MasterCard: Biometrisch autorisierte Online-Zahlungen kommen spätestens 2019

MasterCard ist in den letzten Jahren in Deutschland aufgeblüht. Was früher von Geschäften abfällig als (für die Händler) teure Kreditkarte galt, ist heute das Mittel zum Zweck für kontaktlose Bezahlungen. Sinkende Gebühren für Händler sind es, die die Akzeptanz der MasterCard erhöhen, egal ob diese als echte Kreditkarte oder als Debitkarte daherkommt. Während das Bezahlen im Ladengeschäft also langsam voranschreitet, fehlen dem Nutzer online immer noch bessere Methoden, um Zahlungen zu autorisieren.

Diese besseren Methoden sollen biometrisch sein. MasterCard hat ein passendes System bereits seit 2016 am Start, Banken können es seit 2017 nutzen. Wie Ihr an Eurer Bank vielleicht schon gemerkt habt, tun sie dies aber nicht (nicht alle). Zumindest nicht auf Kundenseite. Hier wird immer noch mit Passwörtern oder Nummern hantiert, das soll für den Kunden sogar so nervig sein, dass dieser einen Shop wegen seiner Zahlungsmethoden meidet.

Da kann ich auch bei mir ein Lied von singen. Kurzer Schwenk in mein Privatleben. Ich bestelle sehr viel online, sehr häufig sogar abends vorm Einschlafen. Lande ich dann ein einem Shop, der mir keine für mich bequeme Zahlweise bietet (also eine, die ich direkt auf dem Smartphone abwickeln kann), suche ich mir einen anderen Shop. Die MasterCard bietet hier gleich zwei Stolpersteine.

Einmal den dreistelligen Code auf der Rückseite (den man sich wohl relativ schnell merkt) und dann eben noch 3D Secure, ein weiteres Verfahren, das man je nach Bank mit einem zusätzlichen Code abgefragt wird, der dann als SMS kommt oder anderweitig verschickt wird. Alles andere als unaufwändig.

Diese Autorisierung einer Zahlung kann künftig eben sehr viel einfacher erfolgen. Nutzer der Fidor-App haben das neulich erst eventuell gemerkt. In der App lassen sich Zahlungen nun per Fingerabdruck (oder auch Face ID) autorisieren. Kein zusätzlicher Code mehr, kein hin und her wechseln zwischen Apps, einfach ein relativ flüssiger Zahlungsvorgang. Auch N26 hat Secure Code bereits integriert.

Das wird nun bis April 2019 großflächiger angeboten, laut MasterCard ist April 2019 das Datum, an dem alle Banken, die auf MasterCard setzen, auch diese biometrische Autorisierung anbieten. Ein entsprechendes Mandat erfordert dies von den Banken, die allerdings in der Umsetzung frei sind, sie müssen also beispielsweise nicht den von MasterCard bekannten Identity Check Mobile verwenden.

Sichern ist, dass Online-Zahlungen ab spätestens April 2019 bequemer sein werden, falls eine Bank dies bislang noch nicht umgesetzt hat.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Das mal im Kontext des am 1. Januar 2018 abgeschafften Bankgeheimnisses gesehen…
    Es dürfte wohl klar sein, wohin unsere Reise geht.
    Traurig irgendwie. Und erbärmlich jede neue technische Errungenschaft ohne Verstand nicht zu hinterfragen. Nun ja, dann harre ich auch der Dinge die da kommen und prokrastiniere kollektiv mit.

  2. Wenn es um Geld geht, sollte die Faustregel lauten – konservativ, konservativ und nochmal konservativ. Jeder sollte natürlich für sich selbst entscheiden, wie und mit welchen Werkzeugen er seine Finanzen verwaltet. Ich persönlich halte von diesen Finanz-Apps/Dienstleisern recht wenig. Ebenso wenig von dem Gebrauch der eigenen (im Gegensatz zum Passwort nie mehr änderbaren) biometrischen Daten zur Absicherung der Finanzen/Transaktionen.

    Aber wie gesagt – jeder muss für sich entscheiden.

  3. Die zwei Marktschreier vor mir sind der beste Beweis dafür, weshalb Deutschland als Digitalstandort abgehängt wird. Das ist das wahrlich Traurige. Abstrakt diffuse Angst vor Veränderung, Warnen, Befürchten, Scheu sein, den Untergang sehen, die Großen gegen die Kleinen… alles in Maßen bitte. Ich schätze meine Privatsphäre und die Kontrolle darüber auch, aber noch mehr schätze ich meine Zeit. Und wenn ich mir vorstelle, dass ich noch die nächsten 50 Jahre Kleingeld zurückkriege oder in langen Barzahlerschlangen am Supermarkt stehe, weil sich viele Mitbürger zu wichtig nehmen und genau ihre persönliche Ausleuchtung befürchten, dann kriege ich das Kotzen.
    Zum Glück kann ein Blick über den Tellerrand helfen. Ich empfehle einen Urlaub in Schweden. Die sind fast komplett cashless, alles läuft online und über das Smartphone. Nicht einmal der Ticketautomat für die S-Bahnen nimmt noch Bargeld. Aber ist halt auch ne andere Kultur dort. Seit den 80ern kann in Schweden jeder ohne große Umstände die Steuererklärung seines Nachbarn einsehen. Das hat weder zu Bürgerkriegen noch zu Entführungen von Staats wegen geführt, nur zu einer modernen Technologiegesellschaft, die Deutschland 15 Jahre voraus ist. Der ironische Zirkelschluss ist nämlich: sobald hier die Arbeitsplätze wegfallen, schreien genau die gleichen Typen laut auf. Wenigstens bleibt ihr euch da treu.

    • Wolfgang D. says:

      @Jay
      Ich schätze mal, der Marktschreier bist eher du. Warum um alles in der Welt sind Leute deiner Sorte so geil darauf, sich so schnell wie möglich von ihrem schwer verdienten Geld zu trennen? Ist es nur Werbung, oder ist es dir als Nicht-Steuerzahler aka Empfänger von Sozialleistungen egal?

      Auch in Schweden wird man gerne den Euroschein nehmen, wenn man sonst vor der Wahl steht, keine Einnahmen zu haben. Außerdem gibt es beim vollelektrischen System auch etliche Nachteile, nämlich die absolute Abhängigkeit (Gebühren) neben den erheblichen (verdeckten) Kosten. Warum wohl stehen noch überall Geldautomaten herum, wenn nicht zur Vermeidung der Kartenzahlungsgebühren?

  4. Ich bezahle online per Paypal, Amazon Payments oder Rechnung, wenn der Shop keins
    davon anbietet, bestelle ich wo anders. Weil es mich annervt irgendwelche umständlichen oder wenig vertrauenswürdigen Bezahlmethoden zu verwenden. Je seltener ich meine Kreditkartendaten irgendwo eingebe, desto geringer das Risiko, dass sie geklaut werden.
    Was ich aber noch beknackter finde ist, dass gerade da wo es richtig sinnvoll wäre nicht mit modernen Zahlungsmitteln zahlen kann. Bestes Beispiel: beim Bäcker. Jeder Supermarkt hat heute kontaktloses Bezahlen per Karte oder Smartphone, beim Bäcker hab ich sowas noch nie gesehen, da wird immer mit nervigem Kleingeld rumgefummelt. Keine Ahnung ob das an der Akzeptanz der Leute liegt oder an den zu hohen Gebühren der Banken, da wünsche ich mir jedenfalls eine Änderung.

  5. @Jay: Zirkelschluss? Schön konstruiert. Das was Sie aufgezählt haben, wurde hier nirgens erwähnt. Es geht hier um die vereinfachte Autorisierung einer Zahlung. Das hat etwas mit Sicherheit zu tun. Wenn Sie Ihre biometrischen Daten überall verstreuen möchten… bitte sehr.

  6. @kOOk, habe hier etwas interessantes zum Thema Gebühren gelesen.
    http://www.vielfliegertreff.de/kreditkarten/69773-kreditkartenakzeptanz-1051.html#post2520517
    Demnach ist es eher keine Kostenfrage…

  7. Also mein Fleischer, nimmt nur Bares und tippt auch nur ab und zu was in ie Registrierkasse ein********** Schwarzgeld ********

  8. Eine Mastercard hab ich, nutze aber fast nur Paypal oder in Läden die Sparkassenkarte. Komme ich bestens mit klar, ausser dass Rewe und Tankstellen im Gegensatz zu Edeka gefühlt schon ewig eine Unterschrift haben wollen, statt PIN. Eine Unterschrift halte ich für fast sinnlos, da gucken die Kassierer nur extrem flüchtig drauf.

  9. @Kasupke, mit Unterschrift ist elektronisches Lastschriftverfahren. Das kostet den Händler im Gegensatz zur Girocard, welche ihn 0,3% vom Umsatz, bzw. mindestens 8 Cent kostet, nichts. Dafür trägt der Händler dann das Risiko eines Zahlungsausfalls, bei Girocard trägt das die Bank.

  10. Bitte meinen vorherigen Kommentar mit der versehentlich veröffentlichten E-Mail als Benutzernamen löschen.

    @kOOk: Kartenzahlung ist bei mir um die Ecke beim Bäcker kein Problem. Ich wohne allerdings auch in einer Großstadt. Ob auch kontaktloses Zahlen möglich ist, habe ich noch nicht ausprobiert. Glaube aber nicht, da das Kartenlesegerät eins von diesen kleinen Dingern ist.

  11. Wolfgang D. says:

    Darf ich eine Träne im Knopfloch zerdrücken, weil du als netten Artikel-Aufmacher den Onlinekaufrausch vorgibst? Onlinekäufe außerhalb des jeweiligen Appstores per 2FA sind für mich völlig unproblematisch, so kann ich meine Entscheidung noch mal überdenken.
    I
    Der Zahlungsdienstleister würde für meine mobilen Transaktionen vor Ort beim Kunden 1%-2,75% von der Buchungssumme nehmen, dazu muss man noch das Lesegerät kaufen und warten, das ganze benötigt natürlich eine stehende Internetverbindung (die vor Ort auch nicht immer gegeben ist). Das müssen natürlich alle Kunden tragen. Ob die das wollen?
    I
    Dazu zeitraubende Diskussionen bei der PIN Eingabe, ob das ganze auch wirklich sicher ist. Da sind mir Rechnung/Quittung gegen Bargeld doch wirklich lieber.

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