FBI: Es können nur bestimmte iPhones entsperrt werden

8. April 2016 Kategorie: Apple, iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_fbiDie Beziehung zwischen dem FBI und Apple ist spätestens seit dem San Bernardino-Fall keine gute mehr (falls sie jemals gut war). Das FBI versuchte vor Gericht eine Entscheidung zu erzwingen, ob Apple bei der Entsperrung eines Täter-iPhones behilflich sein muss oder nicht. Für das FBI ging der Versuch des Schaffens eines Präzedenzfalles nach hinten los, vermutlich hätte Apple sogar gewonnen, man weiß es nicht. Warum man das nicht weiß? Das FBI fand plötzlich eine Methode, um an die gewünschten Daten zu kommen, der Prozess wurde daraufhin abgebrochen, eine Entscheidung gab es leider nicht.

Unklar, sowohl für Apple, als auch für den Rest der Welt war bisher, welche Lücke das FBI genutzt hat. Das ist insofern beunruhigend, da sie potentiell auf jedem iOS-Gerät verwendet werden könnte, was Apples Bemühungen zum Datenschutz zumindest gegenüber Behörden obsolet machen würde. Nun hat FBI-Chef James Comey ein wenig geplaudert. Zur Beruhigung vieler iOS-Nutzer.

Denn das FBI ist zwar in der Lage, bestimmte iPhones auszulesen, das betrifft aber nur ältere Geräte ohne Secure Enclave, eingeführt mit dem iPhone 5s und dessen 64-Bit-Prozessor. Der Knackvorgang soll so ablaufen, dass der Speicher des Gerätes kopiert wird, bis zur Maximalanzahl der Passcode-Fehlversuche probiert wird und dann der Speicher wieder zurückkopiert wird, in der Folge wird der Passcode-Counter zurückgesetzt und man kann neu versuchen. Super aufwändig, folglich keine große Gefahr, dass die „Lücke“ von Kriminellen abseits des FBI ausgenutzt wird.

Unklar ist allerdings, ob Apple dieses Vorgehen softwareseitig unterbinden kann. Das dürfte sich als schwierig herausstellen, da ja eine Hardware-Manipulation stattfindet. Allerdings sagt James Corney auch, dass die Lücke nicht an Apple gemeldet wird, da sie dann geschlossen wird. Immerhin bestätigt er, dass das gekaufte Tool nur für wenige Geräte funktioniert. Heißt auch, dass die Streitigkeiten garantiert noch nicht vorbei sind. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

(Quelle: CNN)

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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