YI Outdoor Camera 1080p Testbericht

Nachdem ich neulich schon einen Blick auf die YI Dome Kamera 1080p geworfen habe, eine Dome-Indoor-Lösung, folgt nun das Outdoor-Modell namens YI Outdoor Camera, welches Ende 2017 von Xiaomi vorgestellt wurde. Das Szenario dürfte klar sein: Während ihr einen Dome indoor irgendwo platziert, ist die Outdoor-Variante typischerweise irgendwo draußen zu finden. Sie verfügt über keinen klassischen Aufsteller, stattdessen wird eine Wandhalterung mitgeliefert.

So früh im Bericht allerdings schon der Hinweis, dass man diese nicht zwingend nutzen muss, wenn keine Möglichkeit vorhanden ist, man die Kamera zudem etwas freier benutzen möchte. Ein billiges Stativ sollte reichen, auf dieses passt das Gewinde der Kamera und so kann man diese frei in- und outdoor positionieren, im Notfall sogar fernab des Stromnetzes, da man die Kamera an eine ausreichend dimensionierten Powerbank anklemmen könnte.

Technische Daten der YI Outdoor Camera

Produktname YI Outdoor Camera
Foto-/Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel, 4x Digital-Zoom
Videocodec H.264
Aufnahmewinkel 110° (Weitwinkel)
Brennweite 3,9 mm
Funktionen Gegensprechfunktion, Nachtsicht, Bewegungserkennung, intelligenter Erkennungsalarm
Verbindung 2,4 GHz (802.11 b/g) WLAN
Apps: Windows, macOS, Android, iOS
Material Kunststoff
Abmessungen 132 mm x 68 mm, 70 mm Halterung
Gewicht 252 Gramm
Speicher microSD-Karten (Class 4 oder höher) bis zu 32 GB oder YI Cloud (in meinem Test klappten auch 64 GB)

Lieferumfang YI Outdoor Camera

Die YI Outdoor Camera kommt in einem quadratischen Karton, der Netzteil, Kamera, microUSB-Verbindungskabel (3 Meter lang), Handbuch, sowie Dübel, Schrauben und die Unterplatte für die Befestigung enthält. Ebenfalls ist ein Schraubendreher dabei, mit dem ihr die Schrauben der Abdeckung lösen könnt, die Resetknopf und microSD-Karten-Slot verdeckt. Und falls ihr das Kabel sauber verlegen wollt, sind die Klemmen auch dabei.

Verarbeitung YI Outdoor Camera

Die Kamera ist aus weißem Kunststoff, leicht mattiert. Alles ist abgerundet, das Gehäuse wirkt nicht billig und ist meines Erachtens fester als die Dome-Variante für den Indoor-Einsatz. Unten befindet sich der eben erwähnte Schacht für die microSD-Karte, der aufgeschraubt werden muss, möchte man eine Karte einlegen. Augen auf, dass ihr beim Einlegen auch den Slot erwischt und nicht den Leerraum zwischen Reset-Knopf und Kameragehäuse.

Einrichtung YI Outdoor Camera

Die Einrichtung der YI Outdoor Camera ist in wenigen Augenblicken erledigt. Sie erfolgt sprachgeführt, d.h. die Kamera sagt an, dass sie bereit zur Einrichtung ist. Um die App zu koppeln, muss ein in der App generierter QR-Code vor die Linse gehalten werden, der Nutzer zudem ein Konto einrichten. Alles sehr einfach realisiert und auch in einer Deutsch lokalisierten App.

Nutzung der App der YI Outdoor Camera

Die App bietet vor allem erst einmal ein Livebild der Kamera. Dieses ist gut erkennbar und FullHD ist nicht nur einfach daher gesagt. Man sieht ein Vorschaufenster und kann dann manuell ins Bild herein- oder herauszoomen. Ein Umschalten zwischen SD und HD ist möglich, standardmäßig steht dies auf automatisch. Man kann zudem auf neueren Android-Systemen das Bild der Kamera aus der App holen.

Die App lässt sich sehr detailliert einstellen bezüglich Bewegungserkennung. Wird ein Alarm ausgelöst aufgrund von Bewegung, dann kann dies nicht nur an das Smartphone weitergeleitet werden, die Kamera kann selbst auch einen akustischen Alarm auslösen.

Überwachungszeiten gibt es auch, aber das beschrieb ich ja schon in meinem anderen Test, in dem die gleiche Software zum Einsatz kam. Man kann live Screenshots oder Videos anfertigen. Ebenfalls lässt sich ein Mikrofon nutzen.

Bild oben: Hochformat mit Live-Ansicht. Hierbei zu beachten: Per Tap auf das Bild kommt man in einen Modus, in dem man die Inhalte der microSD-Karte abfragen kann. Die App informiert auf Wunsch über festgestellte Bewegungen und zeichnet auf. In der App tauchen die Alarme immer nur als sechs Sekunden langes Vorschaubild auf, ein Tap bringt euch in die Timeline, die ihr bequem abfahren könnt, um die Aufzeichnungen der Kamera zu sehen, die auf der Karte lagern. Hier einmal noch folgend die Nachtsicht in der Normalansicht und gezoomt:

Die Desktop-App. Hier hat man eine Live-Ansicht, kann zudem auf Videos und Alarme zugreifen, wie mobil eben auch. Die Kamera bietet eine Korrektur der Objektiverzerrung, je nach Einstellung sieht man ein bisschen mehr vom Bild. Hier einmal in der Übersicht:

Speichermöglichkeiten YI Outdoor Camera

Spricht man über Kameras, dann muss man auch über die Speichermöglichkeiten des aufgenommen Materials sprechen, mit allen Vor- und Nachteilen. Viele mögen keine Cloud-Speicherung, da hier erweiterte Speichermöglichkeiten meistens kosten. Auch bei YI ist dies so, die diversen Kameras lassen sich an die YI Cloud anbinden, hier gibt es unterschiedliche Preis-Staffelungen.

Nimmt man den Standardplan, bei dem nur Bewegungenaufzeichnungen in der Cloud landen, dann zahlt man bei 7 Tagen 20 Euro im Jahr. Nimmt man 5 Kameras in den Plan, dann landet man bei 60 Euro. Will man dauerhaft aufzeichnen, dann zahlt man bei einer Kamera 60 Euro im Jahr. Das alles kann über die App gebucht werden.

Auf der anderen Seite gibt es noch die microSD-Karte. Die zeichnet alle Alarme auf, sodass man auch von dort abfragen kann. Das bringt den Nutzer natürlich wieder zu der alt bekannten Problematik: Wird die Kamera gestohlen, ist die microSD-Karte mit dem Material auch weg. Übrigens: Xiaomi gibt bei der Yi Cam unterstützte Karten bis 32 GB an, in meinem Test funktionierte allerdings auch eine mit 64 GB.

Was mich persönlich weiterhin stört: Die App zeigt bei Alarmen immer nur einen sechs Sekunden langen Clip, den man in der Vorschau sieht. Diesen kann man sich auch im Nachgang komplett anschauen. Ein komplettes Downloaden des Clips habe ich in der App nicht entdecken können, man müsste den Clip laufen lassen, dann den integrierten Rekorder nutzen, um entsprechendes Material aufzuzeichnen und auf dem Smartphone zu speichern.

Positiv zu erwähnen: Sehr einfache Konfiguration und Nutzung von Software und Kamera, faires Preis-Leistungsverhältnis. Die Steuerung funktioniert wie erwartet, ebenso das Erkennen von Bewegungen und Geräuschen mit anschließender Benachrichtigung in der App auf dem Smartphone oder einer Smartwatch wie der Apple Watch. PIN-Sicherung der Kamera ist möglich, sodass ein Zugang auf Konto oder App alleine nicht ausreicht, um an Inhalte zu kommen. Nutzung ist auch per Tethering über das Smartphone machbar und einer Powerbank ebenso. So kann man die Kamera temporär fernab von WLAN oder Steckdose nutzen. Die Aufzeichnung ist dauerhaft möglich oder nur bei erkannter Bewegung.

Negativ-Aspekte: Die Nutzung ist nur per App möglich. Man kann die Kamera für andere Nutzer freigeben, aber ein Streamen im Web ohne die App ist nicht möglich. Was schade ist: Die Alarm-Einstellungen lassen sich in Sachen Zeitraum justieren, die komplette Aufnahmen lassen sich offenbar nicht auf Basis Zeit regeln. Hier wäre es schön, wenn man der Kamera sagen könnte: Verfalle in einen Automatismus, der von z.B. 13 bis 15 Uhr komplett aufnimmt, aber sonst nicht. Muss man halt in der App regeln.

Ein vorläufiges Fazit zur YI Outdoor Camera

Die Kamera hat sich in meinem Test keine groben Schnitzer erlaubt. Ansonsten fand ich die App und den Funktionsumfang gemessen am Preis sehr gut und ich denke, dass man bei bestimmten Überwachungsaufgaben ruhig mal eine solche Kamera im Hinterkopf haben darf. Auch beim Vorgänger bewertete ich so, was recht einfach ist, da es der identische Hersteller und somit die gleiche Software ist.

Ich persönlich fand das Handling sehr interessant, gerade in Hinsicht auf andere von mir getestete Produkte. Werde mir eventuell noch ein paar weitere Modelle besorgen und berichten.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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8 Kommentare

  1. Ich kaufe mir so eine Kamera die ins Netzwerk gehangen wird. Und ich kann sie nicht auf ein Netzlaufwerk etc. speichern lassen?

    Naja solange irgendwelche Leute es kaufen.

  2. @Cashy: Ein bisschen viele SEO-Headlines ( YI Outdoor Camera), findest du nicht? Dadurch bekommst du sicherlich mehr neuen Traffic, aber wäre ich nicht schon langjähriger Leser, wäre ich aus diesem Grund abgesprungen. Das wirkt einfach komplett unseriös auf mich.

    • Wie, ich soll also nicht den Produktnamen erwähnen?

      • Ja genau, Caschy. Exakt das habe ich gesagt.
        Deine Leser könnten sonst mittendrin plötzlich vergessen, worum es gerade geht!

        Ich meine, das ist schon ganz gut:
        – YI Outdoor Camera 1080p Testbericht
        – Technische Daten der YI Outdoor Camera
        – Lieferumfang YI Outdoor Camera
        – Verarbeitung YI Outdoor Camera
        – Einrichtung YI Outdoor Camera
        – Nutzung der App der YI Outdoor Camera
        – Speichermöglichkeiten YI Outdoor Camera
        – Ein vorläufiges Fazit zur YI Outdoor Camera

        Aber ich möchte gern noch einen Verbesserungsvorschlag machen:

        – YI Outdoor Camera: Technische Daten der YI Outdoor Camera im Testbericht der YI Outdoor Camera

  3. Die Kamera ist jetzt schon Elektronikschrott. Entweder die Elemente der Natur machen ihr in den ersten 1-2 Jahren den garaus oder der Zwangscloudblödsinn geht offline.

    Nee, so ein Müll kann gleich beim Kistenschieber bleiben. Das ist die Kundenverblödelei-Hoch3.

  4. Moin caschy,
    die Kamera sieht nicht wirklich outdoor-tauglich aus? Hat die zb. IP66?
    Und kann sie RTSP?

  5. Es gibt ein paar YI’s die man mit nem Custom Hack RTSP fähig bekommt.
    https://github.com/shadow-1/yi-hack-v3

    Ich selbst hab die Dome 1080p und für den Indoor Bereich verzichte ich auf die Aufzeichnung auf SD und Co.
    Damit überwache ich meine Bengalkatzen wenn ich mal außer Haus bin.
    Für gewisse Anwendungen benötigt man kein schnick snack und ich bin mit der App super zufrieden.

    Für die aktive präventiv Maßnahme hab ich drei echte Überwachungskameras die auch gegen Vandalismus richtig standhalten und gegen die Kälte und Feuchtigkeit.
    (Reolink und von Dahua mit 4MP also etwas mehr als FHD Auflösung, verbunden mit PoE an meiner Synology.)

    Aus meiner Erfahrung: FullHD also 2MP reichen vollkommend nicht aus um einen Verbrechen richtig zu identifizieren, höchstens Ihn zu beschreiben…oder den Beweis nachweisen aber für die Polizeiliche Ermittlung eher ein flopp…

    Man muss schon min. 4MP oder 5MP oder direkt zur 4K Kamera greifen, also mit 8 MP oder mit 12MP und optischem Zoom und Autofokus. Das wäre dann schon mal die Erst Liga wie Dahua, HikVision, Sony und Co…

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