Es werde Licht: Philips Hue HomeKit ausprobiert

6. Dezember 2015 Kategorie: Smart Home, geschrieben von: caschy

philips hueSchaut man sich auf dem Markt der smarten Beleuchtungen so um, so wird man fast erschlagen. Bastelwillige greifen gerne zu Lösungen mit Raspberry Pi, FHEM und Co, des Weiteren gibt es Bluetooth-Lösungen wie Elgato Avea (hier mein Testbericht) oder andere Mitbewerber wie Osrams Lightify. Der Markt wird nicht kleiner in diesem Bereich, er wird förmlich explodieren. Seit langer Zeit am Markt und aufgrund der vielen Erweiterungsmöglichkeiten extrem beliebt: die Philips Hue-Lösung, die sicherlich viele unserer Leser kennen.

hue schreibtisch

Wer es nicht kennt, in Kurzform: eine Bridge wird mit dem Router verbunden und alle im WLAN oder ZiggBee-Netz befindlichen und kompatiblen Lampen können gesteuert werden. Philips Hue hat nicht nur Birnen im Angebot, die ihre Farbe wechseln können, es gibt auch das klassische Weiß und auch Light Stripes für die Verschönerung der eigenen vier Wände. Wer Spielereien nicht braucht und der Meinung ist, dass die Bluetooth-Range ausreicht, der findet mit Elgato Avea übrigens eine klasse Alternative vor, die keine Bridge benötigt.

Philips Hue Bridge

Philips Hue Bridge

Anfang Oktober wurde also die Hue-Bridge 2.0 vorgestellt, die nun auch mit Apples HomeKit-Standard kompatibel ist. Hier hat man Apples HomeKit integriert, sodass das Schalten der Smart Home-Beleuchtung auf Zuruf möglich ist – denn das Einbinden macht bekanntlich das Steuern mittels Sprachassistent Siri möglich.

Auch die vollständige Automatisierung von Hue im Zusammenspiel mit anderen HomeKit-kompatiblen Anwendungen ist so möglich – nutzt ein Anwender beispielsweise Elgato Eve, dann kann auch über die App gesteuert und verwaltet werden. Mit der neuen Hue-Bridge 2.0 lassen sich sowohl bestehende als auch künftig hinzugekaufte Lampen und Leuchten von Hue nutzen.

Falls sich Menschen die Frage stellen, ob die HomeKit-kompatible Bridge auch mit Android kompatibel ist: natürlich. Die Einstellung via der normalen App ist ein Kinderspiel. Lampen lassen sich schnell steuern oder in ihrer Farbe ändern. Dazu gibt es vordefinierte Szenen und natürlich kann man auch Gruppen definieren – das dürfte für die interessant sein, die vielleicht mehrere Hue-Birnen im Einsatz haben und diese auf Zimmerbasis schalten wollen.

Philips Hue Android-App

Philips Hue Android-App

Innerhalb der App sieht das dann so aus, dass vorgefertigte Presets schnell angewandt werden können, hier hat man diverse Stimmungsgeschichten wie Deep Sea, Beach und Taj – einzelne Birnen visualisieren dann diverse Teilbereiche farblich. Szenen lassen sich auch vom Anwender erstellen, hierbei kann er festlegen, welche Lampen in einer Szene enthalten sein sollen und welche Farben diese auf Knopfdruck erhalten.

Wer selber keine Farben auswählen möchte, der kann auch ein Foto aufnehmen. Hier kann man dann einzelne Birnen auf die im Bild enthaltenen Informationen (Farben) ziehen und so für die Farbe sorgen, die das Bild zeigt. Ziehe ich dann die virtuell dargestellte Birne auf das von mir aufgenommene Foto, dann nimmt die Hue-Birne diese Farbe an.

Android: Szene anlegen

Android: Szene anlegen

Ideal, wenn die Beleuchtung zum Raum passen soll. Erstellte Szenen lassen sich übrigens auch teilen und auch auf andere Geräte synchronisieren, die ihr im Haushalt einsetzt. Auch ohne die massigen Zusatz-Apps habt ihr mit der original Hue-App schon einiges an Spaß, das Ganze für euch einzurichten. Ich sage euch: Widgets mit Schnellzugriff sind ein Segen.

Ausschalten Hue Siri

Die HomeKit-Variante mit Siri kann also auch mittels Sprache am iPhone oder iPad bedient werden. Hierbei muss man etwaige HomeKit-Komponenten beachten, die vielleicht im Haushalt vorhanden sind. Man stelle sich die gleichen Benennungen bei Steckdosen von Elgato Eve und Philips Hue vor – das kann bei Sprachbefehlen stören. Deswegen die Lampen möglichst aussagekräftig benennen und Wörter verwenden, die von Siri leicht erkannt werden.

dimmen hue

Nach der Benennung muss man noch in die App-Einstellungen der Hue-App und die von euch angelegten Szenen und Lampennamen in die HomeKit-Konfiguration exportieren. Wie bereits erwähnt: Achtet auf möglichst verständliche Lampennamen und benennt eure Szenen möglichst gut von Siri verständlich – mit englischen Begrifflichkeiten hapert es gelegentlich.

hue rot

Lampen lassen sich so ganz leicht auf Grundfarben und verschiedene Helligkeitsstufen bringen, zudem aktivieren und deaktivieren. Was schade ist: Die Lampen können innerhalb der App mit Timern und Alarmen versehen werden – dies ist offenbar nicht mit Siri vereinbar. „Schalte die Lampe Arbeitszimmer in 10 Minuten aus“ sorgt lediglich für eine Einstellung der Stärke auf 10 Prozent – und ein Halbstundenbefehl schaltet die Lampe gar ganz aus. Schalte ich die Lampe mit einem Sprachbefehl aus, so muss sie vorher via Siri angeschaltet werden, bevor ich sie auf eine prozentuale Leuchtkraft einstellen kann – ein direktes Regeln auf 50 Prozent aus dem ausgeschalteten Zustand ist nicht möglich. Verbesserungspotential ist also vorhanden.

fehler

Dennoch funktioniert das Steuern per Sprache recht gut und dürfte für den einen oder anderen eine Erleichterung bieten, der häufig regelt. Man will sich ja nicht alles mit Widgets für den Schnellzugriff vollmüllen oder jedes Mal die App behelligen.

Ich selber bin nicht der große Szenen-Switcher. Will heißen: ich komme mit wenig klar. Wer aber einmal ins Hue-Universum eingetaucht ist, der wird jede Menge finden. Es gibt ein Plugin für Kodi, welches für passende Beleuchtung sorgt.

Ich setze beispielsweise noch Colors for Hue ein, welches die Bedienung via OS X erlaubt. Zudem muss der Hinweis auf die geniale iOS-App Huemote fallen. Kostenlos geladen erlaubt sie das schnelle Justieren eurer Beleuchtung und die Widgets im Benachrichtigungsbildschirm sind super nützlich.

Auch Ambyeye ist erwähnenswert, erlaubt es doch das Steuern der Beleuchtung über den Browser. Und wer ganz tief eintauchen will und Dienste miteinander verknüpfen will, der findet eine mannigfaltige Kollektion an IFTTT-Rezepten vor, die es zu entdecken gilt. So kann man beispielsweise das Licht flackern lassen, wenn Mails von einer bestimmten Person kommen, das Licht blau färben wenn es anfängt zu regnen und und und und. Und zur nächsten Party probiert man einfach mal Hue Disco aus- Zu haben für Android und iOS. Es gibt recht viel zu entdecken – und das ist vielleicht das Interessante für die Techies unter uns. Man kann für etwaige Mitbewohner vorgefertigt etwas einrichten, man kann aber auch jede Menge basteln.

Colors for Hue

Colors for Hue

Übrigens: Bereits im Oktober kommunizierte man, dass man für Bestandskunden die neue Hue-Bridge 2.0 günstiger anbieten wolle. Die Bridge kostet ansonsten 59,95 Euro, die Bestandskunden zahlen 20 Euro weniger. Im Store von Philips muss als Rabattcode die Product ID der vorhandenen Bridge eingegeben werden. Diese ID ist beispielsweise in eurem Konto unter my.meethue.com unter „weitere Bridge-Details“ zu finden. Die Aktion soll bis Ende des Jahres laufen, der Shop selber meldet aber gerade einen Ausverkauf.

Der Händler Amazon listet die HomeKit Bridge alleine gerade für rund 59 Euro – und wer mag, der kann sich die ganzen anderen Lösungen auch anschauen, es gibt beispielsweise Lichtschalter, diverse Birnen, Sets und auch Lichtschalter, die ich recht spannend, aber doch teuer finde. Mein jetziges Setup besteht übrigens aus einem Starter-Set. Hier habe ich bislang eine Birne in meinem Arbeitszimmer, eine im Wohnzimmer und eine in einer Dekokugel (IKEA Dekokugel zum Beispiel für kleines Geld). Ein Light Strip im Wintergarten rundet meinen Einstieg ab – aber ich werde noch einmal nachlegen, glaube ich.



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Über den Autor: caschy

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