Für bessere Versicherungstarife: Wie viel sind Dir Deine Daten wert?

24. April 2016 Kategorie: Internet, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

telematik_kfzDatenschutz wird schnell vergessen, wenn es einen Vorteil für den Nutzer zu holen gibt. Das zeigt die Diskussion um sinkende Krankenkassenbeiträge, sollte man seine Fitness-Daten eines Wearables teilen, aber auch bei der Streitfrage, ob Dashcams in Fahrzeugen in Deutschland erlaubt sein sollen oder nicht. Ähnlich dürfte es sich auch mit den Telematik-Tarifen von KFZ-Versicherungen verhalten. Per App oder fest installierter Blackbox wird alles aufgezeichnet, was der Fahrer mit dem Fahrzeug anstellt, auch wo dies passiert, zeichnet die App oder Box auf. Je nach Risikobereitschaft kann so der Tarif günstiger werden, gut erklärt ist das in folgendem Beitrag vom ZDF:

 

Wer das Video nicht schauen möchte: Im Prinzip werden alle Daten anonym gesammelt und der Nutzer erfährt sich „Bonuspunkte“, die sich dann positiv auf die Versicherungsprämie auswirken. Dabei wird auch bewertet, wann und auf welchen Strecken der Fahrer unterwegs war. So ist nachts zum Beispiel ein guter Zeitpunkt, es sei denn es handelt sich um die Nächte von Freitag und Samstag, in diesen gibt es nämlich häufiger Unfälle. Ebenso gibt es Strecken, die mit einem höheren Unfallrisiko behaftet sind als andere.

Der Fahrer wird durch so etwas komplett transparent, auch wenn die Versicherer angeblich nur dann Zugriff auf bestimmte Daten haben, wenn es benötigt wird, zum Beispiel um den Standort zu ermitteln, egal ob bei Unfall oder Diebstahl. Die Telematik-Tarife richten sich vor allem an junge Fahrer, die bei KFZ-Versicherungen bekanntermaßen mit hohen Prozenten einsteigen und so wohl auch am meisten sparen können.

Ich bin ehrlich gesagt etwas zwiegespalten, was diese Telematik-Option angeht. Auf der einen Seite ist es eine tolle Möglichkeit, Versicherungen für alle „fairer“ zu gestalten, andererseits werden aber eben auch sehr viele Daten gesammelt. Bei jungen Fahrern könnte noch hinzukommen, dass sie generell vielleicht vorsichtiger unterwegs sind, wenn sie wissen, dass alles aufgezeichnet wird. Allerdings wissen junge Fahrer auch von Geschiwndigkeits- und Alkoholkontrollen und lassen sich davon recht wenig beeindrucken.

Ich selbst würde so einen Tarif wohl eher nicht wählen, was eigentlich vollkommener Quatsch ist, da man auch über mein Smartphone herausfinden kann, wann ich wo bin, eventuell sogar, mit welcher Geschwindigkeit ich mich fortbewege. Aber sind dann wohl die persönlichen Grenzen, die man zieht, die müssen auch nicht immer logisch sein. Nicht vergessen sollte man allerdings, dass sich jedes System auch manipulieren lässt oder schlichtweg auch einmal ausfallen kann. Was dann?

Von Euch möchte ich natürlich auch wissen, was Ihr von so einer Aufzeichnung durch Versicherungen haltet. Deshalb, flotte Umfrage, wählt einfach die passende Antwort aus. Und hinterlasst gerne auch einen Kommentar, wo bei Euch die Schmerzgrenze zur Datenweitergabe liegt.


 

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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