Spotify soll Musikkatalog des kostenlosen Angebotes künftig einschränken

Spotify ist einer der wenigen Musikstreamingdienste, die auch als kostenlose Version genutzt werden können. Bisher unterschied Spotify nicht zwischen Free- und Premium-Nutzer, wenn es um die bereitgestellten Inhalte geht. Jeder bekommt die gleichen Inhalte, wer nicht zahlt, hört eben Werbung und hat andere Nachteile bei der Nutzung. Das soll sich künftig ändern, vor allem auf Druck der Musikindustrie. Denen war die Free-Version von Spotify schon immer ein Dorn im Auge.

Neue Lizenzverhandlungen zwingen Spotify offenbar zu diesem Schritt, künftig werden einzelne neue Alben dann nur für zahlende Nutzer von Spotify zur Verfügung stehen. Allerdings sind die Verhandlungen noch nicht sehr weit fortgeschritten, eine Finalisierung könnte noch Monate entfernt sein, wie The Verge berichtet.

Laut FT.com wird Spotify niedrigere Lizenzgebühren bezahlen, dafür aber neue Release von großen Stars auf die Bezahlvariante von Spotify beschränken. So soll wohl auch erreicht werden, dass das Bezahlangebot attraktiver wird. Einige Künstler weigerten sich bisher ja, ihre Alben bei Spotify anzubieten, berühmtes Beispiel war seinerzeit Taylor Swift.

Während das kostenlose Modell nicht von der Bildfläche verschwinden wird, wird es künftig also einen deutlicheren Unterschied zwischen kostenlos und kostenpflichtig geben, was die Inhalte angeht. Das kann durchaus dazu führen, dass noch mehr Nutzer für Premium bezahlen, erst kürzlich konnte Spotify 50 Millionen zahlende Nutzer feiern. Kostenlose Alternativen gibt es legal wenig, sodass nur ein Premium-Anbieter bleibt, um Neuerscheinungen zu hören. Oder man kauft die CD.

Neu ist der Ansatz übrigens nicht, bereits 2015 testete Spotify, wie sich ein eingeschränkter Katalog im kostenlosen Angebot auf die Subscriber-Zahlen auswirkt. Vielleicht war dies ja so erfolgreich, dass man nun bereit dazu ist.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

22 Kommentare

  1. Macht Sinn!

  2. @Felix Sinn kann man nicht „machen“, höchstens haben. Inhaltlich aber einverstanden: für die Bilanz von Spotify möglicherweise ein sinnvoller Schritt. Als User kommt von mir jedoch ein kraftvolles LMAA.

  3. derlinzer says:

    Der einzig richtige Weg. Mittelfristig wird es weitere Einschränkungen geben und langfristig kostenlos ganz verschwinden.

  4. Egal wie es ausgeht, ich werde trotzdem nicht für Musik zahlen. GEZ sollte reichen.

  5. Deliberation says:

    @Frank: doch, Sinn kann etwas mittlerweile auch machen. Steht im Duden als umgangssprachliche Variante von „Sinn ergeben“ unter „gedanklicher Gehalt, Bedeutung; Sinngehalt“ von „Sinn“. 😉

  6. Dann steigen eben die illegalen Downloads wieder ^^

  7. @caro – was hat die GEZ denn damit mit schön zu tun?
    Klaust Du an der Tankstelle auch den Sprit weil Du ja schon KFZ-Steuer zahlst??

  8. Vielleicht dachte Karo ja an eine Art Kulturabgabe und nicht an die konkrete Ausgestaltung der GEZ (die es streng genommen ohnehin seit längerem nicht mehr gibt).

  9. Was micj in dem Moment aber zu der Frage führt wie zB eine Band aus Schweden von den Einnahmen einer deutschen Kulturabgabe partizipiert….

  10. Marcus Lelle says:

    Eventuell meinte sie auch die GEMA. Da wäre tatsächlich auch eine schwedische Band abdeckt, vorausgesetzt natürlich, sie ist Mitglied.
    Aber wem 10 € für solche Dienste zu viel ist, der muss eben Radio hören. Ist ja auch ok. Nur gibt es da eben keine kompletten Alben.
    Kleine Anekdote: Zu Mauer-Zeiten spielte der RIAS in Berlin manchmal ganze Alben ohne Unterbrechung, damit sich Menschen in der DDR diese auf Kassette mitschneiden konnten….

  11. > Eventuell meinte sie auch die GEMA.

    Eventuell aber auch das 20 Euro, round about, schon viel sind und eventuell die Menge des vorhandenen Geldes bei jedem beschränkt ist. Ausserdem muss sich jeder die Frage stellen ob sich 10 Euro dafür für einen selbst lohnen, für mich tut es das nicht. Ich höre meistens Musik die ich lokal gespeichert habe (und vorher tatsächlich legal erworben habe) und im Auto reicht mir tatsächlich das ordninäre Radio.

  12. Schreibt Caro, während Sie gerade eine 4,50 Euro Kaffee von Starbucks trinkt.

    Ich bin mit Amazon Music Unlimited im Moment zufrieden für 7,99 Euro (bei Jahres-Abo sogar nur ~6,50). Ja ja, ich weißt…Familienpaket von Spotify etc…bringt mir jedoch nichts.

  13. Ich persönlich kann Streaming nichts abgewinnen. 120 Euro im Jahr zahlen und dann trotzdem kein einziges Musikstück im Besitz haben?

    Ich kaufe mir weiterhin alles als CD, welche ich dann als FLAC-Datei digital abspeichere und auf alle meine Geräte synchronisiere.
    Man nimmt dadurch Musik viel bewusster wahr, denn es gibt ja nicht nur die CD, sondern auch dazu passenden, beigelegten „Papierkram“.

    Selbst wenn ich mal nicht mehr in der Lage sein sollte neue Musik zu erwerben bzw. einen Streaming-Dienst zu bezahlen, kann ich mich weiterhin an der abbezahlten Musik erfreuen. Ebenso bin ich nicht an die willkürliche (Preis-)Gestaltung des Abos eines Monopolisten (viele Künstler bieten die Musik nur auf der größten Plattform an) gebunden.

  14. Ich halte von den Streaming Angebotenen für Musik auch nichts. Lieber kaufe ich mir Musik, bevorzugt als flac (Bandcamp, Qobuz) oder CD (die aber nur, wenn es sein muss). Für den Mainstream sind Streaming Dienste sicher okay, für mich ist das nix.

  15. Die 10 Euro wären mir persönlich auch deutlich zu teuer für das Streaming von Musik, da ich alles was ich wirklich dauerhaft immer wieder gerne höre sowieso als lokale mp3 Dateien besitze.
    Aber Spotify ist eine feine Möglichkeit um neue Musik zu entdecken, die man sich so gezielt nie angehört hätte. Und über das Family Abo kann man im Idealfall auf 2,50 Euro pro Person für den Premium Zugang kommen. Das ist dann auch für einen Musik Streaming Dienst in Ordnung.

  16. sollten Pay what you want einführen.
    für Liebhaber die Interesse daran haben, dass der Service fortgeführt wird kann man was aus der Tasche locken.

    Denen die halt nix oder wenig zahlen wollen kann man doch auch nur einen Obulus abknöpfen wie z.B. 2.5 im Monat. das ist aufs Jahr auch nicht die Welt und kann sich jedes westliche Kind leisten wenn es will.

    10 euro mal 12 ist dagegen dann wieder eine Hausnummer, wo die Marktwirtschaft ins Spiel kommt ….. es gibt halt Leute die haben irgendwann eine geringere Zahlungsbereitschaft. Wenn man die nicht unten abholt – gut. dann wirds halt nix mit dem Geschäft. Das verkennen die Leute von Spotify wohl.

    Ist ja nicht so, dass sie in anderen Ländern auch andere Preise anbieten …………. und auf das ökonomische Gefüge achten.

    Ich finde die Bepreisung irgendwo nicht mehr richtig ab 5 € * 12 Monate. Mehr bin ich definitiv nicht bereit zu bezahlen. Zumindest nicht, wenn ich dann auch noch mein Datenvolumen opfern muss für deren Dienst. Wenn es inkl wäre, wären 10 € für mich als Absoluten Musiklegastheniker, der keinen Dunst davon hat und wohl einer der unteren 10% die was von Musik verstehen repräsentiert, noch gangbar.

  17. Falls das passiert würde ich mich über ein Premium lite freuen. Heisst streaming ohne Werbung dafür keine neuen Alben der mainstream Künstler. Dafür ein paar Euro billiger im Monat.

  18. @Marcus Lelle: ist zwar völlig off topic: aber das konnte DT64 auch. Da gab´s neben Alben manchmal sogar C64-Programme zum Mitschneiden. Das waren noch Zeiten.

  19. „Kostenlose Alternativen gibt es legal wenig, sodass nur ein Premium-Anbieter bleibt, um Neuerscheinungen zu hören. Oder man kauft die CD.“

    Da frage ich mich wie alt ist der Schreiber?

    Also ich konnte schon in den 80er tonnenweise CDs in Plattenläden oder Abteilungen anhören.

    Ich musste noch nie im leben eine CD kaufen um zu wissen ob Sie mir gefällt.

    Wobei ja jeder Shop das Probehören erlaubt, Und es heute noch viel mehr Quellen gibt zum hören.

  20. Henry Jones jr. says:

    @asdfasdf

    „sollten Pay what you want einführen.
    für Liebhaber die Interesse daran haben, dass der Service fortgeführt wird kann man was aus der Tasche locken.

    Denen die halt nix oder wenig zahlen wollen kann man doch auch nur einen Obulus abknöpfen wie z.B. 2.5 im Monat. das ist aufs Jahr auch nicht die Welt und kann sich jedes westliche Kind leisten wenn es will.“

    Ist dir klar, dass Spotify kein gemeinnütziger Verein, sondern ein Wirtschaftsunternehmen ist? Streamingdienste zählen meines Wissens nicht zur Grundversorgung.

    Es ist doch eigentlich ganz simpel, entweder kann man sich diesen Luxus leisten oder eben nicht.

  21. Dann gibts halt mehr illegale Uploads auf „Videoplattformen“ oder anderen Seiten aus dem Ausland und die verdienen gar nix dran. Spotify ist nur so gut weil es halt einen kompletten Katalog „zum mal zeigen“ gibt – und die viel Integration im Premium Segment haben

  22. @Marcus Lelle: „Aber wem 10 € für solche Dienste zu viel ist, der muss eben Radio hören. Ist ja auch ok. Nur gibt es da eben keine kompletten Alben.“ – Stimmt. Aber komplette Alben hören zu können ist neben der Möglichkeit, einzelne Titel direkt auswählen zu können, einer der wenigen Vorteile, die diese Dienste überhaupt gegenüber einer Vielzahl von kostenlos verfügbaren Online-Radiostationen bieten. Und das ist mir auch keine 10 EUR pro Monat wert. Das hat auch gar nichts mit geringer oder gar fehlender Wertschätzung der Künstler zu tun. Aber wenn ich die Wahl habe zwischen zwei Angeboten, die (mir) letztlich das gleiche bieten, nehme ich das günstigere – mal abgesehen davon, dass ich noch nie das Bedürfnis hatte, mir eine Stunde am Stück Musik des gleichen Künstlers anzuhören … 🙂

Es kann einen Augenblick dauern, bis dein Kommentar erscheint.