Gastbeitrag: WordPress-Installation Schritt für Schritt

4. September 2011 Kategorie: WordPress, geschrieben von:

Ich heiße Jo und freue mich über die Gelegenheit, hier einen Gastbeitrag für Carsten zu verfassen. In meiner übrigen Zeit blogge ich täglich auf journalist-und-optimist über Medien, Hamburg und das Internet.


Collage/Grafik: journalist-und-optimist.de

Ich liebe WordPress. Klar kenne ich die Nachteile: Speicherhunger, Plugin-Inkompatibilität nach Updates, Sicherheitslücken oder die fehlende Individualität bei Tausenden Blogs mit dem gleichen WordPress-Standard-Theme. Trotzdem gibt es aus meiner Sicht kein vergleichbares, so leicht zu installierendes und zu bedienendes, kostenloses und optisch ansprechendes Content-Management-System. Gerade für Copy-and-Paste-Programmierer wie mich, die nach der Trial-and-Error-Methode mit Html-Code-Schnipseln hantieren können, lässt sich mit WordPress als Instrument erstaunlich viel erreichen.

Doch so leicht die ersten Schritte mit WordPress auch sind, so viele kleine Möglichkeiten gibt es, besonders beim Start an irgend etwas hängen zu bleiben. Deswegen erhaltet ihr hier in Absprache mit Carsten eine an Anfänger gerichtete Schritt-für-Schritt-Anleitung. Sie basiert auf der Erfahrung von etwa Hundert WordPress-Installationen, die ich seit 2007 für mich, Kunden, Projektpartner, Verwandte, Freunde und Freundesfreunde vorgenommen habe.

PHASE 1: BEVOR ES LOS GEHT

Für den Anfang müssen vorhanden sein:

  • 1 Domain
  • 1 Server/Hostingplatz mit mindestens 500MB Speicher, 32 MB Arbeitsspeicher, Apache, PHP und MySQL
  • 1 FTP-Zugang
  • 1 MySQL-Datenbank
  • Zugangsdaten für die aufgelisteten Dinge

Tipp: Viele Systeme richten automatisch für Kundenoberfläche, FTP und SQL-Datenbank ähnliche oder identische Nutzernamen und Passwörter ein. Wenn möglich, versucht dies zu variieren, damit es für Angreifer wenigstens etwas schwerer wird, bei einer Sicherheitslücke auf das gesamte System zurück zugreifen.

Tipp: Web-Anfänger, die Trouble haben, ihre Passwörter auseinander zu halten, sollten am besten als Passwort-Manager das kostenlose und sichere Keepass X nutzen und sich damit z.B. für die MySQL-Datenbanken automatisch sichere Passwörter erstellen lassen.

Zum Anfang noch ein grundsätzlicher Hinweis: Die Software WordPress (Wikipedia-Eintrag) gibt es kostenlos auf wordpress.org. Für Neulinge kann es verwirrend sein, dass es unter wordpress.org die Freeware zum Download gibt und unter wordpress.com bzw. de.wordpress.com einen Dienst auf WordPress-Software-Basis, bei dem ihr eure Inhalte kostenlos unter einer Domain nach dem Muster „beispielname.wordpress.com“ veröffentlichen könnt. Ich habe von mehreren Leuten gehört, die sich aus Versehen auf der Online-Plattform angemeldet haben, obwohl sie eigentlich nur die Software herunterladen wollten und möchte nicht wissen, wie oft dies schon passiert ist.

PHASE 2: VORBEREITUNG DER INSTALLATION

Schritt 01: Auf dem eigenen Desktop einen Ordner „wp“ anlegen
Schritt 02: Von de.wordpress.org aktuelle Fassung herunter laden (Zurzeit 3.2.1, 4,2-MB-Zip-Datei)


Schritt 03: Zip-Datei im Ordner „wp“ entpacken.
Schritt 04: Mit Html-Editor oder Text-Editor die Datei „wp-config-sample.php“ öffnen.

Schritt 05: Datenbank-Namen eintragen: (‚DB_NAME‘, ‚datenbanknamehierrein‚)
Schritt 06: Datenbank-Nutzernamen eintragen: (‚DB_USER‘, ‚nutzernamenhierrein‚)
Schritt 07: Datenbank-Nutzerpasswort eintragen: (‚DB_PASSWORD‘, ‚passworthierrein‚)
Schritt 08: Datenbank-Serveradresse eintragen: (‚DB_HOST‘, ‚serveradressehierrein‚). In der Grundeinstellung steht da „localhost„. Ob ihr das ändern müsst oder nicht, erfahrt ihr in den Informationen von eurem Hoster. Oftmals steht es dort im FAQ unter dem Stichwort „SQL-Datenbanken“
Schritt 09: Um die deutsche Sprachfassung einzustellen, muss hier etwas weiter unten eingetragen werden: define(‚WPLANG‘, ‚de_DE‚)
Schritt 10: Die Datei speichern und in „wp-config.php“ umbenennen.

PHASE 3: DIE ONLINE-INSTALLATION BEGINNT

Schritt 11: Jetzt alle Dateien außer der „wp-config.php“ via FTP in das Root-Verzeichnis kopieren, das mit eurer Domain verknüpft ist.
Schritt 12: Um die deutsche Sprache einzustellen, von de.wordpress.de den deutschen Sprachpack herunter laden und die Dateien mit FTP in folgenden Ordner kopieren: „beispieldomain.de/wp-content/languages„.
Schritt 13: Erst am Schluss als letztes die „wp-config.php“ in das Root-Verzeichnis kopieren.
Schritt 14: Jetzt die Domain im Browser aufrufen und den Konfigurationsbildschirm sehen.

Schritt 15: Blog-Titel bzw. den Namen des Blogs eintragen
Schritt 16: E-Mail-Adresse eintragen.
Schritt 17: Passwort eintragen (oder Felder leer lassen und sich damit automatisch ein Passwort zumailen lassen)

Tipp: Für das eigene kleine private Blog, ist es kein Problem, die Installation direkt live auf dem Server vorzunehmen und dort das Blog einzurichten und aufzubauen. Profis regeln zumindest die grafische Anpassung des Themes zuerst in einer Offline-Variante, die auf einem virtuellen Server direkt auf dem eigenen Rechner läuft. Eine einfache, kostenlose und schnelle Möglichkeit dazu bieten WAMP (Microsoft), MAMP (Mac OS) oder XAMPP (alle gängigen Systeme).

PHASE 4: FEINSCHLIFF

Schritt 18: Unter BENUTZER/MEIN PROFIL Als „Spitzname“ einen anderen Namen eintragen und in „Öffentlicher Name“ einstellen, dass nicht „admin„, sondern der neue Name in den Blogposts als Verfasser gezeigt wird.

Schritt 19: Unter EINSTELLUNGEN/ALLGEMEINUntertitel„, „Zeitzone„, „Datumsformat“ und „Zeitformat“ eintragen
Schritt 20: Unter EINSTELLUNGEN/MEDIATHEK ganz am Ende der Seite deaktivieren, dass alle Bilder in einzelnen Ordnern nach Monat und Jahr gespeichert werden. So vermeidet ihr ein unnötiges Chaos. Benennt stattdessen lieber eure Bilddateien vor dem Hochladen nach einem logischen Prinzip mit Datum und Jahr voran z.B. „201009_“ oder „1009_“ für den September 2010.

Schritt 21: unter EINSTELLUNGEN/PERMALINKS die Benutzerdefinierte Struktur aktivieren und /%postname%/ reinkopieren. In der Standard-Einstellung nummeriert WordPress nämlich die URLs eurer Blogbeiträge. Das sieht aber weder für die menschlichen Leser noch für die Suchmaschinen toll aus. Mit der einfachen Änderung erhaltet ihr sprechende URLs bei denen automatisch die Überschrift des Blogbeitrages in den jeweiligen Beitragslink integriert wird.

 

PHASE 5: PLUGINS ZUM START

Auf jeden Fall erwähnen möchte ich noch diejenigen WordPress-Plugins, deren Installation sich imho bereits direkt zum Start lohnt:
1. AntiSpam Bee (Plugin-Seite)
2. Google XML Sitemaps (Plugin-Seite)
3. Google Analytics (Plugin-Seite)
4. WP Database Backup (Plugin-Seite)

Soviel für den Moment. Dass man die Platzhalter bei Artikeln, Kommentaren und Links schnellstmöglichst löscht und gegen eigene Inhalte austauscht, ist so selbstverständlich, dass es nicht unbedingt in ein Tutorial gehört. Und das Ausprobieren und Anpassen eines Themes ist bereits so komplex, dass es eher in einem eigenen Beitrag behandelt werden sollte. Wenn ich in der oberen Liste etwas übersehen haben sollte oder ihr einen weiteren nützlichen Tipp kennt, freue ich mich über Anmerkungen und Ergänzungen in den Kommentaren.


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Über den Autor:

Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

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