Angeschaut: Netgear Arlo Smart Home HD-Kamera-Sicherheitssystem

3. April 2016 Kategorie: Smart Home, geschrieben von: caschy

netgear arloIch habe mal wieder einen Blick auf eine kleine Kamera für das vermeintliche Smart Home geworfen. Da tummeln sich mittlerweile viele Hersteller, beispielsweise D-Link, Devolo, Withings oder aber auch Netgear. Um den zuletzt genannten Hersteller soll es hier gehen. Das Arlo-System gibt es schon länger, ich hatte es erst wieder in den Fokus genommen, nachdem mir im letzten Jahr mein Bettnachbar im Krankenhaus erzählte, dass er dieses System in seinem Ferienhaus einsetzt – und nur so halbwegs zufrieden ist. Das war für mich so der Plot – „jau, kannste mal ausprobieren“.

Im Lieferumfang

In meinem vier Wänden teste ich immer wieder mal Kameras, habe selbst auch welche im Einsatz – diese laufen aber auf meiner Synology Surveillance Station zusammen, dieses Mal sollte es wieder mal in Richtung Cloud-Aufzeichnung gehen. Was mich an der Netgear Arlo reizte, das war die Tatsache, dass man sie auch drahtlos nutzen kann. Der Spaß wird mit WLAN und Batterien betrieben.

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Das bringt uns auch schon direkt zum Lieferumfang und der initialen Einrichtung, die wirklich flott vonstatten geht. Mein Testpaket beinhaltete die Basisstation, das Netzteil, die Kamera sowie zwei Magnethalter, an der die Kamera angebracht werden können. Diese Magnethalter lassen sich mit den ebenfalls mitgelieferten Schrauben und Dübeln an der Wand befestigen und die Kamera wird dann magnetisch eingeklippt.

Die initiale Einrichtung

Die Basisstation erinnert ein wenig an einen Router – zumindest optisch. Die Station muss mit dem Internet verbunden werden, ihr dürft den Spaß also an euren Router oder einen Repeater klemmen. Das folgende Setup dürfte in wenigen Minuten erledigt sein – im Browser oder der dazugehörigen Arlo-App für iOS oder Android muss ein Konto angelegt werden. Die Basisstation wird – sofern im gleichen Netzwerk – direkt erkannt und kann so mit der Kamera bekannt gemacht werden.

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Hierfür muss in unmittelbarer Nähe die Sync-Taste an der Basisstation und an der Kamera gedrückt werden. LEDs und passende Meldungen im Browser oder in der App weisen euch dann auf eine korrekte Kopplung hin. Nach wenigen Minuten kann der Spaß dann schon direkt losgehen, Netgear verwirrt nicht mit zu vielen Schaltern und Möglichkeiten. Das senkt sicherlich die Berührungsängste vieler Einsteiger.

Die Einstellungen

Unglaublich aber wahr, so bequem habe ich noch nie eine Kamera eingerichtet – und das waren schon einige. Vielleicht habe ich auch Glück gehabt und meine Meinung wäre eine andere, wenn es Verbindungsprobleme gleich zu Anfang gegeben hätte. So kann ich sagen: super einfach und auch für Einsteiger leicht zu meistern.

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Nun wird der Videospaß betrachtet – in der App oder im Web. Unschön: es ist offensichtlich ein Account vonnöten, wie bei so vielen Diensten. Wer die Daten hat, der guckt in eure Bude. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung gibt es zum Zeitpunkt meines Beitrags nicht. Punktabzug durch einige Nutzer, jede Wette.

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Wichtig sind erst einmal die Einstellungen der Kamera. Hier kann man beispielsweise Nachtsicht aktivieren, das Bild umkehren und den Positionsmodus sowie den Test zur Bewegungserkennung aktivieren. Wenig aufregend. Interessant durch den Batteriebetrieb ist sicherlich das Energiemanagement. Höchste Qualität kostet Saft – und mag man es Energieschonender, so ist das Bild nicht so gut. Ich wähle für meinen Test die goldene Mitte.

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Ebenfalls einstellbar: ein Zoom-Bereich. Gewünschten Bereich markieren, so wird nur dieser gezoomt im Auge behalten.

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Übrigens: das Paket kann mehrere Kameras umfassen, diese können selbstverständlich logisch benannt werden, zudem könnt ihr anderen Nutzern über ihre E-Mail-Adresse Zugriff auf die Kamera nebst (optional) Einstellungen geben. Falls ihr halt einrichtet, Frau und Kind aber auch zuschauen dürfen, wenn was los ist.

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Tja, wann ist eigentlich was los? Auch das ist einstellbar. Überwacht ihr einen Raum, so solltet ihr die Empfindlichkeit justieren. Vielleicht soll die Kamera ja nur aufzeichnen, wenn jemand durch das Zimmer geht – nicht aber, wenn der Hamster in der Ecke einen Handstand macht. Das müsst ihr mal für euch ausprobieren, die Empfindlichkeit ist aber einstellbar.

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Die Kamera zeichnet also nicht dauernd auf, ihr könnt euch auf Zuruf einen Live-Blick verschaffen – oder eben dafür Sorge tragen, dass bei erkannter Bewegung aufgezeichnet wird. Das kann grundsätzlich oder in einem Zeitfenster erfolgen, zudem sind bei Bewegungen Push-Nachrichten in der App oder Meldungen an Mail-Adressen möglich. Wie lange aufgezeichnet wird, ist ebenfalls einstellbar. Zwischen 10 und 120 Sekunden ist alles drin. Innerhalb der Benachrichtigungs-Mail findet ihr einen Screenshot des Geschehens, ihr könnt aber auch auf den Netgear-Server zugreifen, um das Video anzuschauen.

Die Aufzeichnung

Wie schaut es eigentlich aus bei Bewegung? Dann wird gespeichert. Doch wohin eigentlich? Netgear hat Pläne in petto. Bis zu 1 GB / 7 Tage wird kostenlos aufgezeichnet. Der Rest kostet eben was. Für den Privatnutzer sicher ausreichend – der kostenlose Plan. Die Auflösung beträgt bis zu 1280 x 700 Pixel. Nachts hat man einen Infrarot-Nachtsichtmodus, der „Licht ins Dunkel“ bringt.

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Die Aufzeichnung klappte hier zu jeder Zeit, man muss halt nur schauen, dass sich die Kamera im Bereich der Basisstation befindet, die ein eigenes WLAN aufspannt. Je nach Verbindung hat man hier Verzögerungen bis zu drei Sekunden in der Live-Ansicht.

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In der Ansicht könnt ihr übrigens auch Screenshots anfertigen. Die Schattenseiten der Funktionen: Die Kameras funktionierten nur mit der Cloud. Ein eigener FTP ist nicht ansteuerbar – auch keine Speichermöglichkeit an der Basisstation, die über zwei USB-Anschlüsse verfügt – wahrscheinlich zur Wartung oder für künftige Funktionen. Die Cloud mag einfach sein, trübt aber den Gesamteindruck des ansonsten guten Systems – gerade fortgeschrittene Nutzer hätten hier sicherlich andere Möglichkeiten gern gesehen.

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Im Außeneinsatz

Die Netgear Arlo lässt sich nicht nur in den eigenen vier Wänden betreiben, sondern auch draußen. Sie ist wasserfest nach IP 65 und bringt auch Befestigungsmöglichkeiten mit. Hierfür liegt der Kamera eine Befestigung aus Metall in doppelter Ausführung bei, die per Schraube überall angebracht werden kann. Die Kamera als solches wird dann einfach nur mittels Magneten an die Halterung angebracht.

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Heißt: man kann den Ort der Kamera schnell ändern, ihre Sicht der Dinge durch einfache Verschiebung auf der Halbkugel ändern. Diese Art der Anbringung hat natürlich auch Nachteile. So sollte man es vielleicht vermeiden, die Kamera gut sichtbar und leicht erreichbar irgendwo anzubringen, da man sie sonst sehr schnell stehlen kann – bei dem Anschaffungspreis natürlich sehr ärgerlich.

Nicht für Dauerüberwachung

Die Netgear Arlo ist nichts für den dauerhaften Einsatz. Sie wird mit Batterien betrieben. Bei rund vier Minuten Laufzeit am Tag hält die Batterie vier bis sechs Monate – laut Netgear. Wenn die Kamera also dauernd aktiv werden muss, verkürzt sich die Laufzeit drastisch, zudem gibt es Nutzer, die berichten von ganz anderen Laufzeiten – vier Wochen nämlich bei 10 Aufnahmen pro Tag. Besser also manuell Überwachunsgzeiten justieren oder bei der Anschaffung daran denken, was man überwachen will. Will ich meine Garage überwachen, dann mag das in Ordnung sein, da dort täglich wenig Trubel ist. Würde ich die Kamera dauerhaft in meinem Wohnzimmer platzieren, so würde sie wohl mehr zu tun haben und die Batterien schnell zur Neige gehen. Bei den Batterien handelt es sich übrigens um vier CR123, die in der Anschaffung je nach Benutzung der Kameras auch ins Geld gehen können. 10 Stück kann man derzeit für um 17 Euro bekommen.

Tag- und Nachtmodus in Bildform

Die Kamera zeichnet nicht nur Bilder auf, ihr könnt auch manuell Screenshots aus der Live-Ansicht extrahieren. Ich habe mal ein paar gemacht, einmal vom nahen, dann etwas weiter entfernt – und zudem in einem total dunklem Raum ohne Fenster. Screenshots und Videos lassen sich über die App oder das Web anschauen und / oder herunterladen.

Eine Art Fazit

Wie ich bereits anriss: Die Netgear Arlo sollte nicht in Betracht gezogen werden, wenn man sich eine Kamera zur Dauerüberwachung wünscht. Dafür ist sie einfach nicht gedacht. Sie zeichnet zu definierten Zeiten bei Bewegung auf und bläst die Inhalte in die Cloud. Kein Internet bedeutet keine Aufzeichnung. Eine Speichermöglichkeit auf im Hause liegenden Speicher oder einen FTP im Netz ist leider nicht möglich. Ebenso fehlt mir die Möglichkeit der Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Netgear-Konto, wenn ich schon vielleicht brisantes Videomaterial ins Netz übertrage.

In Sachen Web-Lösung, Software und Nutzung finde ich die Kamera äußerst gelungen, das Paket ist logisch aufgebaut und auch für den Einsteiger einfach zu bedienen. Interessierte sollten vielleicht von vornherein überlegen, was sie genau alles überwachen wollen und schauen, dass sie ein größeres Kamera-Set günstig schießen. Die Anschaffung geht nämlich ins Geld – das System mit Basisstation und zwei Kameras liegt bei 299 Euro (eine Kamera 199 Euro), während man für das Fünfer-Paket rund 699 Euro ausgibt – eine einzelne Kamera kostet bei Amazon 139 Euro (Zusatz, ohne Basisstation).


Über den Autor: caschy

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