Wischi-Waschi-Wissen erklären und dafür Kohle sehen wollen. Keine 10 Jahre weiter dürfen wir uns auf der Polizeiwache herausreden, weil wir uns zufällig in der Nähe einer Straftat aufgehalten haben. Location Based lässt grüßen. Ja, ich baue hier absichtlich ein wenig Polemik mit ein – damit man mal über spezielle Thematiken nachdenkt und sich mit anderen darüber austauscht.

Vielleicht sollte man mal echt ein Experiment in Kunstform durchführen. Jemand lässt sich gläsern darstellen. Also nicht wie ich jetzt hier, sondern komplett. Mit allen Diensten die es da so gibt. Twitter, Buzz, Facebook, Last.fm, Gowalla, Forsquare & Co. Wie, so etwas gibt es schon? Klar – wir machen es täglich.

Ich selber glaube an (den Buzz). Könnte was werden. Vernünftige Client-Software und User-Massen vorausgesetzt.

Fröhliches Buzzen allerseits.


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Über den Autor:

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