Station: Wrapper baut eure Schaltzentrale für das Internet

Viele Programme oder Apps sind mittlerweile durch Web-Dienste abgelöst worden – manche App-Rahmen brauchen aber auch offenbar zwingend das Web, wie die verhältnismäßig schlecht umgesetzte Alexa-App von Amazon. Und da man ja eh immer zu viele Apps im Browser nutzen muss, gibt es diverse Wrapper. App-Rahmen um Web-Dienste, meist basierend auf Electron, mit einigen Mehrwerten, dargestellt mit Chromium. Aus der Dienste- und Messenger-Welt kennt man beispielsweise Franz oder auch Rambox.

Als eierlegende Wollmilchsau will sich Station behaupten, eine Open-Source-Lösung aus Frankreich. Wer keine Angst vor RAM-Hunger durch Electron ist (die App legt unbenutzte Seiten aber in den Sleep-Modus), kann sich die Lösung für Windows und macOS gerne anschauen, die in meinem Nutzertest gar nicht mal so schlecht abschnitt. Man bekommt ein Programm-Fenster mit Dienste-Leiste angezeigt und hat eine unfassbar große Auswahl an Diensten, die man aktivieren kann. Google Mail, Inbox, Drive, Google Kalender, WordPress, Google Analytics, Trello, Todoist – quasi alles, was man sich so vorstellen kann.

Interessant ist vielleicht, dass man sich mehrere Konten bei den Diensten anlegen kann, bei Google Docs und Co zudem Unterseiten in den Laschen gespeichert werden können – so hat man beispielsweise schnellen Zugriff auf Dokumente oder Teilbereiche des Dienstes. Will man sich Externes anschauen, so kann man den In-App-Browser nutzen – oder man nutzt den auf dem Desktop als Standard voreingestellten.

Es wird sicherlich Szenarien geben, in denen man Station ausprobieren kann – beispielsweise bei irgendeiner Trennung zwischen beruflichem und privatem. Für mich persönlich hat die App aber keinen immensen Mehrwert, da ich eh immer den Browser mit häufigen Dingen geöffnet habe. Denn auch Station ist letzten Endes „nur ein Browser“, der eine andere Optik und ein paar Funktionen (Multi-Account und Lesezeichen Dienst-basiert) anbietet. Erinnert ein bisschen an Shift oder Firework.

Station-Homepage

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caschy

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12 Kommentare

  1. Nach der großen Enttäuschung von Franz was dem Produkt des Artikel optisch entsprich bin ich zu Rambox gelandet und bin vollstens zufrieden bis auf das die Software ständig abschmiert wenn man im gesperrten Windows Modus ist und per FB Messenger ne Meldung reinkommt.

  2. Versteh den Sinn/ nutzen des Programmes nicht? Liegt vielleicht daran das ich Windows 10 nicht nutze und mir auch keine komischen App´s installiere? Bei mir sind es noch vollwertige Programme und keine Datenschnippsel die alles ins Netz auslagern.

    • Wenn du irgendeinen Dienst nutzt den Station anbietet, dann kannst du den auch einfach in Chrome aufmachen oder deren Erweiterung herunterladen. Brauch man nicht noch ein 2. Chrome der nur die hälfte kann, aber genau so viel Speicher und Leistung braucht.
      Hat nichts mit Windows 10 zu tun. Gabs in Windows 8 auch schon und Windows 7 bestimmt auch. Und vollwertige Programme machen nur Sinn, wenn du nicht die hälfte im netz liegt. Beispiel: Warum sollte ich Outlook benutzen und die hälfte meiner Mails auf der Platte speichern, wenn ich bei Gmail bin?

  3. Ich finde keinen Hinweis darauf, dass das Open Source Software ist. Die Releases werden zwar von GitHub gehostet, aber das wars dann auch.

  4. Electron, grusel … aber irgendwie muss man den i7 mit 32gb RAM ja auslasten

  5. Caschy, du schreibst, dass Station eine Open-Source-Lösung sei. Ich kann leider den Quellcode auf der Webseite von Station nicht finden. Wo hast du die Info her, dass Station Open-Source ist, und hast du ggf. einen Link zu deren Quellcode?

  6. Sri Syadasti says:

    Ich bin, nachdem WebCatalog auf die glorreiche Idee gekommen ist, für jede App das komplette Framework zu kopieren, zu Firework gewechselt. Das hat nen eingebauten Adblocker, ist recht schnell, braucht vergleichsweise wenig Speicher, man kann eigene Seiten verwenden und hat Verknüpfungen im Startmenü. Der Vorteil gegenüber dem Browser ist, dass man keine Extensions mitläd und die App schnell gefunden ist.

  7. Ich finde es eigentlich gut, eine eigene App, getrennt vom Browser, zu haben, die Webdienste bündelt. Für mich ist eine solche App aber nur sinnvoll, wenn ich selbst-gehostete Dienste hinzufügen kann. Bei Franz geht das wirklich sehr einfach (so konnte ich z.B. problemlos eine Installation von Tiny Tiny RSS hinzufügen, bei der auch der Badge Counter funktioniert und einiges mehr), bei Station nur, wenn man sich mit der Email-Adresse einer eigenen Domain registriert und dann noch wegen jedes Webdienstes den Entwickler kontaktiert. Das ist für mich zu umständlich, ansonsten hätte mir Station gut gefallen.
    Firework schau ich mir gleich nochmal an (danke Sri Syadasti), bei den anderen genannten Diensten habe ich eine solche Möglichkeit ebenfalls nicht gefunden. Falls ich was übersehen habe, wäre ich für einen Hinweis dankbar.

    • Edit: Bei Rambox funktioniert das Hinzufügen von eigenen Diensten ebenfalls sehr einfach.

    • Sri Syadasti says:

      @Miko: Bei Franz habe ich keine Möglichkeit gefunden eigene Dienste hinzuzufügen.

      Der wesentliche Unterschied von Firework zu den anderen Wrappern ist, dass man einzelne Shortcuts und eigene Fenster hat. Das erinnert eher an die Chrome Apps. Für Seiten, die man nicht immer im Hintergrund braucht oder für Apps, die nur als Webseite mit angeflanschtem Browser kommen, ist das IMHO die ideale Lösung.

      2 kleine Tipps noch zu dem Teil: Die „getrennten Profile“ von denen da die Rede ist, entsprechen in etwa den Containern im FF. Das kann man für Multilogin verwenden. Links neben dem Minimieren Button ist ein Knopf, mit dem man die URL-Leiste und ein paar Optionen einblenden kann. „In Taskleiste minimieren“ meint dabei ein Firework-Trayicon, in dem alle so minimierten Fenster gesammelt werden.

  8. Bisher ohne Linux. Da bleibe ich bei Rambox.

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