Amazon und Netflix shoppen deftig auf dem Sundance Film Festival

5. Februar 2017 Kategorie: Streaming, geschrieben von: André Westphal

Auf dem Sundance Film Festival feiern in den USA jedes Jahr viele, frische Filme ihre Premiere. Vor allem Indie-Filmemacher nutzen hier seit den 1970er-Jahren ihre Chance, um den Vertrieben ihre Produktionen schmackhaft zu machen. So würde es etwa einen aktuellen Hit wie „La La Land“ vermutlich ohne das Sundance Film Festival nicht geben. Denn Regisseur Damien Chazelle, der durch das Drama „Whiplash“ bekannt wurde, weckte erst auf dem Sundance Film Festival damals die Aufmerksamkeit Hollywoods.

Dieses Jahr schlagen auf dem Festival spannenderweise besonders Amazon und Netflix zu. Die Streaming-Anbieter haben sich die Rechte an etlichen, hochkarätigen Produktionen gesichert.

Offenbar wurde Amazon von seinem Erfolg mit „Manchester by the Sea“ beflügelt: Auch die Rechte an diesem Film sicherte sich Amazon auf dem Sundance Film Festival. „Manchester by the Sea“ war für etliche Golden Globes nominiert und nahm am Ende eine Trophäe mit nach Hause.

Dieses Jahr hat Amazon 12 Mio. US-Dollar für die romantische Komödie „The Big Sick“ hingelegt. Die Hauptrolle spielt der aus „Silicon Valley“ bekannte Kumail Nanjiani. Nanjiani schrieb auch das Drehbuch und führte Regie. Mehr als 6 Mio. US-Dollar war Amazon zudem die Dokumentation „Long Strange Trip“ über die Band Grateful Dead wert.

Ebenfalls in Amazons Portfolio gewandert sind noch die Komödie „Landline“, das Drama „Crown Heights“ sowie die Dokumentation „City of Ghosts“ über den Krieg in Syrien und den Islamischen Staat.

Auch Netflix ließ sich nicht lumpen und gab 12,5 Mio. US-Dollar für „Mudbound“ aus, ein Drama, das die Geschichte von zwei Veteranen erzählt, die nach dem zweiten Weltkrieg in die US-Südstaaten zurückkehren. 8 Mio. US-Dollar sah Netflix als angemessen für „To The Bone“ an.

Das Magersucht-Drama mit Lily Collins und Keanu Reeves schafft es also zum Streaming-Anbieter. 5 Mio. US-Dollar rückte Netflix außerdem für die Komödie „Fun Mom Dinner“ mit Toni Collette und Molly Shannon raus. Zusätzlich sicherte sich Netflix auch die Rechte an  „The Incredible Jessica James“ und dem Thriller „Berlin Syndrome“.

Für die Dokumentation „Icarus“ über Doping in Russland legte Netflix nochmal 5 Mio. US-Dollar auf den Tisch – sowie 2 Mio. US-Dollar für „Nobody Speak: Hulk Hogan, Gawker and Trials of a Free Press“.

Dieser Beitrag beschäftigt sich, wie man direkt am Titel erkennt, mit dem Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Wrestler und der Boulevard-Plattform Gawker, die letzten Endes immense Zahlungen an Hogan leisten musste, weil über ein durchgesickertes Sex-Tape berichtet wurde.

Damit nicht genug: Netflix sicherte sich außerdem noch die weltweiten Rechte an den Dokumentationen „Chasing Coral“, „Joshua: Teenager vs. Superpower“ über einen Dissidenten in China sowie „Casting JonBenet“ über einen dramatischen Mordfall an einem jungen Mädchen in den USA.

Klar, dass auch die großen Studios bzw. deren Indie-Labels wie Sony Pictures Classic, Focus Features (Universal und Fox Searchlight deftig zugeschlagen haben. Netflix erwies sich aber als aktivster Käufer bei dem diesjähigen Sundance Film Festival, was die Bedeutung des Streaming-Anbieters, auch für den Vertrieb von Filmen, nur untermauert.

Warten wir also ein wenig ab – Abonnenten von Amazon Prime und Netflix werden die genannten Titel jedenfalls nach Absicherung der Rechte sicherlich noch im Verlauf des Jahres streamen können. Zuerst kommen die Filme und Dokumentationen teilweise noch in die Kinos.

(via The Wrap)

 

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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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