FCC-Vorschlag könnte Ende der Netzneutralität in den USA bedeuten

24. April 2014 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Erinnert Ihr Euch noch an den Fall Drosselkom? Es ist ja etwas still um die Pläne der Telekom geworden. Es ging um angebliche Entwürfe, dass bei der Telekom nach Einsetzen der Drosselung in den DSL-Tarifen, Dienste – wenn sie die Telekom dafür bezahlen – trotzdem ungedrosselt beim Verbraucher ankommen, beziehungsweise erst gar nicht in das Volumen fallen.

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Eine Verletzung der Netzneutralität, so die allgemeine Stimme. Die USA stehen vor einem ähnlichen Problem. Die FCC (unabhängige Behörde, regelt die Kommunikationswege Rundfunk, Satellit und Kabel) will genau so ein Vorgehen erlauben. Eine schnelle Leitung für zahlende Content-Dienste, wie zum Beispiel Netflix oder Google.

Zwar geht es in den USA nicht um gedrosselte DSL-Anschlüsse, das Prinzip ist aber das Gleiche. Dienste zahlen, um garantiert schnell genug beim Kunden anzukommen. Durch extra schnelle Leitungen. Dienste, die sich diese Bevorzugung nicht leisten können, haben das Nachsehen. Sie müssen auf die üblichen Leitungen ausweichen, die bei Überlastung schon einmal dafür sorgen können, dass der Nutzer nicht die gewünschte Performance eines Dienstes erhält.

Verbraucherschützer sehen in diesem Vorschlag eine Diskriminierung von Start-Ups und kleinen Unternehmen, die diese Gebühren für die schnelle Weitergabe nicht aufbringen können. Tom Wheeler, Vorsitzender der FCC, widerspricht den Vorwürfen, da alle Dienste gleich behandelt werden würden. Auch wäre ein für den Kunden oder Wettbewerb schädliches Verhalten untersagt.

Auf die Vorwürfe, dass die Preise für schnelle Leitungen für die Dienste steigen würden und sich das nur große Unternehmen leisten können, geht Wheeler allerdings nicht ein. Das Argument, dass ein solches Modell als Start-Up-Bremse dienen würde, wird ebenfalls links liegen gelassen.

Die genauen Vorschläge der FCC werden am 15. Mai veröffentlicht. Letztendlich kann man erst dann genau sagen, wie gerecht oder ungerecht diese aussehen. Zwar ist es korrekt, dass eine solche Bevorzugung von Diensten unter Umständen schlecht für die sein kann, die es sich nicht leisten können.



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Quelle: New York Times |
Über den Autor: Sascha Ostermaier

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