4 Millionen Apps im Wert von 17 Millionen Dollar: App-Raubkopierer bekennen sich schuldig

3. Mai 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Apps Artikel LogoArrrr, Matey! Software-Piraten haben es nicht leicht, nicht einmal dann, wenn sie nur Android-Apps zum kostenlosen Download anbieten. Denn Apps sind ein großes Geschäft mit hohen Umsätzen, die natürlich ausbleiben, wenn keiner mehr für die Apps bezahlt. Der tatsächliche Schaden ist, analog zu den Bereichen Film und Musik, nicht bezifferbar. Denn niemand kann sagen, wie oft eine kostenlos heruntergeladene App tatsächlich verkauft worden wäre. Das hält Ermittler natürlich nicht davon ab, gegen Betreiber von Downloadportalen mit raubkopierten Apps vorzugehen. Der erste Fall von App-Piraterie wurde nun quasi abgeschlossen, die beiden Angeklagten bekannten sich schuldig. Sie werden für die Verbreitung von mehr als 4 Millionen Apps im Wert von 17 Millionen Dollar verurteilt.

Beide bekannten sich vor Gericht schuldig, einer der beiden bekannte sich auch noch in einem anderen Fall schuldig, in dem er für den Vertrieb von über einer Million Apps im Wert von 1,7 Millionen Dollar über eine weitere Plattform sorgte. Da sich beide schuldig bekannt haben, ist es also nicht verwunderlich, dass sie auch verurteilt werden. Leider gibt es noch keine Informationen über das Strafmaß, das soll erst am 1. August verkündet werden.

Gerade das Strafmaß dürfte interessant sein. Während die Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material kein Kavaliersdelikt ist, bleibt auch hier offen, wie groß der entstandene Schaden ist. Wenn man in der Pressemitteilung zu diesem Fall vom Department of Justice liest, wird man auch über die theoretischen Summen stolpern, die hoffentlich nicht als Grundlage zur Festlegung der Strafe herangezogen werden.

Diebstahl ist gesetzeswidrig, nicht nur hierzulande. Das sollte man sich bei solchen Geschichten immer vor Augen halten. Interessant ist hier meist nur die Strafe, die oftmals sehr überzogen ist, da einfach falsche Werte herangezogen werden. Im August wird man es dann wissen.

Ich frage mich ja immer, was einen dazu verleitet, sich Sachen wie Apps oder mobile Games aus illegalen Quellen zu beschaffen statt die paar Euro auszugeben. Sagt ja nichts anderes aus, als dass man die Arbeit des Entwicklers nicht wertschätzt, die App aber offenbar gut genug ist, wenn man sie kostenlos laden kann. Eine Logik, die sich mir gänzlich entzieht. Ohne dieses Verhalten der „Nutzer“ würden solche Portale auch gar nicht existieren können.


Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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