OnePlus Buds Pro im Test: So schlagen sich die höherpreisigen OnePlus-Kopfhörer

Mit den OnePlus Buds Pro veröffentlicht OnePlus nun höherpreisige TWS-Kopfhörer. Knapp 149 Euro werden für die kabellosen Kopfhörer mit Ladecase fällig. Erstmals bringen Kopfhörer aus dem Hause OnePlus auch eine aktive Geräuschunterdrückung sowie weitere Funktionen mit. Man ist sich des neuen, umkämpften Preissegments auch durchaus bewusst. Ob die Kopfhörer letztlich zu überzeugen wissen, das versuche ich euch in einigen Zeilen niederzuschreiben. Denn ich konnte die Buds Pro inzwischen einige Zeit nutzen.

Ausgepackt & angefasst: schöne matt-schwarze Optik

Mir vorliegend sind die Buds Pro in der Farbe „Matte Black“. Beim Auspacken fällt direkt das Ladecase ins Auge, welches ebenfalls in mattiertem Schwarz daherkommt. Jenes ist flach und macht sich in dieser kompakten Bauweise wirklich gut in den meisten Hosentaschen. Alles hochwertig und auch die Magnete im Case vollbringen gute Dienste. Für meinen Geschmack hätte man gut und gerne auch die Stiele der Buds in ein mattes Gewand hüllen dürfen – die ziehen mit ihrer glänzenden Oberfläche nämlich Fingerabdrücke an.

Einrichtung & Tragekomfort

Die Einrichtung war gewohnt simpel. Klappt man die Kopfhörer neben einem OnePlus-Gerät auf, dann hat man da direkt die Aufforderung zur Ersteinrichtung parat. Bei der weiteren Verwendung zeigen sich hier der Akkustand der Ohrhörer sowie des Smartphone-Cases. Der Sitz der OnePlus Buds Pro ist gut. Auch im Fitnessstudio hielten die Buds lange im Ohr – fürs Laufband sind sie nicht so geeignet. Hier hat man das Gefühl, dass man da immer mal wieder nachjustieren müsste.

Zudem wird deutlich, dass sich die Buds Pro wie ein „Saugnapf“ im Ohr festsaugen. An einen Luftdurchlass zum Druckaustausch hat man wohl nicht gedacht. Im Vergleich zu den ähnlichen Nothing ear(1) ist der Sitz etwas strammer. Dennoch sind sie angenehm zu tragen und drücken nach längeren Musik-Sessions nicht. Ohr sind aber sehr verschieden, das kann bei euch ins Positive oder auch Negative abweichen.

So klingen die OnePlus Buds Pro

Die Buds Pro bilden mit ihren dynamischen 11-mm-Treibern ein volles und detailreiches Klangbild. Der Bass ist ausgeprägt und auch die Höhen sind weitestgehend klar. Der Bauform geschuldet ist der Bass zwar druckvoll, aber der gewisse Punch fehlt. Alles in allem solider Klang, überdurchschnittlich sticht man aber nicht heraus. Kraft in Sachen Lautstärke hat man auch auf Lager. Knapp 60–70 Prozent der Lautstärkeeinstellung reichten mir aus.

Die Buds Pro bringen bekanntlich aktive Geräuschunterdrückung ins TWS-Portfolio von OnePlus. Rein von der passiven Abdichtung ist man – trotz des strammen Sitzes – den günstigeren Nothing ear(1) unterlegen. Der ANC-Modus bringt ein leichtes Grundrauschen mit. Stärken spielt die Geräuschunterdrückung in niedrigen Frequenzen und bei eintönigem Lärm aus. Ähnliches zeigte sich auch bereits beim Modell von Nothing. Da hat man seitens der AirPods Pro oder den Sony WF-1000XM4 weiterhin die Nase vorn.

Außerdem hatte ich auf dem Laufband mit aktiver Geräuschunterdrückung unangenehme Geräusche beim Nachjustieren – die entsprechenden Filter der Mikros sind also nicht vollständig ausgereift. Auch beim Transparenzmodus muss man sich der Konkurrenz geschlagen geben. Der gefiel mir selbst bei den günstigen ear(1) ein gutes Stück besser. Insbesondere bei Musik in moderater Lautstärke bleibt nicht mehr viel von den Umgebungsgeräuschen übrig.

Ein paar Worte zur Bedienung

Die TWS-Kopfhörer lassen sich direkt durch (mehrfaches) Drücken am Stiel steuern. Zumindest die Titel lassen sich darüber zurück bzw. weiter klicken. Ebenso kann man durch ANC- und Transparenz-Modi zappen. Ein Gedrückthalten für mehrere Sekunden schaltet zudem den Zen Mode Air scharf. Lediglich das dreifache Drücken lässt sich über die Einstellungen (via App) frei in der Bedienung anpassen. Hier bleibt zumindest die Wahl, den Sprachassistenten zu starten. Das Drücken des Stiels per se funktioniert reibungslos und ohne Fehlerkennungen. Es kann aber durchaus vorkommen, dass man dadurch den Sitz der Buds Pro leider verändert. Eine Steuerung der Lautstärke ist direkt über die Kopfhörer nicht möglich.

Bei OnePlus-Smartphones lassen sich die Einstellungen direkt im System ändern. Das ist leider etwas versteckt in den Bluetooth-Einstellungen und könnte präsenter sein. Schließlich hat man da ja seitens OnePlus sicherlich Mittel und Wege. Entsprechende Shortcuts zum Wechseln von Einstellungen, beispielsweise über die Quick Tiles, bietet man leider nicht an. Nutzer anderer Android-Smartphones oder auch von iOS-Geräten greifen zum Verändern der Einstellungen zur HeyMelody-App.

Neu dabei ist nun ein Widget für den OnePlus Shelf unter Android 12. Da lässt sich zwischen den Modi für Geräuschunterdrückung und Transparenz wechseln.

Die Sache mit dem LHDC-Codec

Als Codecs bietet man SBC, AAC und inzwischen (mit OxygenOS 12 auch mit OnePlus-Smartphones) auch LHDC an. Entsprechend vorgesehen und funktionstüchtig ist das seitens der Buds also bereits. Allerdings ist es so, dass LHDC nicht eine derartige Verbreitung und Verankerung im Android-System genießt, wie es beim Sony-Codec LDAC der Fall ist. Keine direkte Geschichte des Codecs, aber Dolby-Atmos-Unterstützung bietet man ebenfalls an.

LHDC erhalten via Update im Übrigen nur das OnePlus 9 und das 9 Pro sowie künftige Modelle. Ausgenommen seien die Geräte der Nord-Serie: Die werden LHDC nicht unterstützen, so OnePlus. Dolby Atmos wird nur auf eigenen Geräten unterstützt: OnePlus 7/7 Pro/7T/7T Pro/8/8 Pro/8T/9/9 Pro.

Sonstiges

Die verbauten Mikrofone gehen in Ordnung. IP-Zertifizierung? IP55 für Wasser- und Schweißbeständigkeit ist vorhanden. In Sachen Akkulaufzeit kommt man in etwa an die versprochenen 5 Stunden bei aktivierter Geräuschunterdrückung heran –  im Vergleich eher durchschnittliche Werte. Neben der Aufladung über USB-C steht auch der drahtlose Qi-Standard bereit. Auf dem aktuellen hauseigenen WarpWireless Charger funktionierte die Aufladung jedenfalls problemlos.

Und sonst? Man hat einen Test für die Passform parat. Der lieferte bei mir aber über alle Ear-Tips hinweg dasselbe Ergebnis. Wenn man die Buds leicht aus dem Ohr lockert, dann stellt der Test das zumindest fest. So ganz Placebo ist der also nicht, allerdings sicherlich auch nicht sonderlich zuverlässig. Dient eher der Orientierung und man sollte sich da natürlich noch auf das subjektive Empfinden verlassen.

Mit OnePlus Audio ID hat man ebenfalls eine Art „Hörtest“ parat. Der passt dann die Frequenzbereiche entsprechend an das eigene Hörvermögen an. Hier konnte ich eine deutliche Verbesserung des Klangs erzielen. Weitere Funktion? ZenMode Air. Werden die meisten wohl kaum benötigen. Ihr könnt euch auf die Kopfhörer einen Sound zum Entspannen einspielen. Der ist dann anschließend auch ohne Verbindung zum Smartphone verfügbar.

Es ist möglich, dass man sowohl den rechten, als auch den linken Bud einzeln verwendet. Die aktive Geräuschunterdrückung wird bei Verwendung eines Ohrhörers automatisch deaktiviert. Die Möglichkeit einer gleichzeitigen Verbindung mit mehreren Endgeräten bietet man nicht.

Fazit

Insbesondere mit gutem Klang und ansprechendem Design können die OnePlus Buds Pro im kompakten Ladecase punkten. Sitz und Tragekomfort gehen für mich ebenfalls mehr als in Ordnung. Die aktive Geräuschunterdrückung und der Transparenzmodus können mit TWS-Kopfhörern einer ähnlichen Preiskategorie dann aber nicht mithalten. Auch die passive Geräuschunterdrückung ist weniger effektiv.

Um aus der Masse herauszustechen, hätte man da mehr bieten oder aber einen Kampfpreis aufrufen müssen. Für die OnePlus Buds Pro ruft man 149 Euro auf. Das geht für das Gebotene in Ordnung, sticht aber eben nicht aus der Masse heraus. Für die Buds Pro wird es aber sicherlich beizeiten attraktive Angebote geben.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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4 Kommentare

  1. Ich habe auch erst überlegt mir die Dinger zu kaufen.
    Erst kam Carl Pei mit seinen Nothing ear(1) dann OnePlus mir der Buds Pro…
    Test abwarten…

    OnePlus hat fast überall den direkten Vergleich verloren… und auch im Vergleich mit anderen Herstellern nur Mittelklasse geliefert.

    Habe die ganze Zeit den Kauf verzörgert. Hatte die AirPods 2 wo leider die Micros nicht mehr zuverlässig funktionierten und war gespannt auf die AirPods 3. Die mich irgendwie nicht überzeugt haben. Die Nothing ear(1)… Naja dieses Plastik Design… Muss man mögen…

    Und was ist es geworden? Die AirPods Pro mit MagSafe. Was soll ich sagen.
    Ich habe mich eigentlich nur geärgert das ich mir die Dinger nicht schon viel früher gekauft habe.

  2. Danke für den interessanten Test!
    Ich habe die Buds Pro an einem 8T in Betrieb.
    So detailliert wie du habe ich sie noch nicht betrachtet. Verglichen mit den Buds Z sitzen die Pro besser, zumindest bei mir. Die Bedienung bzw das Anwählen der Funktionen finde ich bei den Z besser (also das drauftippen), als den Druckpunkt bei den Pro zu suchen.

  3. Wir hatten die Diskussion doch schon, Felix: Das OnePlus Nord 2 5G hat LHDC und arbeitet mit diesem Codec mit den OnePlus Buds Pro zusammen.

  4. hallo danke für den interessanten bericht,
    ich habe mir die „buds pro“ in erster line gekauf,
    weil ich schlecht höre, ( die höhen fehlen mir ),
    und manchmal die „buds plus“ in benutzung hatte in „ersatzt“ von hörgeräten
    und gelesen habe das :
    „…. „buds pro“ bietet eine Funktion zur Verbesserung des Hörvermögens für Nutzer mit Hörverlust.“
    mir ist klar das keine buds die hörgeräte erstzen können, aber es ist sehr praktisch neben musik,
    da haben die pro einen viel bessern klang als die plus, auch das gehör etwas zu verbessern
    ohne das man ständig die hörgerät und buds wechseln muß.
    aber leider höre ich mit den „buds pro“ nun wenige höhen von der aussenwelt als mit den „buds plus“.
    das soll in der regel bestimm auch eher so sein ?!
    nun meine frage : gibt es nach eurer erkenntnis buds die eventuell mehr höhen
    bzw. mehr aussengeräusche „duchlassen“

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