Online den Wohnsitz ummelden: Hamburg startet digitales Pilotprojekt

Hamburg und das Bundesministerium des Innern und für Heimat haben ein digitales Pilotprojekt gestartet: Künftig können die meisten Hamburger ihre neue Adresse nach einem Umzug innerhalb Hamburgs auf Wunsch auch digital anmelden. Das Pilotprojekt wird schrittweise erweitert und soll nach und nach in der gesamten Bundesrepublik zur Verfügung stehen.

Die neue elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) bietet eine Alternative zum Behördengang. Der komplette Anmeldeprozess lässt sich rechtssicher von jedem Ort erledigen. Anders als bei der Ummeldung im Amt fallen online außerdem keine Gebühren an. Zum Start gibt es aber doch erhebliche Einschränkungen: Das Angebot richtet sich nämlich zunächst einmal nur an unverheiratete Personen ohne minderjährige Kinder, die innerhalb Hamburgs umziehen. Möglich sind alle Anmeldungen in neue Haupt- oder alleinige Wohnungen.

Die technischen Voraussetzungen zur Nutzung des Onlinedienstes sind ein Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion, ein Nutzerkonto mit Postfach und die Ausweis-App2. EU-Bürger und Angehörige des Europäischen Wirtschaftsraums können den Dienst mittels einer eID-Karte nutzen. Nach Ende der Pilotphase wird 2023 der Umzug mit Ortswechsel, also in eine andere Stadt oder Kommune, ermöglicht – sowie die An- und Ummeldung von Familien und weiteren Nutzergruppen.

Das Ummelden läuft dann in etwa so ab: Wer umzieht, authentifiziert sich durch die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises oder mit der eID-Karte. Dann erhält derjenige Zugriff auf die bisher im Melderegister gespeicherten Daten, kann diese überprüfen und die neue Adresse eingeben. Die Vorlage einer Wohnungsgeberbestätigung ist nicht mehr nötig. Stattdessen erhalten die Bürger einen Code, der per Post an die neue Adresse geht. Mit dem Code gibt es die elektronische Meldebestätigung zum Download. Ein elektronisches Siegel macht das Dokument angeblich fälschungssicher. Die neuen Daten aus dem Melderegister können nun per App auf den Chip im Personalausweis oder der eID-Karte übertragen werden. Dafür genügt ein Smartphone. Der Adressaufkleber für das Ausweisdokument kommt per Post.

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18 Kommentare

  1. „Anders als bei der Ummeldung im Amt fallen online außerdem keine Gebühren an.“

    Seit wann bzw. wo fallen denn bei einer Ummeldung Gebühren an? Ich musste bislang nie etwas zahlen. Letzter Umzug: September 2022 😉

    • Gibt einige Regionen in denen Behörden Bearbeitungsgebühren für die Ummeldung des Wohnsitzes erheben. Ist mir bisher glaube ich auch noch nicht passiert, aber Hamburg gehört mit 12 Euro bspw. dazu.

  2. Feine Sache, jeder eingesparte Behördengang ist absolut der richtige Weg.

  3. Top! Hoffentlich breitet sich das schnell aus, hätte es demnächst gut gebrauchen können.

    Gerade bei Umzügen in eine andere Stadt ist das immer ein unnötigen Theater sich dann dort umzumelden.

  4. endlich! Hoffe andere Städte ziehen schnell nach

  5. Digitales Pilotprojekt im Jahr 2022 in Zeiten von AusweisApp 😀 willst du mich verarschen? Tschuldigung.

  6. „ein Nutzerkonto mit Postfach“
    Das versteh ich schon wieder nicht. Wenn ich meine Identität mit der Ausweis-App bestätige, kann ich doch eigentlich jede E-Mailaddresse eingeben…
    Nein ich brauche wieder ein Nutzerkonto, dass (aktuell natürlich) nur von der Stadt Hamburg bereitgestellt wird. Wie soll es denn mal laufen wenn ich von Hamburg nach München ziehe? Dann brauche ich vermutlich 2 Nutzerkonten….

  7. „ ein Nutzerkonto mit Postfach“ ab hier würde ich den Dienst aus Prinzip verweigern. Nicht notwendig. Es reicht vollkommen aus hier keine strikten Sicherheitsvorkehrungen einzuführen, da man mit der AusweisApp sowieso legitimiert ist, die AusweisApp läuft auch nur wenn du 1. PiN eingibst und 2. deinen Ausweis ans Gerät hältst. Das ist 2FA ohne uns zu gängeln (Sicher und Komfortabel). Das einzige was die Behörde tun muss, einen vernünftigen und schlüssigen Onlineservice einrichten und diesen mit einer Schnittstelle zur AusweisApp koppeln das diese beiden Dienste im Hintergrund FÜR die Sache, im Hintergrund kommunizieren. Leute die sonst nix mit dem Amt zutun hat und normale Bürgerdienste alle paar Jahre in Anspruch nehmen wegen einem Umzug oder sonst was, sollten sich nicht Registrieren müssen. Oder habt ihr das falsch kommuniziert? Nutzerkonto mit Postfach kann ja auch ein E-Mail-Account sein. Oder was meint ihr damit

  8. Wahnsinn, dass im Jahr 2022 für eine Ummeldung ein „digitales Pilotprojekt“ startet.. ;D Deutschland übertrifft sich mal wieder selbst. Wenigstens positiv, dass etwas passiert.

  9. „Stattdessen erhalten die Bürger einen Code, der per Post an die neue Adresse geht. Mit dem Code gibt es die elektronische Meldebestätigung zum Download. […] Der Adressaufkleber für das Ausweisdokument kommt per Post.“

    Aha. So stellt man sich also in Deutschland die Digitalisierung der Verwaltung vor? Wahnsinn. Ich hatte angenommen, nach der Anmeldung ploppt da meine derzeitige Anschrift auf, „Wollen Sie ändern? Dann klicken Sie hier …“, neue Adresse eintragen, Ok-Knopf drücken, fertig. Stattdessen kommt zwei Mal was mit der Post und ich muss auch noch was per Post zurückschicken? WTF? Mir. Bleibt. Die. Spucke. Weg.

    • Joa und wie soll dann die Adresse auf deinem Ausweis geändert werden? Mit nem integrierten eInk display?

    • Man kann sich halt auch anstellen. Es ist halt nicht vergleichbar mit einem CRM bei Anbieter X, sondern hier hat man ein offizielles Verzeichnis und die Behörde ist letztlich auch dazu verpflichtet, das ganze Zeug zu verifizieren. Du glaubst gar nicht, wie viele Menschen selbst „analog“ es schaffen, sich an Adressen anzumelden, wo sie gar nicht leben…
      Du musst auch gar nichts zurückschicken. Du meldest dich Online um, bekommst einen Code zugesandt, womit die Adresse verifiziert wird und die offizielle Meldebestätigung ausgestellt bekommst und dann kommt noch der Aufkleber im Nachhinein.
      Also du bekommst zwei Briefe. Du sendest keinen Brief zurück?! Der Adressaufkleber wird halt erst erstellt, wenn du die Adresse mit dem Code verifiziert hast…
      Kannst aber gerne weiterhin analog zum Amt gehen.

  10. Ich wohne in Hamburg und habe zuletzt den Wohnsitz vor 1,5 Jahren umgemeldet. Mit der richtigen Vorbereitung und wenn man pünktlich erscheint, geht das fix, und ich sehe absolut keinen Grund, warum ich das online machen sollte. Das bleibt bei mir analog.

    • Vor 1,5 Jahren sah die Welt bei den Ämtern allerdings auch noch etwas anders aus. Aktuell wartet man (zumindest in Hannover) entweder über einen Monat auf einen Termin oder geht donnerstags ohne Termin hin, wartet dafür aber auch seine 3 Stunden. Ich würde einen Onlineprozess hier sehr begrüßen.

      • Für Hamburg kann ich Peters Erfahrungen aber auch für 2022 bestätigen. Ich musste in diesem Jahr einen neuen Personalausweis beantragen und brauchte später eine beglaubigte Kopie davon. Die Termine habe ich online gemacht, und die Abläufe liefen dann flott ohne nennenswerte Wartezeiten ab.
        Ein Onlineprozess wäre wegen der Öffnungszeiten natürlich dennoch eine gute Sache.

    • Mir bleibt da die Sprache weg bei so einem Kommentar und ich vermute Narzistische züge. Es geht nicht um eine Person, sondern um den Fortschritt der Gesellschaft. Dieser „Fortschritt“ kommt nur viele Jahre zu spät

      • Bevor du bei mir etwas vermutest, lerne bitte „narzisstische Züge“ richtig zu schreiben. Und: nein, habe ich nicht. Und mir ist mein persönlicher Komfort wichtiger als eine vermeintliche Fortentwicklung der Gesellschaft.

  11. Und danach auf die KFZ-Zulassungsstelle um die Adresse auf dem KFZ_Schein ändern zu lassen. Welcome to Neuland.

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