Tumblr mit Kehrtwende: Nacktbilder sind wieder erlaubt

Tumblr machte 2018 Ernst: Man untersagte Inhalte für Erwachsene. Damit dürfte man viele Nutzer verloren haben. Ob man sich dadurch bei Werbekunden anbiedern konnte, darf zudem bezweifelt werden: Denn Anfang 2022 rauschte etwa die Option herein, für das werbefreie Angebot zu zahlen. Neue Monetarisierungsoptionen mussten also her. Nun die Kehrtwende: Tumblr hat seine Community Guidelines aktualisiert. Nacktbilder bekommen wieder einen Freifahrtschein.

Tumblr entfernte die nackten Tatsachen 2018 unter anderem mit der Begründung, dass Kinderpornografie auf der Seite gepostet worden wäre. Viele Anwender, inklusive mir selbst, haben aber spekuliert, dass man sich vielmehr ein sauberes Image zulegen wollte, um die Werbekunden besser ansprechen zu können. Der Schuss ging jedoch nach hinten los, denn die Community schrumpfte deutlich zusammen. Ob der Rückzieher noch rechtzeitig kommt?

Pornografie bleibt generell weiterhin untersagt. Erlaubt sind aber Nacktbilder und visuelle sowie verbale Erotikdarstellungen. Wer erotische Inhalte veröffentlichen will, muss sie zudem mit den entsprechenden Labels versehen, damit es effektiv möglich bleibt, sie auf Wunsch herauszufiltern. Die Darstellung des expliziten Geschlechtsakts bleibt eben weiterhin untersagt. Ausnahme sind historische Dokumente / Kunstwerke. Auch ist es weiterhin verboten, Links zu z. B. Porno-Websites zu veröffentlichen oder in irgendeiner Weise Prostitution oder Escortservices zu offerieren oder anzupreisen.

Tumblr war vor 2018 dafür bekannt, erotische Inhalte weitgehend zu akzeptieren und erwischte somit viele Nutzer kalt, als man die Keule rausholte. OnlyFans wollte sich ja vor einiger Zeit an einem ähnlichen Paradigmenwechsel versuchen, aufgrund eines enormen Aufschreis der Community legte man die Pläne aber direkt wieder zu den Akten.

Warum man sich dennoch weiter gegen Pornografie stemmt? CEO Matt Mullenweg begründet das unter anderem mit Apples rigiden Vorgaben für den App Store sowie damit, dass etwa Kreditkartenunternehmen ebenfalls sehr strikt seien. Dazu komme, dass Tumblr sich nicht in die Nesseln setzen wolle: Man habe kaum Möglichkeiten, bei pornografischen Inhalten stets sicherzustellen, dass alle Beteiligten über 18 Jahre alt seien. Aus Selbstschutz erhalte man daher auch Beschränkungen aufrecht.

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6 Kommentare

  1. Na endlich. Timblr ist perfekt für kostenlose Pornographie. Quasi ein Porn-Twitter. Aber nicht nur der Nacktscanner nervte, auch die gesperrte Suche. Alles, was auch nur ansatzweise mit Sex zu tun haben könnte, ließ sich nicht verschlagworten und suchen. Hoffentlich ändern die das auch. Ich will endlich meine perversen Gelüste dort wieder ausleben können! LOL

    • Na ja, als ob es andere „soziale Netzwerke“ nicht gibt, die kostenlose Pornographie anbieten.

      Aber ja, ich habe wegen Erotik über Tumbler überhaupt erfahren, danach einen eigenen (nicht erotischen, IT-Stuff) Blog da gemacht.

  2. Ach Tumblr gabs noch.
    Da war kurz nach dem Verbot überhaupt nichts mehr los. Ich bin schon seit einiger Zeit nicht mehr über eine Tumblr-Seite gestoßen … und nein, ich konsumiere nicht nur Porn. 🙂

    Ich denke das Thema dürfte sich für Tumblr aber weiter erledigt haben. Es gab ja schon kurz danach brauchbare Alternativen. Und dahin sind ja alle Umgezogen. Die kommen jetzt nicht einfach so wieder zurück.

  3. GooglePayFan says:

    Ich denke der Schritt kommt zu spät. Die alten Inhalte sind meines Wissens ja trotzdem weg?

    Und die Hobby-Erotikdarstellerinnen haben gemerkt, dass sie bei onlyfans auch eine Menge Geld verdienen können, und werden (außer vielleicht Teaser) nie wieder Content kostenlos einstellen.

    Onlyfans und (bis vor einiger Zeit) Patreon waren jedenfalls die größten Profiteure der Entscheidung von Tumblr…

    • Ja, die Inhalte sind trotzdem weg. Ich habe testweise gestern mal ein paar geblockte Fotos, die ja noch drin sind, aber nicht angezeigt werden, freizuschalten. Aber nö, Tumblr blockiert sie nach Prüfung weiterhin. Völlig harmlose Bilder. Vermutlich sind ihre neuen Nutzungsbedingungen noch nicht in Kraft. Oder sie wollen sich die Arbeit nicht machen, alte Inhalte noch einmal zu prüfen. Automatisch werden in der Vergangenheit blockierte Inhalte jedenfalls nicht freigegeben. Und auch manuell lässt sich zumindest jetzt der Freigabeprozess nicht anstoßen.

      Und ja, viele Anbieter haben Tumblr den Rücken gekehrt und werden wohl nicht zurückkommen. Wozu auch. Jeder Umzug ist aufwändig und teuer. Man bleibt da, wo man sich Reichweite aufgebaut hat. Und Vertrauen ist eine wichtige Währung bei Investitionen. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass Anbieter künftig zusätzlich was bei Tumblr posten, um die Reichweite zu erhöhen. Also parallel. Und wenn sich dort keine Reichweite einstellt, lassen sie das auch wieder sein nach einer Weile.

  4. Gibt es die noch? Sind doch alle bei Imgur oder OnlyFans. Je nachdem was man halt will.

    Tumblr – MBAed to Death. Tot durch BWLer. Regel Nummer 1 niemals fachfremden Zahlenkaspern das Ruder überlassen. Die schauen sonst auf kurzfristig Gewinn und fahren den Laden gegen die Wand.

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