Mobiles Outlook in der Kritik

Gestern erschien Microsoft Outlook für Android und iOS. Zweifelsohne eine sehr gute App. Microsoft selber hat die Früchte allerdings lediglich abgeerntet, indem man die Firma Acompli übernommen hat, die sich für ein Mailprogramm verantwortlich zeigte, welches dem jetzigen Outlook verdammt nahe kommt. Und so wartet Microsoft Outlook mit Funktionen auf, die wir nur aus Dritt-Clients kennen, die Mails über fremde Server laufen lassen.

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So lassen sich beispielsweise Nicht-Microsoft-Konten einbinden und Mails bis zu einem späteren Termin stummschalten. Kann Mailbox von Dropbox auch, hierfür gebt ihr dem Dienst eure Daten und Mails in die Hand, wie ich bereits mal schrieb. Auch die Benachrichtigung via Push ist ein Zusatzdienst, der von Microsoft gesteuert wird. Rene Winkelmeyer dokumentiert in seinem Blog einige Tests. Diese sollen zeigen, dass sich Microsoft nicht nur Mails schnappt und diese extern lagert, sondern auch Zugriff auf die Zugangsdaten zu euren Accounts hat.

Er stoppte Outlook und achtete darauf, dass die App nicht aktiv war, bekam aber dennoch eine Push-Benachrichtigung über neue, eingehende E-Mail. Ebenfalls wurde sein Mail-Server von Microsoft gescannt, obwohl sich alle Geräte im Flugmodus befanden.

Das Problem ist hier: das machen einige Apps, um Zusatzfunktionen bereitzustellen. Und es steht auch in den Nutzungsbedingungen. Die liest aber keiner. Nutzer wissen nicht, dass ihre Zugangsdaten nun auf anderen Servern liegen – in den USA.  Bei Google durch OAuth vielleicht nicht ganz so kritisch, da das Passwort nicht übergeben wird – aber es lassen sich halt doch Konten mit normalen Passwörtern hinzufügen.

Solltet ihr euch gegen die App entscheiden wollen – klasse Funktionen hin und her – dann reicht ein Löschen der App nicht. In den Kontoeinstellungen im jeweiligen Konto findet ihr die Option „Konto vom Handy entfernen“ und „Konto vom Handy und Remote-Gerät entfernen“. Der letzte Punkt ist der, den sicherlich alle wählen wollen, weil sonst das Konto hinterlegt bleibt.

Ich denke, man kann Microsoft hier jetzt nicht an den Pranger stellen. Es ist in den Nutzungsbedingungen festgehalten, wie auch bei Mailbox und anderen Mailern die so arbeiten. Als Nutzer heißt es in diesen Sachen wohl, dass man immer genauer hinschauen sollte, ja sogar muss. Was den Normalo vielleicht nicht interessiert, dürfte für Firmenkunden vielleicht eine Ecke brisanter sein – Stichwort Firmendaten auf fremden Servern…

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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42 Kommentare

  1. Ist halt eine Preview und ist nicht für den alltäglichen Gebrauch gedacht.
    War ja schon bei Windows 10 Preview eine heiß diskutierte Thematik.

  2. @Peter: diese Methodik kann man auch nicht eben entfernen, da sonst Zusatznutzen verloren geht.

  3. Es steht aber in den Nutzungsbedingungen der übernommenen Version. In der preview von Outlook findet sich dazu kein Hinweis.
    Ich finde es bedenklich, das gerade Microsoft hier eine unterschiedliche Handhabung im Vergleich zur Desktop Version hat.
    Noch bedenklicher ist aber, dass es nicht klar kommuniziert wird.
    Das erwarte ich von Microsoft mehr.

  4. Well played Microsoft! Wiedermal ganz schön verkackt!

  5. Ich werde meiner Firma empfehlen die externen Server auf eine Blacklist zu setzten, damit kein Mitarbeiter unbewusst Firmendaten im Ausland lagert.

  6. Wolfgang D. says:

    Hey, dann wird Kaiten doch noch nicht so schnell ersetzt und ich spare die Testzeit.

  7. Naja, aktuell gefällt mir die APP ohnehin noch nicht. Zu wenig Einstellungsmöglichkeiten.
    Ich würde z.B. die blöden farbigen Quadrate mit den Initialen der Absender ausblenden wollen, um nur ein Beispiel zu nennen.

  8. Danke Caschy. Für solche Tipps über dem Tellerrand lese ich hier seit Jahren. Kaiten bleibt dann auch bei mir die App der Wahl.

  9. „Von Gerät und Remote-Daten entfernen“ heißt die Option.

  10. @caschy: ist das beim outlook Client für Windows 8 auch So?

  11. Und ich hab mich schon über diese merkwürdige zweite Option beim Abmelden gewundert.

  12. Woche tollen Funktionen? Einstellungen gibt es auch fast keine und bei meinen Dovecot-Konten kommt nur „Zertifikat ungültig“ – worüber ich jetzt gar nicht mehr so unglücklich bin. ?

  13. Danke Caschy ! Anstatt sauber und anständige Produkte bringt Microsoft noch übleres als „andere“.
    Wie kann man nur die letzte Glaubwürdigkeit verspielen!

  14. Herr Hauser says:

    Man könnte auch ganz einfach seine Zugangsdaten für seinen Mailaccount ändern. So hätte MS nur alte die nicht mehr funktionieren.

  15. @ls und andere: danke fürs trollen. Das Lachen am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen!

  16. Danke Caschy. Guter Bericht welcher wieder eine Wissenslücke bei mir gefüllt hat. Ist das bei Auqamail auch so?

  17. Der Kalender der App taug eh nicht wirklich. Leider nur 2 Ansichten und etwas unübersichtlich.

  18. @Christoph: Ich kenne Aquamail nicht, kann da also wenig zu sagen, aber das müssen die ja irgendwo in den FAQ oder AGB festgehalten haben.

  19. Leider ist für einen Business Client der Kalender auch viel zu unübersichtlich. Mit mehreren geteilten Kalendern verliert man schnell die Übersicht.

    Schön dagegen finde ich die Gruppierung der Attachments in einer Extra Übersicht die auch per Empfänger aufrufbar ist.

    Das mit den Remote Daten bei MS ist aber leider ein NoGo zumal das Exchange Protokoll ja auch andere Wege für Push direkt beherrscht ohne einen Fremd Server dazwischen.

  20. Mir gefällt die App schon jetzt sehr gut. Apple Mail für meine privaten Emails und Outlook für die Firma.

    Nutze zudem One Drive Business (funktioniert leider noch nicht mit Outlook), da müsste ich dann ja auch Angst um meine Daten haben. Unser Firmenserver ist bestimmt auch nicht 100% sicher. Irgendwie hab ich bei solchen Sachen immer wenig Panik, vllt bin ich aber auch zu blauäugig,

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