4 Millionen Apps im Wert von 17 Millionen Dollar: App-Raubkopierer bekennen sich schuldig

Apps Artikel LogoArrrr, Matey! Software-Piraten haben es nicht leicht, nicht einmal dann, wenn sie nur Android-Apps zum kostenlosen Download anbieten. Denn Apps sind ein großes Geschäft mit hohen Umsätzen, die natürlich ausbleiben, wenn keiner mehr für die Apps bezahlt. Der tatsächliche Schaden ist, analog zu den Bereichen Film und Musik, nicht bezifferbar. Denn niemand kann sagen, wie oft eine kostenlos heruntergeladene App tatsächlich verkauft worden wäre. Das hält Ermittler natürlich nicht davon ab, gegen Betreiber von Downloadportalen mit raubkopierten Apps vorzugehen. Der erste Fall von App-Piraterie wurde nun quasi abgeschlossen, die beiden Angeklagten bekannten sich schuldig. Sie werden für die Verbreitung von mehr als 4 Millionen Apps im Wert von 17 Millionen Dollar verurteilt.

Beide bekannten sich vor Gericht schuldig, einer der beiden bekannte sich auch noch in einem anderen Fall schuldig, in dem er für den Vertrieb von über einer Million Apps im Wert von 1,7 Millionen Dollar über eine weitere Plattform sorgte. Da sich beide schuldig bekannt haben, ist es also nicht verwunderlich, dass sie auch verurteilt werden. Leider gibt es noch keine Informationen über das Strafmaß, das soll erst am 1. August verkündet werden.

Gerade das Strafmaß dürfte interessant sein. Während die Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material kein Kavaliersdelikt ist, bleibt auch hier offen, wie groß der entstandene Schaden ist. Wenn man in der Pressemitteilung zu diesem Fall vom Department of Justice liest, wird man auch über die theoretischen Summen stolpern, die hoffentlich nicht als Grundlage zur Festlegung der Strafe herangezogen werden.

Diebstahl ist gesetzeswidrig, nicht nur hierzulande. Das sollte man sich bei solchen Geschichten immer vor Augen halten. Interessant ist hier meist nur die Strafe, die oftmals sehr überzogen ist, da einfach falsche Werte herangezogen werden. Im August wird man es dann wissen.

Ich frage mich ja immer, was einen dazu verleitet, sich Sachen wie Apps oder mobile Games aus illegalen Quellen zu beschaffen statt die paar Euro auszugeben. Sagt ja nichts anderes aus, als dass man die Arbeit des Entwicklers nicht wertschätzt, die App aber offenbar gut genug ist, wenn man sie kostenlos laden kann. Eine Logik, die sich mir gänzlich entzieht. Ohne dieses Verhalten der „Nutzer“ würden solche Portale auch gar nicht existieren können.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

19 Kommentare

  1. Ohne dieses Verhalten der „Nutzer“ würden solche Portale auch gar nicht existieren können?
    Oder umgekehrt?:
    Ohne solche Portale würde dieses Verhalten der „Nutzer“ auch gar nicht existieren.

  2. Star Craftler says:

    hat bestimmt jeder schonmal gemacht…. aber im Prinzip kann ich die Haltung auch nicht verstehen. Wenn ich nicht das Geld habe mir ein Spiel für 1-2 Euro zu leisten dann brauch ich auch nicht das neuste Handy haben. Außerdem muss man bedenken, dass die Leute hinter den Spielen auch nicht von der Hand in den Mund leben und auch was zum Überleben brauchen. Von daher kann ich dieses „Ich zahl nicht mal 10 cent“ für ne App Mentalität mancher Leute, in keinster Weise verstehen.

    Wenn ich etwas nutze, zahle ich es auch.
    Wenn der Preis für mich irgendwann in keiner Relation mehr steht, z.B. Spotify für 10 Euro im Monat – sehe ich nicht ein da Premium und sogar noch im Abo zu zahlen – ist mir einfach nicht Wert. Dann kann ich auch noch die Werbung-Version nutzen.

    Bei so Sachen wie Adobe Suite wie gleich ein paar Hunderter haben wollen oder Thinkcell, wo man als Privatmann nicht mal ne Einzellizenz (?!) beziehen kann sehe ich es dann auch nicht ein etwas zu bezahlen. Irgendwo müssen die Relationen auch noch stimmen.

  3. Mensch, Sascha.

    Wer kopiert, stiehlt nicht.

  4. Besonders die Tatsache, dass Leute z. B. ein iPhone für 600-1000€ kaufen und dann nicht das Geld dazu haben, sich Apps bis ca. 10€ zu kaufen…

  5. Fraggle says:

    Es gibt viele Gründe, warum man eventuell etwas kopiert ohne gleich illegal zu handeln. Ein Beispiel in meinem Fall ist der grausig Kopierschutz beim 3. Teil des Hobbits, den ich in der Special Extended Edition kaufte (wie auch die anderen beiden Teile und HdR1-3). Nur kann ich aufgrund des blöden Kopierschutzes die BR nicht abspielen. Um ihn zu sehen muß ich ihn daher irgendwann kopieren wenn ich nicht warten will, bis ich ein neues Abspielgerät kaufen werde.
    Oder anderes Beispiel, Game of Thrones. Die meist heruntergeladene Serie, aber auch die meistverkaufte. Es ist nicht immer einfach alles zu intepretieren

  6. Der Grund warum Android so erfolgreich ist. Das einzige Betriebssystem, wo man ohne große Schwierigkeiten Apps illegal runterladen kann

  7. mihcele says:

    Ich habe des Öfteren Apps illegal bezogen, aus unterschiedlichen Gründen. Hauptsächlich um Apps zu testen, gerade bei Anroidapps hatte ich schon häufig Probleme mit Apps die nicht rundlaufen und bis vor kurzem hatte man bloß 15 Minuten Zeit um Apps unkompliziert ‚zurückzugeben‘. Wenn ich die App als gut und funktionierend befunden habe, wird sie natürlich gekauft.

    Ein weiterer Grund, sind Playstore Restriktionen. Manche Apps lassen sich partout nicht auf bestimmten Geräten installieren, obwohl sie funktionieren würden. Ich wäre auch bereit dafür zu bezahlen, aber der Playstore lässt einen Kauf gar nicht zu.

    Generell würde ich allerdings von solchen Angeboten Abstand halten, wenn man der Quelle nicht vertraut kann sonstwas mit in der APK sein, gerade bei den illegalen Appmarkets. Ich weiß von meinem Neffen (13 Jahre), dass sich aber gerade diese Appmarkets in seiner Altersgruppe großer Beliebtheit erfreuen – hunderte Apps werden im Wochenrythmus installiert, deinstalliert und hinterlassen entsprechende Spuren auf den Geräten.

  8. @mini, meinst du nicht das ist eine etaws beschränkte sichtweise ?
    Bei Windows und OSX kann man auch ohne große Schwierigkeiten Apps illegal runterladen und benutzen. Benutzt deswegen keiner Linux ?

  9. @dermax: für den Desktop stimme ich dir zu^^die haben auch eine hohe Verbreitung. auf dem mobilen Sektor stimme ich dir nicht zu. um auf einem iPhone oder Windows mobile gerät eine illegale app zu installieren muss man ziemlich viel machen und muss dann auch mit vielen Nachteilen leben. Bei Android sind es zwei drei Handgriffe die auch ein 13 jähriger hinbekommt ohne Ahnung zu haben.

  10. mihcele says:

    @dermax
    Du vergleichst hier ein mobiles OS mit Desktopsystemen. Eigentlich muss das im Vergleich zu iOS und Windows Phone geschehen, soweit mir bekannt ist es bei beiden nicht ohne weiteres möglich Apps außerhalb der Stores zu installieren. Bei Android muss man dafür lediglich ein Häckchen in den Optionen setzen.

  11. @mini, ja es ist allerdings einfach. Das ist ja das gute an (mehr oder weniger) offenen Systemen: jeder kann machen was er will, ob legal oder nicht ist da eher eine moralische Frage. Trotzdem kann man den Erfolg von Android ja nicht nur auf das (mögliche) installieren illegal kopierter Apps schieben. Ein großteil wird diese Möglichkeit sicher genauso wenig nutzen wie auf den Desktop-Systemen auch.

  12. @mihcele stimme voll zu. Gerade bei teuren Apps die man nur wenig nutzt will man nicht auch noch das Risiko eingehen auf den Kosten sitzen zu bleiben wenn die nicht sauber laufen. Einige brauchen Einrichtungszeit – da reichen nicht immer 15 min minus der Zeit den Knopf zu finden.

  13. Also hier reden sich die Verbrecher mal wieder mächtig raus.

    1
    Testen. Man kann jede App testen. In dem man Sie wieder in einem bestimmten Zeitrahmen wieder zurück gibt. Dann gibt es auch das Geld wieder.

    Also Faule ausreden.

    2
    Die Apps, die nicht angezeigt werden. Sind in der Regel inkompatibel. Werden also aus Guten Grund nicht angezeigt.

    3
    Viele Apps gibt es kostenlos und kann man dann Freischalten. Also ausgiebig testen.

    Die Leute klauen einfach wie die Raben das ist es. Es ist einfach und Gefahrlos möglich.

  14. Friedrich Nietzsche says:

    @mini: In deiner kleinen kausal losgelösten Nerd-Welt mag das vielleicht so sein. Normale Menschen wissen in der Regel aber nicht, was mit einem OS geht und was nicht, auch bei Apk-Dateien, geschweige denn interessieren sie sich so sehr für Apps, als dass sie sich die Mühe für sowas machen würden. Die wichtigen sind eh alle kostenlos. Einen Marktanteil von 70 bis 80 Prozent davon abzuleiten, dass relevante kostenpflichtige Apps mit einem Nutzungsanteil von einigen Prozent kostenlos kopiert werden können, ist lächerlich.

  15. Ich habe auf meinem Handy und meinem Tablet jeweils nur ein paar Apps als Vollversion installiert und für die habe ich auch bezahlt.
    Gibt nicht so viele Apps, für die ich eine sinnvolle Verwendung habe.

  16. Ich finde es schwierig eine Meinung zu haben ohne es zu kennen, nennt man Vorteil oder so. Ich habe diesen Zugang zu apps auch mal genutzt als ich einfach keine Kohle dafür hatte aber neugierig war. Das hat mir eine Menge an Erfahrung gebracht wovon ich heute noch profitiere. Deswegen gebe ich heute auch gerne Geld für Software aus, weil ich das Geld nun habe und die gute Arbeit Wertschätzung will.

  17. mihcele says:

    @John

    >Also hier reden sich die Verbrecher mal wieder mächtig raus.

    Arbeite mal an deiner Lesekompetenz, bevor du andere als Verbrecher bezeichnest. Niemand hier hat das illegale Besorgen und dauerhafte Nutzen von Apps legitimiert.

    >1
    >Testen. Man kann jede App testen. In dem man Sie wieder in einem bestimmten Zeitrahmen wieder zurück gibt. Dann gibt es auch das Geld wieder.

    Früher 15 Minuten, heute 2 Stunden. Ich habe genug teure Apps, welche ich in diesem Zeitraum nicht ausreichend testen kann.

    >2
    >Die Apps, die nicht angezeigt werden. Sind in der Regel inkompatibel. Werden also aus Guten Grund nicht angezeigt.

    Stimmt nicht. Viele Apps inkludieren einfach nur bestimmte Frameworks oder SOCs, auf welchen sie getestet wurden. Ich hatte mehrfach Geräte (Intel x86 SOCs, „Chinaphones“), welche vom Playstore falsch erkannt und damit ausgeschlossen werden.

    >3
    >Viele Apps gibt es kostenlos und kann man dann Freischalten. Also ausgiebig testen.

    Viele der Apps die du nutzt vielleicht, bevor ich im XX€-Bereich Geld für eine App ausgebe, will ich mir sicher sein, dass sie auch ordentlich funktioniert.

    >Die Leute klauen einfach wie die Raben das ist es. Es ist einfach und Gefahrlos möglich.

    Woher nimmst du diese Aussage anhand der getätigten Kommentare? Beim nächsten Mal: Lesen, Verstehen, Nachdenken, Posten 😉

  18. @Sascha: „statt die paar Euro auszugeben“. Hast Du mal „My Paid Apps“ installiert? Ich habe das getan (und auch eine „Spende“ abgegeben). Ich habe die App soeben laufen lassen: 155 Apps gekauft zu einem Durchschittspreis von 2,58 Euros. Das zum ‚Thema „die paar Euros“. Es ergeben sich 400,11 Euros für einen Zeitraum von ca. 4 Jahren. „Kleinvieh macht auch Mist!“ – diesen Spruch sollte man immer im Hinterkopf haben. Das gilt auch und noch schärfer für die, ach so kleinen, monatlichen Beträge. Das läppert…

  19. Sascha Ostermaier says:

    @friddes: 400 Euro in 4 Jahren find ich nun nicht viel. Meines Wissens wird auch keiner gezwungen, Apps zu kaufen. Wenn es Dir zu viel ist, kauf weniger? Ich bin mir auch nicht sicher, ob Dein Kommentar als Rechtfertigung für die Nutzung illegaler Angebote dienen soll oder ob Du Dich nur an der „paar Euro“-Aussage störst. 😀