Raspberry Pi OS: Neue Version basierend auf Debian 11 „Bullseye“ veröffentlicht

Nutzer eines Raspberry Pi bekommen neues Software-Futter zur Verfügung gestellt, denn die Raspberry Pi Foundation hat Raspberry Pi OS 2021-10-30 veröffentlicht. Damit aktualisiert man den Unterbau auf Debian 11 (Codename Bullseye). Debian 11 erschien nach zwei Jahren Entwicklungszeit Mitte August 2021.

Der Umfang der Neuerungen bei Raspberry Pi OS fällt im Gegensatz zu Debian 11 selbst etwas schmaler aus, wobei das Ganze von euch ja auch durch Pakete anpassbar ist – je nach Belieben. Debian 11 hat relativ wenige größere Änderungen, die für die Benutzer sichtbar sind – es gibt einige Änderungen unter der Haube an Dateisystemen und Drucken, aber die meisten Änderungen sind Patches und Upgrades für bestehende Anwendungen und Funktionen, so die Entwickler.

Sicherlich wissenswert für Menschen, die die grafische Oberfläche nutzen: Alle Desktop-Komponenten und Anwendungen verwenden jetzt die Version 3 des GTK+-Benutzeroberflächen-Toolkits. Eine weitere neue Funktion, die das ebenfalls neue Benachrichtigungssystem nutzt, ist eine einfache Möglichkeit, über System- und Anwendungsaktualisierungen informiert zu werden und diese zu installieren. Bisher war dazu die Verwendung von apt in einem Terminalfenster erforderlich, aber jetzt wurde es mit einer benutzerfreundlicheren grafischen Schnittstelle auf den neuesten Stand gebracht, die als neues Plugin in der Taskleiste am oberen Rand des Bildschirms bereitgestellt wird. Jedes Mal, wenn Nutzer ihren Raspberry Pi booten, prüft das Plugin, ob Updates verfügbar sind. Da man die Kiste vermutlich nicht oft bootet, erfolgt ein Check auch so alle 24 Stunden. Wenn Nutzer auf die Benachrichtigung klicken, öffnet sich ein Menü, in dem sie entweder ein Fenster öffnen können, in dem die Updates aufgelistet sind, oder sie können einfach sofort installieren.

Bei einem Major Upgrade empfehle man, ein neues Image herunterzuladen, alle Anwendungen neu zu installieren und die Daten vom aktuellen Image zu übertragen. Debian-Hauptversions-Upgrades enthalten viele Änderungen, und es ist sehr leicht möglich, dass eine kleine Änderung, die irgendwo im System vorgenommen wurde, mit einer Änderung, die Nutzer vorgenommen haben, inkompatibel ist, und man am Ende ein kaputtes System und einen Raspberry Pi hat, der nicht mehr startet, so der Hinweis.

Der einfachste Weg, eine neue SD-Karte zu erstellen, ist mit dem Raspberry Pi Imager Tool, oder Nutzer können das neue Image von hier herunterladen und ein Tool wie Etcher verwenden, um es auf eine neue SD-Karte zu flashen. Wer „drüber“ aktualisieren will, der findet hier eine Anleitung.

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20 Kommentare

  1. Man kann sein bisheriges System in ein Image sichern und dann ein Upgrade testen. Bei Nichtgefallen ist ein Restore dann jederzeit möglich. Je nach Umfang der Installation immer noch deutlich weniger Aufwand, als alles neu zu installieren.

  2. Mr.Di-Ai-Wai says:

    Schade, immer noch keine 64-Bit Version. Dann bleib ich bei Ubuntu.

  3. hab nur n lite System mit nem speziellen anwendungszweck, wie macht man ein Upgrade?

  4. Ist es normal, dass ich auf meiner Pi-Hole Installation mit Raspi OS Unterbau mit:

    sudo apt-get update
    sudo apt-get upgrade

    Das Update noch nicht angeboten bekomme?

  5. Auszug aus den man pages apt-get (wobei ich kein großer Freund vom dist-upgrade bin)

    update
    update wird benutzt, um die Paketindexdatei wieder mit ihren Quellen zu synchronisieren. Die Indexe verfügbarer Pakete werden von den in /etc/apt/sources.list angegebenen Orten geladen. Wenn Sie zum Beispiel ein Debian-Archiv benutzen, ruft dieser Befehl die Packages.gz-Dateien ab und wertet sie aus, so dass Informationen über neue und aktualisierte Pakete verfügbar sind. Ein update sollte immer vor einem upgrade oder dist-upgrade ausgeführt werden. Bitte seien Sie sich bewusst, dass die Gesamtfortschrittsanzeige nicht richtig sein wird, da die Größe der Pakete nicht im voraus bekannt ist.

    upgrade
    upgrade wird benutzt, um die neusten Versionen aller aktuell auf dem System installierten Pakete aus den in /etc/apt/sources.list aufgezählten Quellen zu installieren. Aktuell installierte Pakete mit verfügbaren neuen Versionen werden abgerufen und das Upgrade durchgeführt. Unter keinen Umständen werden derzeit installierte Pakete entfernt oder nicht installierte Pakete heruntergeladen und installiert. Neue Versionen von aktuell installierten Paketen von denen kein Upgrade durchgeführt werden kann, ohne den Installationsstatus eines anderen Paketes zu ändern, werden in ihrer aktuellen Version bleiben. Zuerst muss ein update durchgeführt werden, so dass apt-get die neuen Versionen der verfügbaren Pakete kennt.

    dist-upgrade
    dist-upgrade enthält zusätzlich zu der Funktion von upgrade einen intelligenten Mechanismus zur Auflösung von geänderten Paketabhängigkeiten in den neuen Paketversionen. apt-get hat ein »intelligentes« Konfliktauflösungssystem und es wird versuchen, Upgrades der wichtigsten Pakete, wenn nötig zu Lasten der weniger wichtigen, durchzuführen. Aufgrunddessen könnte der dist-upgrade-Befehl einige Pakete entfernen. Die /etc/apt/sources.list-Datei enthält eine Liste von Orten, von denen gewünschte Paketdateien abgerufen werden. Siehe auch apt_preferences(5) für einen Mechanismus zum Außerkraftsetzen der allgemeinen Einstellungen für einzelne Pakete.

  6. Patrick Kirchner says:

    Steht doch oben im Text:
    … Wer „drüber“ aktualisieren will, der findet hier eine Anleitung.

  7. Läuft KODi schon aus den Standard-Quellen? Traditionell ist s ja Kapuze, muss angepasst werden und das dauert gerne viele Wochen…

    Ansonsten würde ich eher einen neuaufsatz machen als mich mit dist-upgrades herumzuärgern. Raspbian, KODi, pivpn und pihole sind schnell frisch installiert. Die nicht besonders herausfordernde Konfiguration von KODi ist dabei schon fast das langwierigste.

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