Ausprobiert: Netgear Arlo Kamera-Sicherheitssystem

1. Mai 2016 Kategorie: Backup & Security, Hardware, Streaming, geschrieben von: caschy

arlo qDer inoffizielle zweite Teil meines Netgear Arlo-Tests. Warum inoffiziell? Weil ich mir viel sparen kann, denn die reine Software und die Arbeitsweise habe ich bereits im Test zur „normalen“ Netgear Arlo erklärt, hier tut sich nämlich gar nicht so viel anderes. Dennoch steige ich mal grundsätzlich ein, für all jene, die die Netgear-Arlo-Lösung nicht kennen. Arlo ist ein System zur Überwachung. Kameras eben. Die klassische Arlo wird mit Batterien gespeist und verbindet sich mit einem drahtlosen Netzwerk – benötigt aber einen Hub, nicht so die Arlo Q, um die es in diesem Beitrag geht.

netgear arlo q1

Die klassische Arlo taugt nichts zur Dauerüberwachung, wohl aber zur Raumüberwachung bei Bewegung. Die kabellose Kamera ist flexibel und transportabel, sie kann im Bereich des Routers frei platziert werden. Aufgenommene Bewegungen landen in der Cloud, Nutzer werden auf Wunsch per Mail oder Push-Nachricht informiert. Das passt für viele, aber nicht für alle. Aus diesem Grunde gibt es die Netgear Arlo Q. Diese funktioniert drahtlos, wird aber via Netzteil mit Strom versorgt. Taugt also auch für die Dauerüberwachung.

netgear arlo q2

Des Weiteren bietet sie die Aufnahme in 1080p mit Ton, sie hat einen 130° Weitweinkel nebst achtfach Digitalzoom. Über die Mikrofone ist das Aufnehmen von Ton möglich, die Cam hat aber auch Lautsprecher, über die ihr Ton ausgeben könnt. Apps stehen für iOS und Android zur Verfügung. Die Einrichtung ist simpel und läuft über den Browser ab. Man muss sich ein Netgear Arlo-Konto anlegen und hier ein Gerät einrichten. Man bringt die Arlo Q über einen Button in den Sync-Modus und scannt nach Browsereingabe eurer WLAN-Daten den auf dem Bildschirm angezeigten QR-Code ein – fertig. Auspacken bis Nutzen in wenigen Minuten.

netgear arlo q4

Ihr seht schon ein wenig die Unterschiede: Normale Arlo ist kabellos, hat 720p, benötigt eine Basisstation, kann nur Bewegung wahrnehmen (auch nachts) und ist wetterfest. Die Arlo Q hat Lautsprecher und Mikrofone, 1080p-Auflösung, benötigt keine Basisstation, kann Aktivitätszonen überwachen (auch nachts), ist nicht kabellos und auch nicht wasserfest.

netgear arlo q5

Wie sieht das Ganze in der Realität aus? Wie bei der normalen Arlo ist auch bei der Arlo Q der Browser euer Freund, denn hier können die Nutzer alles einstellen. Netgear bietet im Standard-Setup die Optionen „Bewegungserkennung an“, „Bewegungserkennung aus“ und einen „Zeitplan“. Da die Kamera nicht ganz so portabel wie ihr drahtloses Gegenstück ist, stellt sich die Frage: was will ich?

netgear arlo q6

Ich kann der Cam natürlich auf einem Monitor zuschauen, ich kann aber auch Bewegungen und Geräusche aufnehmen, diese erkannten Ereignisse landen in der Cloud, sieben Tage kostenfrei. Kontinuierliche Aufnahme? Machbar, aber kostenintensiv. 14 Tage Cloud liegen dann bei 8,99 Euro monatlich, 30 Tage sind für 17,99 Euro zu haben. Basis ist halt kostenlos, 7 Tage bis zu einem GB, aber nur die erkannten Bewegungen, nicht dauerhaft.

Testbericht Netgear Arlo Q

Generell machbar: Überwachen des kompletten Bereiches auf Geräusche und Bewegungen – oder man setzt bis zu drei Aktivitätszonen ein, die auf Bewegung untersucht werden. Kann man beispielsweise machen, um nur eine Tür zu überwachen, nicht aber den Rest des Raumes. Wird die Tür geöffnet, so gibt es Mail, Push oder beides – bei allen anderen Bewegungen bleibt die Cam stumm. Hierbei sollte beachtet werden: Arlo Q erlaubt das Erstellen von Zonen, selbst wenn die grundsätzliche Bewegungserkennung aktiviert ist. Nutzer müssen zwingend eine benutzerdefinierte Schaltung anlegen. Nicht dass ihr euch wundert, Zonen definiert zu haben – und dennoch bei anderen Bewegungen auch aufgezeichnet und via Push oder Mail krakeelt wird.

Bildschirmfoto 2016-04-22 um 13.44.41

In der Praxis: Die Kamera zeichnet tatsächlich passend auf, bietet hierfür in den Einstellungen die Möglichkeit des Runterschraubens der Auflösung. Von 240p bis zu 1080p ist alles möglich. Aufgezeichnete Videos landen korrekt in der Cloud von Netgear und sind dort bertracht- und herunterladbar. Live-Videos sind in meinem Test ungefähr 2 Sekunden zeitversetzt. Die Qualität ist dabei – je nach gewünschter Auflösung – passend. Empfangene und gesendete Stimme ist gut verstehbar. Auch die Anbringung ist normalerweise schnell geschehen, entweder wird die Arlo Q aufrecht aufgestellt oder man befestigt sie irgendwo, Bodenplatte und Schrauben werden mitgeliefert.

Bildschirmfoto 2016-04-22 um 13.21.09

Ich kann mich in Sachen Fazit wirklich fast wiederholen. In Sachen Web-Lösung, Software und Nutzung finde ich die Kamera äußerst gelungen, das Paket ist logisch aufgebaut und auch für den Einsteiger einfach zu bedienen. Eine Speichermöglichkeit auf im Hause liegenden Speicher oder einen FTP im Netz ist leider nicht möglich. Ebenso fehlt mir die Möglichkeit der Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Netgear-Konto, wenn ich schon vielleicht brisantes Videomaterial ins Netz übertrage. Fällt das Internet aus, dann ist die Kamera blind, viele Netzwerkkameras können da wenigstens lokal aufnehmen, alternativ fehlt mir da ein SD-Karten-Fallback. Aber wahrscheinlich will Arlo die Q Plus auch verkaufen. Wem sieben Tage kostenlose Cloud-Aufzeichnung bei Bewegung reichen – oder vom Kostenplan nicht abgeschreckt ist, der findet wirklich eine einfache und gute Lösung. Die lässt sich Netgear auch bezahlen, knapp 218 Euro werden für die Arlo Q fällig.


 

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Über den Autor: caschy

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