Mozilla prangert an: Microsoft ohne Browserwahl bei Windows RT

Erinnert ihr euch noch an das leidige Thema Browserchoice? Irgendwann Anfang 2010 musste Microsoft dem Benutzer die Wahl überlassen, welchen Browser er zukünftig zum Standard deklarieren wolle – zumindest initial. Ich berichtete damals darüber. Nun wieder Dramaturgie aus dem Hause Mozilla – man fordert diese Auswahl auch auf Tablets mit Windows RT. Windows RT, das ist dieses Konstrukt auf ARM-basierten Tablets. Also keine gewohnte Umgebung, nur speziell auf diese Plattform zugeschnittene Programme laufen.

Laut Mozilla unterstützt der Internet Explorer auf den Windows RT-Maschinen zwei Modi, darunter auch den klassischen – weshalb man sicherlich das gute, alte Browserchoice-Verfahren einsetzen und anderen Browsern auch diese Art „klassischen Modus“ nutzen lassen müsse. Liebes Mozilla-Team: ich kenne einige von euch persönlich und gebe euch grundsätzlich Recht.

Aber fallt doch mal bitte wieder mit tollen Produkten und Innovationen auf. Hier wird bereits jetzt über eine noch nicht auf dem Markt erhältliche Plattform spekuliert, zumal der Markt der Tablets sicherlich anfangs wie im jetzigen Smartphonemarkt zu bewerten ist: Windows RT wird klein starten. Wenn man von der Windows-Plattform etwas verlangt, dann sollte man vielleicht auch die dominanten Plattformen im Mobile-Bereich im Auge haben – und diese ist bislang sicherlich nicht Microsoft Windows. Wenn man solche Dinge reglementieren will (oder muss), dann müssen es alle tun.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

24 Kommentare

  1. „Aber fallt doch mal bitte wieder mit tollen Produkten und Innovationen auf.“

    Wann haben sie aufgehört das zu tun? oO
    Und sie haben absolut Recht mit ihrer Kritik. Und dabei geht es nicht nur um Mozilla, sondern um alle anderen Browser außer den IE…

  2. Ich kann Dir nur Recht geben, die freie Browserwahl ist sekundär. Leider ist für mich das Licht von Firefox ziemlich verblasst. Langsam, träge und gefühlt „altbacken“, dass ist Firefox für mich. Ich selbst nutze zu 95% nur noch Chrome.

  3. Noch eine Ergänzung, weil das eventuell nicht verstanden wurde: Auf Windows RT steht der klassische Modus nur Microsoft-Anwendungen zur Verfügung, womit es de facto nur den Internet Explorer gibt. Damit nutzt Microsoft wieder einmal die Monopol-Stellung aus. Fraglich ist nur, ob sie bei der EU damit durchkommen. Aber alleine, dass dies der Stand jetzt ist, ist ein absolut nicht akzeptabler Zustand.

  4. Im gegensatz zu Google hört Mozilla immerhin auch auf Kundenwünsche… eine Version die man auch auf Produktiv-/Firmensystemen laufen lassen kann die nicht aller 1-2 Monate ein update brauchen gibt es von Google einfach nicht…
    Google zieht halt sein Ding durch .. wenn dir die Sachen die Google anbieten passen dann ist das schön wenn nicht dann hast du Pech.
    Langfristig ist diese Einstellung meiner Meinung nach kundenunfreundlich. Quasi friss oder stirb.

  5. @Sören: Die Schelte von Caschy hat sich Mozilla redlich verdient, ich könnte inzwischen weder mit Firefox noch mit Thunderbird was anfangen. Deswegen verwende ich ja auch SeaMonkey, da dessen UI wesentlich besser durchdacht ist.

    Daß MS wieder einmal seine Macht ausspielt war zu erwarten, das machen die ja ziemlich gerne!

    @Manuel: Wann hast du zum letzten Mal den Firefox verwendet? Von langsam und träge kann man schon lange nicht mehr reden. Altbacken? Machst du Witze? Der sieht doch inzwischen genau so dümmlich und spartanisch aus wie Chrome!

    Ich habe zwar beide installiert, vernünftig arbeiten kann ich damit aber ehrlich gesagt nicht mehr! Ich verwende hier das Konkurrenzprodukt aus dem eigenen Haus, nämlich SeaMonkey. Ich verstehe irgendwie nicht, warum den so wenige verwenden wollen. 🙁

    Grüße aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg

    Mike, TmoWizard

  6. Meiner Meinung nach sollte Mozilla erst abwarten und beobachten, wie sich die Plattform entwickelt. Erst wenn sich tatsächlich herausstellt, dass da seitens Microsoft ein Monopol ausgenutzt wird, sollte man reagieren. Welche Rolle der klassische Modus auf einem Tablet spielen wird, ist doch noch völlig unklar.

    Apple stattet seine Tablets auch nur mit Safari aus. Komisch, dass Mozilla da nicht meckert.

    Lasst die Kirche im Dorf. Mit solchen Aktionen macht Mozilla sich bei mir nur unsympathisch.

  7. @Manuel: Würde mal in den Beta-Channel wechseln. FF13 ist doch wesentlich performanter. Sowohl beim Start als auch im Betrieb. Was bleibt, ist der gierige Hunger nach RAM; da muss wirklich etwas geschehen.
    Bin nach einigen Monaten wieder weg vom Chrome (trotz der bekannten Vorteile), schon allein um die Entwicklung des FF zu stützen. Aber auch das Look&Feel, die Einstellungsoptionen und meine gewohnten Addons (nein, es gibt nicht alles im Chrome Webstore) waren Triebfedern.

  8. @Max: Was verstehst du unter „Produktivsystem“? Ich kenne genug Firmen, die Google Chrome verwenden und keine Schwierigkeiten damit haben!

    Chrome ist ein Browser, der wie jeder andere nur eines machen soll: Websites richtig darstellen! Daß er dabei mit seiner Sandbox inzwischen mehr Speicher wie der Firefox oder SeaMonkey verbratet steht auf einem anderen Blatt, darüber möchte ich jetzt nicht streiten. Mal sehen, vielleicht schreibe ich da mal selber einen Artikel auf meinem Blog. 😉

    Grüße aus den versteckten Kämmerchen in TmoWizard’s Castle zu Augsburg

    Mike, TmoWizard

  9. @Horscht:

    „FF13 ist doch wesentlich performanter. Sowohl beim Start als auch im Betrieb.“

    Performanter als was? Also ich merk seit einigen Versionen keinen großen Unterschied beim „Starten und normalen Browsen“ – weder schneller, noch langsamer.

    Die Startzeit legt bei mir mit um 30 Adds immer so „um knapp 4 Sek.“, das ist mir fix genug.

  10. @TmoWizard: Das SeaMonkey UI als ist aber auch gewagt. Das ist noch aus Netscape-Zeiten… 😀

    Übrigens @caschy, wenn du schon Mozilla dafür kritisierst, dass sie was sagen: Google stimmt Mozilla zu…:
    http://news.cnet.com/8301-1001_3-57431475-92/google-agrees-with-mozillas-windows-rt-browser-concerns/

  11. Ich verstehe dieses Geschwindigkeitsgeblubber ehrlich gesagt nicht.
    Das ist wie Fernsehervergleich im Mediamarkt. Wenn man direkt davor steht und sich die Fernseher anschaut sieht man (oder bildet sich ein) einen Unterschied.
    Wenn man sich daran gewöhnt ist es letztendlich wieder völlig egal und man ist auch mti dem im Vergleich minimal schlechteren Bild zufrieden. Aber dafür extra Geld ausgeben und neuen Fernseher anschleppen? Lohnt nicht.

    So siehts bei mir mit dem Firefox aus. Ich geb 2 Buchstaben ein und er weiß auf welche Seite ich will (auch wenn ich kein Lesezeichen hab). Ich hab alle Lesezeichen, alle RSS-Feeds, alle Passwörter.
    Die paar Millisekunden die ich durch Chrome spare interessieren mich nicht die Bohne und sind den Migrationsaufwand einfach nicht wert.

  12. @Sören: hab den Beitrag in mein Pocket gepackt, kommt später, muss mal inne City 🙂

  13. Passt. Viel Spaß in der City. 🙂

  14. Ich nutze hauptsächlich Iron (Chrome) und trotzdem verstehe ich die Entscheidung von Microsoft. Monopol hin oder her der Markt hat sich seit dem Zwang, dass MS eine Browserauswahl hinzufügen muss und eine eigene Windows Version herausbringen musste ohne Explorer, Player etc. sehr weiterentwickelt. Apple ist in diesen Bereichen tausendmal schlimmer als MS aber nein Apple ist ja zu klein um sich zu beklagen und eine Browserauswahl hinzufügen zu müssen. Egal ob man Apple mag oder nicht, gleiches Recht für alle wäre hier auch wichtig! Aber kaum macht MS etwas dann heißt es wieder „MONOPOL“, bei Apple „wow da ist ja alles drin“ -.-

  15. Was ist das denn bitte für eine Argumentation? Gott sei Dank gibt es bestimmte Regelungen, welche es verbieten, Monopolstellungen auszunutzen, das wäre schlimm wenn nicht. Ja, Apple ist in einigen Punkten echt hart, aber sie sind sicher in dem Punkt nicht schlimmer als Microsoft. Wir hatten das ganze Spiel doch schon in der Vergangenheit und noch heute (!) leiden wir unter den Folgen von damals… Das Internet in der heutigen Form würde es überhaupt nicht geben, hätten andere Browser keinen Platz gehabt. Mach dir das mal bewusst… Aber du meinst ja schon, Apple sei zu klein und es würde deswegen einen Unterschied machen. Ist ja nur mit die wertvollste Marke der Welt, lol..

  16. Ich verstehe das ganze auch nicht so recht. Warum wird gerade Microsoft angeprangert? Wie caschy schon schrieb wird Windows RT vermutlich erst mal ein kleines Licht im Tabletmarkt werden. Im Desktop- bzw. x86-Segment ist es ja in Ordnung, aber warum fordert dies keiner von Android oder iOS?

    Vermutlich würde man in Boot to Gecko ebenfalls keine Browserwahl implementieren wollen, solange es keiner verlangt.

  17. Ronav: Wenn du es nicht verstehst, empfehle ich dir unbedingt dich einmal mit der Entwicklung des Browsermarktes zu befassen, das ist wirklich eine sehr spannende Geschichte. Wenn du die kennst, dürfte dir das alle Fragen beantworten.

    Der Vergleich mit B2G hinkt gewaltig, denn B2G setzt komplett auf offene Webstandards und es wäre problemlos möglich, ein Boot to Safari darauf aufbauend zu bauen. Und es wird niemand daran gehindert, Browser für dieses System zu entwickeln. Unter dem Schaden der Vergangenheit mit dem Internet Explorer leiden wir teilweise noch heute. Aber zumindest hat sich mittlerweile vieles verteilt. Fakt ist in jedem Fall: Hätte es keinen Platz für alternative Browser gegeben gäbe es das Internet, das du heute kennst, überhaupt nicht. Mach dir das mal klar. Und auch für Android gibt es doch unzählige Browser. Stand jetzt wird es für dieses System aber nur den Internet Explorer und nichts anderes geben. Und das wird die EU – Gott sei dank – hier mit Sicherheit nicht durchgehen lassen.

    Hab ich zwar alles schon geschrieben, aber das Kommentarsystem der Seite spinnt seit einer Weile, das verschluckt Kommentare bzw. manche werden erst mit vielen Stunden Verspätung veröffentlicht…

  18. @Sören: Es geht mir nicht um die Browserwahl im Desktop-Bereich. Es geht mir um die „modernen“ Bereiche wie Tablets.

    „Stand jetzt wird es für dieses System [Windows RT] aber nur den Internet Explorer und nichts anderes geben.“

    Sind nicht sowohl Firefox- als auch Chrome-Versionen für Metro in der Entwicklung? Ansonsten hätten wir doch die gleichen Vorraussetzungen wie bei iOS oder Android. Ein vorinstallierter Browser + Alternativen im Markt.

    „Und auch für Android gibt es doch unzählige Browser.“

    Klar, hoffentlich auch für iOS (kann ich nicht beurteilen, habe kein Apple-Gerät). Dennoch ist (am Beispiel iOS) Safari vorinstalliert. Und das bei einem gewaltigen Tablet-Marktanteil. Warum wird dort nicht eingegriffen? DAS ist es, was ich nicht verstehen kann.

    Deshalb kann ich caschy nur zustimmen, wenn schon geregelt wird, dann bitte für alle Systeme/Branchen.

    P.S.: B2G sollte auch eher eine Spitze sein. Recherchieren werde ich auf jeden Fall, scheint doch ein komplexeres Thema zu sein als ich dachte.

  19. Ersteinmal: Ich muss auf meine Kappe nehmen, dass meine Formulierung oben in der Form einen Fehler hatte, der nicht beabsichtigt war, den Sinn aber ändert. Es geht nicht um alternative Browser generell, sondern um Desktop-Browser. Erklärung nun:

    Ja, Chrome und Firefox für Metro sind in Entwicklung. Diese Versionen sind aber sehr stark eingeschränkt. Die Desktop-Versionen werden nicht funktionieren, aber vom Internet Explorer wird es eine geben. Es gibt keinen Grund, wieso andere Browser nicht die selben Privilegien haben dürften wie der Microsoft-Browser.

    Es geht überhaupt nicht primär um die Browserwahl. Die ist mir persönlich auch egal, ist auch nicht der Hauptkritikpunkt von Mozilla. Und Google. Der Kritikpunkt ist der, dass Microsoft eine Situation schafft, in der sie sich einen klaren Vorteil verschaffen, indem sie selber einen voll funktionsfähigen Browser mitliefern, es allen anderen Herstellern aber verbieten. Es geht darum, dass alle Browserhersteller diese Möglichkeit bekommen. Und die Kritik aus dem Blogbeitrag hier ist daher nicht wirklich passend, weil es keinen Sinn ergibt, Mozilla für diese Meinung so direkt zu kritisieren. Google hat sich Mozillas Meinung sofort angeschlossen. Dann muss man Google auch derart scharf kritisieren. Beide oder keinen. Aber Mozilla und Google haben in meinen Augen klar Recht. Das geht einfach nicht.

    Das Problem an diesem Artikel ist eben, dass Mozilla Trollverhalten vorgeworfen wird, der relevante und wirklich interessante Inhalt aber komplett unterschlagen wurde, genauso wie die Tatsache, dass das nicht Mozillas exklusive Meinung ist.

    edit: Wie ich gerade sehe, scheint es aber einen Followup-Artikel zu geben.

  20. Natürlich denken die Unternehmen bereits jetzt über noch nicht auf dem Markt erhältliche Plattformen nach, das gehört zur Unternehmensführung, wovon du caschy ja nun überhaupt keine Ahnung hast. Schreibe doch einfach weiter über deine Welt und versuche dich nicht an Dingen, von denen du überhaupt keine Ahnung hast. Alles andere wirkt nämlich nur noch peinlich.

  21. Ach. Ich hab von soviel keine Ahnung 😉 Ich reite nicht auf der „Vor Marktstart“-Schiene rum, darum geht es hier weniger.