Sonos Ray im Test: Der klangvolle Einstieg

Sonos hat eine neue Soundbar auf den Markt gebracht. Die Sonos Ray ist deutlich günstiger als die Sonos Beam oder gar die Sonos Arc. Dass die Sonos Ray günstiger ist, wirkt sich natürlich auch auf sie aus. Aber der Reihe nach.

Multiroom mit Sonos. Seit 2011 ein Thema für mich. Tolle Sache, um von jedem Gerät aus die Musik oder Hörspiele in allen Räumen zu steuern. Wer noch nie davon hörte: Lautsprecher, die man einzeln oder in Gruppen ansteuern kann. Benötigen nur jeweils ein Stromkabel, der Rest läuft drahtlos.

Groß ausholen muss ich da Dienste-technisch sicher nicht. Die (Soundcloud, Mixloud, Apple Music, Spotify, Deezer, YouTube Music und, und, und) verknüpft man, sofern unterstützt, mit der Sonos-App – und schon kann man in den einzelnen Räumen oder Gruppen seine gewünschten Inhalte streamen. Spiele The Cure in der Küche und im Wohnzimmer, während im Büro der Depeche Mode via Mixcloud dudelt. Tolle Sache.

Alternativen gibt’s natürlich. Vielen reicht Amazon Alexa, andere greifen zum Apple HomePod. Der kann ja AirPlay, was neue Sonos-Lösungen auch unterstützen. Vorteil Sonos: Ich finde die Sonos-App direkt praktischer, als die Apps über das iPhone dazu zu bringen, bitte doch Lautsprecher A und B mit der Musik zu versorgen.

Sonos hat unterschiedliche Lautsprecher im Angebot, darunter auch Soundbars – und die neueste und günstigste ist derzeit eben die Sonos Ray. Auf der Rückseite der Sonos Ray findet sich neben dem Stromanschluss ein Ethernet-Port, um die Soundbar kabelgebunden ins Netz aufzunehmen. Zudem gibt es einen optischen Anschluss. Auf HDMI sowie seine Vorzüge muss man verzichten. Es ist aber möglich, die Soundbar mit der TV-Fernbedienung zu steuern.

Größenvergleich mit der Arc

Außerdem besteht die Möglichkeit, die Soundbar mit einer Halterung an der Wand zu befestigen. Auf der Oberseite: die von Sonos gewohnten Touch-Tasten, auf der Rückseite ein Button, um die Soundbar zu koppeln. Mikrofone fehlen. Ab dem 7. Juni 2022 ist die Sonos Ray für 299 Euro erhältlich, Amazon Deutschland spricht von der Lieferung am 8. oder 9. Juni.

Gehen wir mal auf die einzelnen Punkte ein, bevor ich versuche, subjektiv das Gehörte zu beschreiben. Die Sonos Ray kommt recht kompakt (71, cm hoch, 55,9 cm breit und 9,5 cm tief) und mit Stereo-Sound daher. Laut Sonos habe man die Soundbar darauf ausgerichtet, alle Sounds möglichst passend wiederzugeben. Dazu kann man, sofern ein iPhone vorhanden ist, die Raumausmessung Trueplay nutzen, um vielleicht noch das eine oder andere Quäntchen Sound herauszuholen. Solltet ihr wirklich mal ausprobieren. Ich finde, es bringt etwas.

Unterstützt werden Stereo PCM, Dolby Digital 5.1 und DTS Digital Surround (die App zeigt an, was gerade abgespielt wird). Ferner gibt’s in der Sonos-App einen Equalizer, Stimmverbesserung und einen Nachtmodus.

Nach dem Anschließen der Soundbar geht es an das Einrichten. Extrem easy, Sonos hat im Laufe der Jahre an der Software viel erledigt, sodass man generelles Anschließen von Lautsprechern und Soundbars flott hinbekommt. Das Gleiche gilt für die Verbesserung durch TruePlay. Da solltet ihr eigentlich recht flugs durch sein.

Soundqualität ist immer sehr subjektiv und Raum-bezogen. Von daher ist es schwer für mich, euch ein umfassendes Urteil zu geben. Ich nutze ansonsten eine Arc von Sonos, ferner haben wir auch noch eine Beam der ersten Generation im Einsatz. Nicht überraschend: Für mich liegt hier die 299-Euro-Ray hinten, was aber auch nicht schlimm sein dürfte. Der Preis kommt natürlich irgendwo her.

In den Grundeinstellungen fand ich die Sonos Ray fast immer zu schwach auf der Brust, wenn es um die Höhen ging. Wie erwähnt: Unbedingt mal einen Blick auf den Equalizer werfen. Ansonsten konnte die Ray sowohl bei den leisen als auch den lauten Tönen abliefern, bei krachenden Weltraumschlachten oder dem gesprochenen Wort. Tatsächlich gut zu gebrauchen.

Müsste ich meckern, dann würde ich subjektiv sagen, dass bei höheren Lautstärken der Bass, wenn er denn zu hoch justiert ist, plastisch scheppert. Das ist aber meine Empfindung in einem der getesteten Grenzbereiche. Das merkt man vor allem bei solcher Musik, die von Natur aus auf etwas mehr Bass ausgelegt ist. Ebenso fehlt der Sonos Ray etwas die Breite, die den Zuhörer gefangennimmt. Aber – auch das gebe ich wiederholt zu bedenken – hat etwas mit dem Raum und seiner Ausstattung zu tun.

Ich habe Fliesen im Wohnzimmer und wenig Teppich – der Raum ist zudem recht groß. Der Sound der Ray kommt da nicht so gut zur Geltung, allerdings bin ich durch mein Setup ja auch „versaut“. Im Spielzimmer von Sohnemann und mir macht die Ray aber schon etwas her, das ist dann schon recht großes Kino.

Testberichte sind dazu da, um Schwächen und Stärken für Leser einzuordnen, um vielleicht etwas Hilfestellung zu geben. So etwas ist immer subjektiv, das wissen unsere Leser, dennoch werde ich noch einmal meine Gedanken zur Sonos Ray stichpunktartig aufschreiben, bzw. „laut denken“.

  • Die Ray hat keine Mikrofone. Smart Home steuern und Musik auf Zuruf ist also nicht drin. Man müsste zusätzliche Alexa- oder Google-Assistant-Soft- oder -Hardware heranziehen oder die Sonos-App nutzen. Oder besser: einen Sonos One im Setup verbauen.
  • Wer nur eine Soundbar haben möchte, der findet vielleicht zu kleinerem Preis eine weniger smarte Lösung von den gängigen Herstellern mit vermutlich besserem Klang. Bei Sonos zahlt man auch ein paar Euro für das Drumherum, mit der App und dem ganzen System. Vielen (wie mir) ist es das wert.
  • Man kann die Ray noch nicht als Rear-Speaker nutzen.
  • Die Ray ist mit allen Generationen des Sonos Subs kompatibel und ihr könnt natürlich Rear-Lautsprecher von Sonos einrichten.
  • Kein HDMI eArc, nur optisch. Aber: Optisches Anschließen ist bei den meisten Fernsehgeräten möglich und unterstützt Surround-Sound mit bis zu 5.1 Kanälen. Da diese Art der Verbindung keine Fernbedienungsbefehle weitergibt, empfängt die Ray Lautstärke- und Stummschaltungsbefehle von einer TV-Fernbedienung mit IR-Technologie (Infrarot). HDMI eARC bietet jedoch eine höhere Bandbreite und unterstützt 7.1-Kanal-Surround-Sound sowie hochauflösende Formate, einschließlich Dolby Atmos und Dolby Digital Plus. Diese Art der Verbindung nutzt auch die CEC-Technologie zur Weitergabe von Fernbedienungsbefehlen.

Am Ende bleibt für mich: Eine Einstiegsempfehlung, wenn man ins Sonos-Universum eintauchen will und gewillt ist, vielleicht irgendwann zu erweitern – allerdings sollte man bedenken, dass das ein sehr teurer Spaß werden kann. Für mich persönlich ist die Sonos Ray weniger etwas für große Räume, allerdings dennoch eine Aufwertung gegenüber dem oftmals schrottigen Sound moderner TV-Geräte.

Solltet ihr aber wissen, dass ihr vermutlich wenig Musik smart über die Sonos-App steuert – oder auf das Gruppieren mit anderen Sonos-Lautsprechern verzichtet, dann schaut euch bei klassischen Soundbars um. Da bekommt man für 300 Euro sicherlich autark etwas, was mächtiger am TV klingt. Für Sonos-Gewillte: Ruhig mal „Ohr machen“.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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5 Kommentare

  1. Wie hoch ist denn der Standby-Verbrauch oder Verbrauch im Betrieb? Würde mich mal interessieren.

  2. Sonos tolle Sache…. von wegen. Ich denke da an die Geschichte mit dem Play 5 Gen1. Seit dem hat sich Sonos für erledigt. Besser, ist es Boxen/Verstärker und das „Digitale“ zu trennen. So bekommt man einen wesentlich besseren Sound und muss nicht direkt alles entsorgen, wenn das „Digitale“ in die Jahre kommt. Sonos und Nachhaltigkeit vertragen sich einfach nicht. Auch sind die Teile, für das was sie akustisch leisten, einfach nur überteuert.

    • Wir sind immer über konkrete Alternativen dankbar.

      (Bessere) Boxen zu finden, auch für kleines Geld, ist kein Problem. Aber das „Digitale“, ebenso wie ein Verstärker, der auch eine Erweiterung des Systems mitmacht, macht das Gesamtpaket deutlich teurer als ein Sonos-System. So sehr ich versuche, Sonos aus dem Weg zu gehen, scheint es das simpelste, einfach funktionierende System zu sein, das Radio, Spotify und Co. ausreichend gut wiedergibt. Wer mehr will, wird sich Sonos eh nicht anschauen, sondern zu höherpreisigen Optionen greifen.

  3. Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber 7.1 sind doch 7 Kanäle in der Ebene, Atmos, bzw. die Kanäle von oben werden doch hinten angehängt, also z.B. 5.1.2, oder?

  4. Hui, 71cm hoch…

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