EENA ruft Apple auf, AML in seine Smartphones zu integrieren

10. August 2017 Kategorie: Apple, iOS, Mobile, geschrieben von: André Westphal

Die EENA (European Emergency Number Association) ist eine NGO, in der laut eigenen Angaben mehr als 1.300 Repräsentanten von Notruf-Diensten aus mehr als 80 Ländern der Welt sitzen. Auch mehr als 200 Mitglieder des Europäischen Parlaments und 90 Wissenschaftler gehören zur EENA. Die Organisation hat nun einen offenen Appell gestartet: an Apple. Man ruft den Hersteller dazu auf, endlich die Technik AML (Advanced Mobile Location) in seine mobilen Endgeräte zu integrieren.

Google hat eine Abwandlung von AML bereits seit Mitte 2016 direkt in Android integriert. Grob gesprochen erleichtert es AML den Rettern, ohne weitere Anpassungen der Hardware oder die Installation von Apps Hilfesuchende mit der automatischen Übermittlung ortsbasierter Daten zu finden. In allen europäischen Ländern ist AML aktuell noch nicht verfügbar, breitet sich aber langsam aus.

Laut der EENA rufe man nun auch Apple abermals auf, AML in seine iPhones bzw. iOS zu integrieren. Man habe in den letzten Monaten in ganz Europa für AML geworben und sei oft gefragt worden, warum die Funktion in Android integriert sei, nicht aber in iOS. Da man auf die Frage keine einleuchtende Antwort habe, wende man sich nun mit dieser offenen Aufforderung an Apple. Direkte Kommunikation mit dem US-Unternehmen habe man bisher nicht aufbauen können.

In Estland, Belgien, Australien und Schweden gab es bereits weitere Aufrufe an Apple AML zu integrieren. Durch die automatische Übermittlung von ortsbasierten Daten bei Notrufen sei es oft möglich Leben zu retten: Ist ein Verletzter nicht genau in der Lage seinen Standort zu beschreiben, kann AML eventuell über Leben und Tod entscheiden und besonders genaue Daten liefern. Dabei gibt die EENA zu Protokoll, dass Apple durch beispielsweise die SOS-Funktion an der Apple Watch bereits in die richtige Richtung gehe. Aber es liege eben noch Arbeit vor dem Unternehmen.

Als Fazit meint die EENA, dass Apple-Kunden hier aktuell im Nachteil gegenüber Android-Nutzern seien. Gerade wenn es bei einem Notfall um Leben und Tod gehen könnte, sei das gefährlich. AML ist ein Open-Source-Protokoll und die EENA würde Apple allzu gerne bei der Integration unterstützen.

Apple selbst hat sich zu dem Aufruf wiederum noch nicht geäußert. Was also eventuell aus Sicht des Unternehmens gegen AML sprechen könnte, ist aktuell offen.


Über den Autor: André Westphal

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