Craig Federighi äußert sich zum Apple-FBI-Fall, aus Sicht der Softwareentwicklung

7. März 2016 Kategorie: Apple, iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_appleApple hat mit einem Fall, in dem das Unternehmen nicht bei der Entsperrung eines iPhones helfen möchte, für mediale Aufmerksamkeit gesorgt und auch eine generelle Debatte über Backdoors in Betriebssystemen angestoßen. Nachdem Apple anfangs eher zurückhaltend Unterstützung der Tech-Branche erhielt, gibt es mittlerweile doch einige Unterstützer der Angelegenheit. Und Apple wird auch nicht müde, den Fall in den Medien zu halten. Diesmal äußert sich kein geringerer als Senior Vice President of Software Engineering, Craig Federighi, zur Sache. Aber nicht etwa auf einer Apple-Presseseite, sondern in der Washington Post, man will ja auch gelesen werden.

Apple

Federighi versucht die Sache aus dem Standpunkt eines Software-Entwicklers zu sehen. Neben der einfachen Nutzung steht eben auch Sicherheit im Vordergrund, man muss kriminellen Energien immer einen Schritt voraus sein. Die heute verwendeten Schutzmechanismen bieten nicht nur Schutz vor unberechtigtem Zugriff auf persönliche Daten, das System soll auch verhindern, dass Malware eingeschleust werden kann.

Allerdings gesteht Federighi auch ein, dass auch Apples Software nicht zu 100 Prozent fehlerfrei ist, Menschen machen nun einmal Fehler. Dennoch ist die Verschlüsselung, wie sie heute in iOS zum Tragen kommt, die beste für den Endanwender erhältliche. Die verbleibenden Fehler zu finden und zu eliminieren ist ein fortlaufender Prozess, mit jeder iOS-Version wird die Sicherheit ein Stück erhöht.

Das FBI möchte dieses Rennen nach mehr Sicherheit nicht, ist der Meinung, Apples Sicherheitsstandards von iOS 7 würden ausreichen, man solle zurück zum Sicherheitslevel von 2013 gehen. Ein Tool soll her, dass die Umgehung des Passcode-Schutzes ermöglicht. Diesen Part kennen wir bereits, muss man nicht noch einmal breit treten. Die Sicherheit von iOS 7 kann mittlerweile umgangen werden, auch das gehört zum Katz- und Maus-Spiel, es ist also keine Option, auf diese Stufe zurückzugehen.

Sicherheit ist ein andauerndes Rennen, Apple möchte sich nicht in die Position drängen lassen, in der das Unternehmen im Thema Sicherheit hinterherhinkt, nur damit Behörden an Inhalte kommen – und somit jeden einzelnen Nutzer der Gefahr aussetzen, dass seine Daten nicht sicher sind.



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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