Apple Patente zeigen interessante Ansätze für Nutzung von Wearables

21. Juni 2014 Kategorie: Apple, iOS, Wearables, geschrieben von:

Das U.S. Patent and Trademark Office hat ein paar Patente von Apple veröffentlicht, die die Funktionalität von verbundenen Sensoren beschreiben. Während solche Patente nie als Beweis dafür genommen werden können, was ein Unternehmen tatsächlich in seinen Produkten einsetzt, können sie dennoch einen guten Hinweis darauf geben, was da künftig kommen könnte. Und sie bieten natürlich viel Platz für Spekulationen. Um drei Patent-Anträge geht es hier, die das iPhone als Schnittstelle für verschiedene Sensoren sehen, die unter anderem in Wearables verbaut sein können.

Apple_Wearables_Pat_01

Die erste Zeichnung zeigt wie Apple mit verschiedenen Sensoren nicht nur die Daten eines Wearables verarbeiten will, sondern auch andere Faktoren, wie den Ort oder Datum und Zeit mit einbezieht. Durch die gesammelten Informationen lässt sich ein Profil des Nutzers erstellen, das in der „Personal Scorecard“ quasi den Lebensstil des Nutzers anzeigt. Als Beispiel wird angeführt, dass ein Nutzer auf einem Laufband im Fitness-Studio trainiert.

Durch einen Fitness-Tracker wird erkannt, dass der Nutzer sich bewegt. Über GPS erkennt das System, dass sich der Nutzer allerdings nicht fortbewegt. Das System schlussfolgert dann daraus, dass er sich in einem Gebäude befindet und auf einem Laufband trainiert, trägt die entsprechenden Daten dann in die Scorecard ein, ohne dass der Nutzer selbst irgendwelche Parameter manuell hinzufügen muss. Durch das Sammeln dieser Daten sollen dann auch Vorschläge für andere Aktivitäten gegeben werden können, zum Beispiel im Urlaub oder Kontaktvorschläge für Personen mit gleichen Interessen.

Das zweite Patent beschäftigt sich mit der automatischen Erstellung von Erinnerungen und Alarmen. So könnte ein Armband zum Beispiel erkennen, dass der Nutzer jeden Abend zu einer bestimmten (gleichen) Zeit nur minimale Bewegungen vorweist. Das System schlussfolgert, dass der Nutzer schläft und kann einen etwaigen Alarm auch im „Nicht stören“-Modus laut wiedergeben (was konkret Quatsch ist, da der „Nicht stören“-Modus einen Weck-Alarm sowieso laut abspielt).

Das andere Beispiel für diese Funktion könnte die Party-Gänger freuen. Das System erkennt, dass man Freitag Abend lange aus war. Ein Check des Kalenders zeigt, dass man am Samstag um 10 Uhr einen Freund anrufen möchte und der Alarm dafür bereits auf 9 Uhr gestellt ist. Damit man die kurze Nacht voll auskosten kann, entscheidet dann das System, dass es genügt, den Nutzer um 9:45 Uhr zu wecken. Klingt zwar etwas creepy, schließlich hat man den Alarm vermutlich bewusst auf eine Stunde vorher gestellt, aber hey, 45 Minuten mehr Schlaf entspricht im Zweifelsfall 20% weniger Kopfschmerzen. 😉

Ein drittes Beispiel ist ebenfalls nicht schlecht. Hier geht Apple davon aus, dass zwei Nutzer einen Tracker tragen. Ist der iPhone-Alarm von Nutzer X gestellt, es legt sich aber Person Y zwischen iPhone und Nutzer X, kann das System den Alarm auf stumm stellen und Nutzer X per Vibration am Armband wecken. Auf die Idee muss man erst einmal kommen.

Apple_Wearables_Pat_02

Das dritte Patent beschreibt die automatische Wiederholung von Benachrichtigungen. Auch hier wieder ein Beispiel genannt. Der Nutzer möchte ein kurzes Schläfchen halten und schaltet den „Nicht stören“-Modus scharf und stellt einen Alarm ein. Bewegt sich der Nutzer nun, bevor der Alarm losgeht, entscheidet das System, dass der Nutzer wach ist und informiert ihn über alle verpassten Anrufe / Benachrichtigungen. Das System erkennt aber auch, wenn der Nutzer nur kurz das iPhone zur Hand nimmt, um die Uhrzeit zu checken und danach weiter schlummert. In diesem Fall werden die Benachrichtigungen weiter unterdrückt.

Das liest sich schon alles sehr spannend, gleichzeitig heißt dies aber auch, dass die technischen Geräte wirklich alles tracken, was der Nutzer so macht und aus diesen Daten ein recht genaues Profil erstellt wird. Ob man dies für sich selbst will, kann man zum Glück selbst entscheiden, es wird ja niemand gezwungen, solche Tracking-Geräte auch zu verwenden. Mal sehen, ob wir im Herbst irgendetwas davon in einer eventuellen iWatch entdecken werden.


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Quelle: Apple Insider |

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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