YI Dome Kamera 1080p Testbericht

(Update 28. Januar: Die Kamera bekommt man heute für 39,99 Euro. Schnapper) Text vom 20. Januar: Für das Blog haben wir schon oft einen Blick auf Kameras geworfen. Nicht nur auf Kameras in Smartphones, sondern Kameras in Smart Homes. Da gibt es ganz viele Lösungen, die mehr oder minder taugen. So sieht es auch preislich aus. Von günstig bis teuer gibt es da einiges und man muss auch immer schauen, was man letzten Endes damit machen will.

Wer eine Kamera ins Kinderzimmer stellen will, weil er bei Bewegungen und / oder Babygeschrei informiert werden will, der benötigt wahrscheinlich keine Lösung für viele Hundert Euro. Hat man sich vielleicht schon für ein System entschieden, so möchte man unter Umständen nur in diesem bleiben. Aber was spricht dagegen, zwei verschiedene Systeme zu nutzen? Es kommt eben auf den Anwendungszweck an.

Ich habe mir in der letzten Zeit einmal die bei Amazon erhältlichen Kameras von YI angeschaut, die es immer mal wieder im Angebot gibt. Da gibt es steuerbare Domes, aber auch die klassische, nicht steuerbare Standkamera, alles zu einem überschaubaren Kurs.

Konkret habe ich mir erst einmal einen Dome nach Hause bestellt, der je nach Angebotslage zwischen 60 und 90 Euro liegt. Im Vergleich zu den anderen bekannten Lösungen ist das schon ein recht guter Preis. Den Dome gibt es in Ausführungen mit 720p und 1080p. Wie bereits erwähnt: Hier entscheidet euer Einsatzbereich. Garage oder Kinderzimmer? Da reicht vielleicht 720p, die ist für unter 30 Euro zu haben. Ich entschied mich für die 1080p-Lösung, um die Kamera flexibler einsetzen zu können.

Technische Daten der YI Dome Kamera

Produktname YI Dome Kamera 1080p
Foto-/Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel bei 20 Frames pro Sekunde
Videocodec H.264
Aufnahmewinkel 112° (Weitwinkel), 345° horizontaler & 115° vertikaler Rotationsbereich
Brennweite 2,6 mm
Funktionen Gegensprechfunktion, Nachtsicht, „Weinendes-Baby-Erkennung“, Bewegungserkennung, intelligenter Erkennungsalarm
Verbindung 2,4 GHz (802.11 b/g) WLAN
Apps: Windows, macOS, Android, iOS
Material Kunststoff
Abmessungen 110 mm hoch, 93 mm Breite am Fuß, 64 mm am Kopf
Gewicht 230 Gramm
Speicher microSD-Karten (Class 4 oder höher) bis zu 32GB

Lieferumfang YI Dome Kamera 1080p

Die YI Dome Kamera 1080p kommt in einem quadratischen Karton, der Netzteil, Kamera, microUSB-Verbindungskabel (2 Meter lang), Handbuch, sowie zwei Schrauben und die Unterplatte für die Befestigung enthält. Mit dieser kann die Kamera in drei Positionen befestigt werden. Alles recht einfach, man schraubt die Unterplatte irgendwo an und dreht den Fuß der Kamera fest.

Verarbeitung YI Dome Kamera 1080p

Die Kamera ist aus schwarzem Kunststoff. Alles ist abgerundet, das Gehäuse wirkt nicht billig, ist aber auch kein festeres Polycarbonat. Auf der einen Seite des Fußes befindet sich ein Reset-Button, der microUSB-Anschluss und der offene Slot für die microSD-Karte.

Einrichtung YI Dome Kamera 1080p

Die Einrichtung der YI Dome Kamera 1080p ist in wenigen Augenblicken erledigt. Sie erfolgt sprachgeführt, d.h. die Kamera sagt an, dass sie bereit zur Einrichtung ist. Um die App zu koppeln, muss ein in der App generierter QR-Code vor die Linse gehalten werden, der Nutzer zudem ein Konto einrichten. Alles sehr einfach realisiert und auch in einer Deutsch lokalisierten App.

Nutzung der App der YI Dome Kamera 1080p

Die App bietet vor allem erst einmal ein Livebild der Kamera. Dieses ist gut erkennbar und FullHD ist nicht nur einfach daher gesagt. Man kann ein Vorschaufenster sehen, welches den Steuer-Button für den Dome anzeigt, oder man wählt das Querformat. Da die Linse weitwinkelig ist, kann man durch Drehen des Smartphones noch links und rechts ein bisschen mehr sehen. Für ein paar Shots habe ich die Kamera mal testweise geschützt draußen angebracht, möchte aber darauf hinweisen, dass es sich explizit um keine Outdoor-Kamera handelt. Hier einmal ein paar Screenshots, die auch viele der Funktionen zeigt:

Bild oben: Ansicht des Hauptbildschirms der App. Vorschaubild, direkter Zugriff auf Sharing, Alarme und Einstellungen. Im rechten Teil ein Live-Bild, die Auflösung kann zwischen HD, SD und automatisch umgestellt werden. Man kann live Screenshots oder Videos anfertigen. Ebenfalls lässt sich die Gegensprechanlage nutzen, dies Freihand, also dass jeder sprechen und gleichzeitig hören kann, oder eben als klassische Intercom-Lösung. Ebenso zu sehen: Die Steuerung für den Dome. Schön: Mit Klick auf das Pluszeichen fügt man eine bestimmte favorisierte Stellung hinzu, sodass man mit einem Klick die Kamera anweist, den vorher favorisierten Punkt anzufahren.

Bild oben: Queransicht im Vollbild

Bild oben: Bild-in-Bild-Modus unter Android, die angesprochene Positionssicherung und eine Bewegungserkennung sowie die Schwenkroute. Die Bewegungserkennung verfolgt etwaig im Bild auftauchende Personen, was gut tagsüber funktioniert. Auto-Schwenken ist die Möglichkeit, der Kamera eine Schwenk-Route mitzugeben, die sie zu justierbaren Zeiten abfährt. Das funktioniert auch gut.

Bild oben: Querformat mit Live-Ansicht. Hierbei zu beachten: Per Tap auf das Bild kommt man in einen Modus, in dem man die Inhalte der microSD-Karte abfragen kann. Die App informiert auf Wunsch über festgestellte Bewegungen und zeichnet auf. In der App tauchen die Alarme immer nur als sechs Sekunden langes Vorschaubild auf, ein Tap bringt euch in die Timeline, die ihr bequem abfahren könnt, um die Aufzeichnungen der Kamera zu sehen, die auf der Karte lagern.

Allgemeines zu YI Dome Kamera 1080p

Die YI Dome Kamera 1080p unterstützt eine Verzerrungskorrektur. Damit könnt ihr einstellen, ob ihr einen größeren Radius im Fisheye-Stil sehen wollt, oder eher ein klassisches, nicht verzerrtes Bild. Ihr könnt auch Panoramabilder aufzeichnen. Das funktioniert bei gleichmäßigen Beleuchtungen ganz gut, bei Gegenlicht ist die Panoramafunktion allerdings nicht zu gebrauchen, da hier völlig falsch gestitcht wird. Zumindest aber hat der Nutzer bei Aufnahme eines Panoramas gleich zwei Möglichkeiten, nämlich Bild und das Video.

Bild oben: Unbrauchbares Pano.

Hier noch einmal die drei Stufen der Verzerrung:

Da es sich um einen Dome handelt, der vom Hersteller YI auch als Baby-Kamera beworben wird, habe ich natürlich auch mal nach der Lautstärke gehorcht, denn so ein Dome benötigt ja eine Mechanik. Mein Modell ist leise, wird also niemanden stören. Ich habe mal (hochkant!) ein sehr kurzes Video gemacht, welches zeigt, wie leise der Dome ist.

Speichermöglichkeiten YI Dome Kamera 1080p

Spricht man über Kameras, dann muss man auch über die Speichermöglichkeiten des aufgenommen Materials sprechen, mit allen Vor- und Nachteilen. Viele mögen keine Cloud-Speicherung, da hier erweiterte Speichermöglichkeiten grundsätzlich kosten. Auch bei YI ist dies so, die diversen Kameras lassen sich an die YI Cloud anbinden, hier gibt es unterschiedliche Preis-Staffelungen.

Nimmt man den Standardplan, bei dem nur Bewegungenaufzeichnungen in der Cloud landen, dann zahlt man bei 7 Tagen 20 Euro im Jahr. Nimmt man 5 Kameras in den Plan, dann landet man bei 60 Euro. Will man dauerhaft aufzeichnen, dann zahlt man bei einer Kamera 60 Euro im Jahr. Das alles kann über die App gebucht werden.

Auf der anderen Seite gibt es noch die microSD-Karte. Die zeichnet alle Alarme auf, sodass man auch von dort abfragen kann. Das bringt den Nutzer natürlich wieder zu der alt bekannten Problematik: Wird die Kamera gestohlen, ist die microSD-Karte mit dem Material auch weg.

Was mich persönlich störte: Die App zeigt bei Alarmen immer nur einen sechs Sekunden langen Clip, den man in der Vorschau sieht. Diesen kann man sich auch im Nachgang komplett anschauen. Ein komplettes Downloaden des Clips habe ich in der App nicht entdecken können, man müsste den Clip laufen lassen, dann den integrierten Rekorder nutzen, um entsprechendes Material aufzuzeichnen und auf dem Smartphone zu speichern.

Dies funktioniert unter Android einwandfrei, unter iOS konnte ich mit der App keine Aufzeichnung speichern, trotz Berechtigungen der App. Allerdings ist es möglich, die microSD-Karte zu entnehmen und diese im PC einzulesen. Alle Videos liegen dort im MP4-Format vor. Alternativ können sich fortgeschrittene Nutzer, die lange Alarm-Filme sichern wollen, vielleicht auch mit einer alternativen Firmware behelfen, die drahtlos einen FTP-Zugang zur Kamera gewährt.

Positiv zu erwähnen: Sehr einfache Konfiguration und Nutzung, recht gutes Preis-Leistungsverhältnis. Manuelle Steuerung funktioniert gut, ebenso das Erkennen von Bewegungen und Geräuschen mit anschließender Benachrichtigung in der App auf dem Smartphone oder einer Smartwatch wie der Apple Watch. PIN-Sicherung der Kamera möglich, sodass ein Zugang auf Konto oder App alleine nicht ausreicht, um an Inhalte zu kommen. Nutzung ist auch per Tethering über das Smartphone machbar und einer Powerbank ebenso. So kann man die Kamera temporär fernab von WLAN oder Steckdose nutzen. Die Aufzeichnung ist dauerhaft möglich oder nur bei erkannter Bewegung.

Negativ-Aspekte: Die Nutzung ist nur per App möglich. Man kann die Kamera für andere Nutzer freigeben, aber ein Streamen im Web ohne die App ist nicht möglich. Was schade ist: Die Alarm-Einstellungen lassen sich in Sachen Zeitraum justieren, die komplette Aufnahmen lassen sich offenbar nicht auf Basis Zeit regeln. Hier wäre es schön, wenn man der Kamera sagen könnte: Verfalle in einen Automatismus, der von z.B. 13 bis 15 Uhr komplett aufnimmt, aber sonst nicht. Muss man halt in der App regeln. Bedingt durch den Fuß sollte man bedenken, dass die Kamera, sofern sie auf Tischhöhe oder noch höher steht, nicht den Boden sehen kann, da ist dann der Fuß zu breit. Sie schaut zwar bis an die Decke, aber eben nicht bis auf den Boden. Das erreicht sie nur, wenn man sie unter der Decke oder schräg anbringt.

Ein vorläufiges Fazit zur YI Dome Kamera 1080p

Die Kamera hat sich in meinem Test keine groben Schnitzer erlaubt, bis auf die Tatsache, dass ich keine Videos aus der iOS-App heraus aufzeichnen konnte. Ansonsten fand ich die App und den Funktionsumfang gemessen am Preis sehr gut und ich denke, dass man bei bestimmten Überwachungsaufgaben ruhig mal eine solche Kamera im Hinterkopf haben darf. Ich persönlich fand das Handling sehr interessant, gerade in Hinsicht auf andere von mir getestete Produkte. Werde mir eventuell noch ein paar weitere Modelle besorgen und berichten.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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6 Kommentare

  1. Mich würde interessieren ob ich sie mit def Synology nutzen kann.

  2. Ich habe seit einigen Monaten das 720er Modell (27€ bei Amazon Black Friday damals). Die Bildqualität mit 1080 ist nur unwesentlich besser, der Preis der ansonsten baugleichen Kamera aber mehr als doppelt so hoch. Daher nur die 720.

    Die wichtigsten Punkte wurden im Artikel genannt. Ergänzend:

    Die Kamera eignet sich gut zur Tier- bzw. Baby-Überwachung, durch den sehr guten IR-Modus auch bei Dunkelheit bis ca. 7m Entfernung. Lauschen und Gegensprechen ist auch möglich. Leider ist der Schwenkbereich nach unten sehr eingeschränkt. Die Aufstellung im Regal erlaubt keine Bodensicht. Aber man kann sie kopfüber anbringen und in der App das Bild drehen. Dann kann man auch Räume vollständig sehen.

    Nett ist auch der Verfolgen-Modus. Dann schwenkt sie automatisch mit sich bewegenden Motiven (Tier, Mensch) mit. Das klappt erstaunlich gut für eine Billigkamera.

    Zur Aufzeichnung von Einbrechern ist sie aus genannten Gründen (lokale Speicherung, nur 6 Sekunden pro Alarm) vollkommen ungeeignet!

    In meiner iOS-App „YI Home lite“, die es kostenlos im Appstore bei Apple gibt, lassen sich alle Videos und Fotos mit einem Klick aufs iPhone laden. Keine Ahnung, warum im Artikel das Gegenteil behauptet wird. Unter dem Video ist mittig das Downlod-Symbol. Links daneben das Stumm- und rechts das Social Media Symbol, wo man Bilder und Videos sogar versenden kann. Die Lite-Version verzichtet netterweise auf die bisher sehr lästige Cloud-Eigenwerbung des Herstellers. Apple hat das untersagt (weil YI offenbar nicht über Apple abrechnen wollte). Daher nun die bessere weil werbefreie Lite-Version. YI hat aber angekündigt, die normale Version mit der nervigen Cloud-Werbung wieder veröffentlichen zu wollen. Also schnell noch die Lite laden!!!

  3. @Matze: „warum im Artikel das Gegenteil behauptet wird“. – Schreibe ich sogar rein. Funktioniert bei MIR nicht. Neuinstallation etc. half nicht.

  4. Michael Mueller says:

    @Franky: Habe selbst keine, aber es scheint, dass es nur über die (oder eine andere) im Artkel erwähnte Firmware möglich ist. Mit dieser scheint aber die Verbindung von der App zur Kamera nicht mehr zu funktionieren, was vor allem dann nervig ist, wenn man bestimmte Sachen einstellen will, die man via Surv Sta nicht ändern kann.

  5. Ich schließe mich mal der Frage von Franky an, kann man das Ding auch mit den Surveillance-Lösungen der üblichen NAS verwenden? Ausserdem scheint irgendwer bei YI nicht verstanden zu haben was eine Dome-Kamera ist, für mich sieht das einfach wie eine motorisiert bewegbare Kamera aus, der Dome fehlt.

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